Ein freundliches Moin in die Runde und Herzlich Willkommen zum vierten Victory Monday 2026.
Gestern Abend trafen die Pittsburgh Steelers um 19 Uhr deutscher Zeit im Raymond James Stadium auf die Tampa Bay Buccaneers.
Spielverlauf
Quarter 1:
Das Spiel begann verheißungsvoll, als Pittsburgh den Eröffnungsdrive von Jalon Daniels nach zwei kaum nennenswerten Runs von Irving und einem Sack durch Ramsey für -15 Yards kurz vor der Buccaneers Endzone stoppen konnte. Der kurze Punt gab Aaron Rodgers den Start an der Buccaneers 45 Yard Line. Der Drive endete allerdings nach 3 & Out und die Euphorie trat gehörig auf die Bremse. Im zweiten Drive wurde der Pass auf Darnell Washington unglücklich fallen gelassen und Tampa konnte den Ball per Interception sichern. 5 Plays und ein Field Goal später standen die ersten Punkte für die Gastgeber auf dem Score Board.
Quarter 2:
Die Buccs waren gut im Game und Pittsburgh hatte Probleme, den sehr mobilen Rookie QB des Gastgebers zu packen zu bekommen. Im ersten Drive im zweiten Viertel erhöhte Chris Godwin auf 10-0. Für die Steelers hingegen lief nichts zusammen, sodass auch Mitte des zweiten Quarters sogar Chris Boswell, unter zugegebenermaßen sehr windigen Verhältnissen, es nicht schaffte, den Ball in der Endzone der Buccaneers unterzubringen. Er scheiterte aus 48 Yards. Im darauffolgenden Drive konnte Bucs-Kicker McLaughlin hingegen zeigen, wie das geht; er traf aus 47 Yards zum 0-13 aus Steelers Sicht. Nach je einem Punt auf beiden Seite startete Aaron Rodgers mit 1:28 Restzeit auf der Uhr den längsten Drive der Steelers zum Field Goal durch Boswell. 5 von 8 Pässen auf Freiermuth (2), DK und Bernard (2) reichten aus und Boswell konnte aus 52 Yards Selbstvertrauen tanken, bevor es in die Kabine ging.
Quarter 3:
Nach der Halbzeit ging es weiter wie gehabt. Das zähe Spiel brachte kaum erwähnenswertes zu Tage und gehörte so gut wie ausschließlich den Buccaneers. Jalon Daniels konnte sich im längsten Drive des Spiels nicht belohnen. Nach 17 Plays, 70 Yards und 9:02 Minuten konnte man in Pittsburgh von Glück reden, dass es im Anschluss nur 16:3 für Tampa Bay stand. Zu mehr als zwei Mal 3 & Out reichte es bei Pittsburgh im dritten Viertel nicht.
Quarter 4:
Das vierte Viertel gehörte Pittsburgh. Der im dritten Viertel gestartete Drive ohne Runs aber mit Pässen auf Washington, (9 Yards), Bernard (19 Yards), Dowdle (5 Yards), Metcalf (17 Yards), Bernard (9 Yards) endete dann in der Endzone der Buccaneers in den Händen von Darnell Washington (5 Yards) nach einem Fake von Rodgers, auf den wahrscheinlich jeder Zuschauer reingefallen ist. 10-16 und plötzlich waren die Steelers wieder am Leben. Der folgende Drive von Jalon Daniels wurde im dritten Play von Steelers Rookie Corner Daylen Everette, der seine erste NFL-Career Interception fing, jäh unterbrochen. Metcalf und Warren konnten die Steelers in Field Goal Range bringen und Boswell traf die Uprights aus 39 Yards zu 13:16
3 Plays später wurden die Buccaneers gezwungen den Ball wieder abzugeben. Es folgten 9 Plays über 37 Yards und endeten mit Field Goal durch Boswell zum Ausgleich.
Das vierte Viertel gehörte Pittsburgh. Der anschließende Drive der Buccaneers war im zweiten Play schon wieder vorbei. Diesmal konnte ex-Bucs-Corner Jamel Dean den Ball vor Egbuka aus der Luft pflücken. Leider konnte er sich nicht ultimativ belohnen, er wurde an der 3 Yard Line von Jalon Daniels zu Fall gebracht.
Aber die Steelers wären nicht die Steelers, wenn drei wirklich schlechte Entscheidungen von drei Yards vor der Endzone nur zu einem Field Goal führen. Wieso hier zwei Mal versucht wurde zu Passen wissen wohl nur McCarthy und Rodgers. 19:6 für die Steelers.
Mit 1:21 auf der Uhr waren die Buccaneers gezwungen mindestens ein Field Goal zum Ausgleich zu erzielen. Das gelang auch. Zwei Pässe über 22 und 13 Yards später konnte McLaughlin aus 53 die Overtime erzwingen
Overtime:
Den Coin Toss verloren, durften die Steelers dennoch die Overtime eröffnen und Aaron Rodgers führte die Steelers kontinuierlich das Feld runter. Ganz anders als die vier Viertel vorher war der Drive äußerst abwechslungsreich. Nach einer guten Mischung aus verschiedenen Runs über Warren, der kaum zu stoppen war, und Pässen auf Metcalf stand man mit 3:15 auf der Uhr an der 6-Yard-Line der Buccaneers. Rodgers bewies erneut, dass er mit Germie Bernard eine gute Verbindung hat, fand ihn und der Rookie vergoldete sein gutes Spiel.
Buccaneers Backup QB, undrafted Rookie Jalon Daniels, der dem Druck der Steelers bisher recht gut Stand hielt, war drauf und dran seine Offense das Feld runter zu bewegen bis Steelers Cornerback Jalen Ramsey einen Geistesblitz hatte, sich außerhalb von TJ Watt aufstellte, völlig ungeblockt zu einem Sack kam und damit das Spiel siegreich für die Steelers beendete.
Gewinner und Verlierer
Gewinner:
- Germie Bernard. Der Rookie fing 11 von 12 Targets, erzielte den Touchdown im vierten Viertel und zeigte, dass er durch seine Anwesenheit und die damit einhergehende Gefahr die Räume für die anderen Passempfänger öffnen kann. Der kleine Fehler, wo er über der First Down Markierung noch zurück lief und dann gestoppt wurde, wird ihm sicher nicht mehr passieren.
- Jamel Dean. Gegen sein Ex-Team gelang ihm seine bisher beste Leistung als Steeler. Er konnte Buccaneers WR Emeka Egbuka nahezu komplett abmelden und konnte 6(!) Pass Deflections erzielen
- Daylen Everette. Auch der zweite Cornerback der Steelers hatte ein gutes Spiel und konnte seine erste Interception in der NFL fangen
Verlierer:
- Pass Rush. Der Pass-Rush bleibt ein Problem. Es wird nicht ausreichend Druck erzeugt, dass sogar ein undrafted Rookie QB bei wichtigen Downs erfolgreich sein kann.
- Mike McCarthy. Beim offensiven Play Calling muss man die Frage stellen, wieso man in vier Vierteln knapp zwei gute Drives callen kann, und in der Overtime plötzlich ein völlig anderes Gesicht zeigt. Dazu kommen wirklich fragwürdige Entscheidungen bei 1st & Goal aus 3 Yards, sodass es nur zum FG reicht.
Besonderheiten:
- Mike McCarthy war in der Halbzeitpause nicht in der Kabine. Er ließ sich im Blue Tent am Knöchel behandeln
- Jamel Dean ist der 24. Spieler und der erste Steeler, der in einem Spiel 6 Pässe deflecten konnte. In den letzten 10 Jahren haben das nur Kyle Fuller, Marshon Lattimore und Roger McCreary geschafft.
Fazit:
Das im Vorfeld befürchtete zähe Spiel sollte genau das werden. Da nicht erwartbar war, dass man gegen die Buccaneers genauso einfach laufen konnte wie in der Vorwoche, waren McCarthy und Rodgers gefragt, dafür Lösungen bereit zu halten. Und wenn man den Drive zum Sieg in der Overtime rausnimmt, hatten sie keine. Die jeweils 11 Receptions von DK Metcalf und Germie Bernard sehen auf dem Papier besser aus, als es beim Spiel tatsächlich war. Natürlich ist es sehr positiv hervorzuheben, dass der Rookie Bernard ins Spiel eingebunden wird und abliefert, aber die Eindimensionalität der Offense ist besorgniserregend. Und wenn das Run Game nicht funktioniert, wird es noch schlimmer. Das hat auch das vierte Viertel gezeigt. Jaylen Warren kam besser durch und auf einmal konnte der Ball konstanter bewegt werden.
Defensiv lässt sich sagen, dass die Run Defense weiterhin funktioniert. Bucky Irving wurde bei unter 50 Yards gehalten und auch sonst konnte kein anderer Spieler mehr als 50 Yards Raumgewinn erzielen. Sieht auch hier auf dem Papier erstmal gut aus, aber die Probleme für den Pass Rush, zum gegnerischen QB durchzukommen, bleiben bestehen und Daniels konnte zeigen, was passieren wird, wenn man gegen einen mobilen Starter wie Josh Allen oder Lamar Jackson antritt.
Am Ende reicht es, zwei gute Drives zu haben, um das Spiel gegen die Tampa Bay Buccaneers zu gewinnen. Das wird gegen die New Orleans Saints kommenden Sonntag in Paris nicht ausreichen.



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