McCarthy Monday Week 7

written by Andre Vilshöver
10 · 19 · 26

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Hallo und herzlich Willkommen zum McCarthy Monday.

Endlich ist er da, der erste Auswärtssieg in 2026! Die Steelers stehen nun 4:2 und reisen mit zwei Siegen im Rücken zum International Game gegen die New Orleans Saints nach Paris. Aber bevor die Steelers über den Teich fliegen, gab Head Coach Mike McCarthy wie gewohnt seine Pressekonferenz im UPMC Rooney Sports Complex, bei der er den Vertreter:innen der Presse Rede und Antwort stand.

Frage 1: Wie beurteilst du die Leistung und Rolle von Jalen Ramsey, insbesondere bei dem entscheidenden Play am Ende des Spiels?

McCarthy: Jalen Ramsey ist einfach ein Spieler, den du überall im Backfield aufstellen kannst. Ich schätze nicht nur seine Fähigkeiten, sondern vor allem auch seine Football-Intelligenz enorm. Er springt nahtlos zwischen verschiedenen Positionen hin und her. Die Szene am Ende des Spiels lief exakt so ab, wie man es am Reißbrett aufzeichnet: T.J. und Alex haben technisch sauber die Edge gehalten, sodass das Timing für Jalen perfekt aufging. Genau diesen Wert bringen dir erfahrene Veteranen, und Jalen verkörpert das par excellence.

Frage 2: Wie geht ihr mit der anstehenden Reise nach Paris um, insbesondere mit Blick auf die aktuelle Lage vor Ort und die Abstimmung mit der Liga?

McCarthy: Ich bin mir der Situation natürlich vollkommen bewusst. Das gehört zur ganz normalen Planung, wann immer man ins Ausland reist, und das ist bei dieser Gelegenheit, in Paris zu spielen, nicht anders. Das Team freut sich sehr darauf, dort anzutreten. Wir stehen in engem Austausch mit der NFL und hatten heute einen gemeinsamen Zoom-Call mit dem Ligabüro, was vor solchen Auslandsreisen das ganz normale Protokoll ist. Die gesamte Mannschaft war dabei. Wir haben das Gefühl, einen wirklich guten Plan zu haben, sind uns der Umstände vor Ort bewusst und haben großes Vertrauen in unsere Vorbereitung. Ich weiß, dass die Liga dazu Updates und Statements herausgegeben hat; zudem haben wir bereits Leute vor Ort. An diesen übergeordneten Detail Gesprächen war ich selbst nicht beteiligt, aber unser Plan steht.

Frage 3: Wie sieht euer Zeitplan für die Reisewoche aus und warum habt ihr euch entschieden, erst am Donnerstag nach Paris zu fliegen?

McCarthy: Wenn der Spielplan rauskommt, betrachtet man die Abläufe im üblichen Sieben-Tage-Rhythmus. Wir haben gestern in Tampa gespielt, dazu kommt die Rückreise, und sieben Tage später spielen wir bereits gegen Cleveland. All diese Faktoren spielen eine Rolle. Egal, ob du dich auf den Super Bowl oder ein Monday-Night-Game vorbereitest: Bei Reisen über fünf oder sechs Zeitzonen hinweg schaust du dir jedes Detail an. Ich habe mich dabei immer an die Grundlagen gehalten: Hydration, ausreichend Schlaf und sicherzustellen, dass die Jungs die beste Basis bekommen, um vorbereitet Leistung zu bringen und im gewohnten Rhythmus zu bleiben. Wir haben beide Optionen abgewogen und sind klar zu dem Schluss gekommen, dass ein Abflug am Donnerstag für uns der beste Weg ist.

Frage 4: Hast du mit den Spielern persönlich über deren Bedenken bezüglich der Paris-Reise gesprochen und was möchtest du ihnen mit auf den Weg geben?

McCarthy: Absolut, genau darum ging es im heutigen Team-Meeting. Wir hatten den Zoom-Call mit der Liga, bei dem selbstverständlich auch Mr. Rooney anwesend war, sodass jeder offene Fragen stellen konnte. Im Anschluss bin ich den gesamten Plan durchgegangen – alles, was wir für die Woche vorsehen, wie unser Zeitplan aussieht und welche Anpassungen wir vornehmen. Aber das ist kein einmaliges Gespräch, sondern ein fortlaufender Dialog.

Frage 5: Gibt es einen bestimmten Punkt in der Saison, an dem Rookies aufhören, Rookies zu sein?

McCarthy: Ich hoffe, dieser Tag war gestern – das wäre großartig. Aber im Ernst: Ich bin sehr stolz auf unsere Rookie-Klasse. Die Jungs bekommen früh wichtige Spielanteile. Was Germie gestern gezeigt hat, war herausragend; er hat sich den Game Ball in der Offense verdient. Das sagt alles darüber aus, wie das gesamte Team über seine Entwicklung und seinen Beitrag denkt. Er hatte schon letzte Woche eine hervorragende Trainingswoche, und genau das sind die Entwicklungen, die wir sehen wollen. Das ist seit über zwei Jahrzehnten so in dieser Liga: Junge Spieler müssen auflaufen, und wenn sie früh ihre Chancen nutzen, zahlt sich das extrem aus. Aus meiner Erfahrung übernehmen die jüngeren Spieler vor allem im November und Dezember noch viel größere Rollen; so verliefen viele meiner bisherigen Spielzeiten. Wenn du dir unsere jüngste Verletzung Situation ansiehst, ist es unerlässlich, dass die jungen Spieler Verantwortung übernehmen. 

Frage 6: Wie sehr prägt ein solcher Comeback-Sieg, bei dem man vielleicht nicht das beste Spiel gemacht hat, die weitere Entwicklung der Mannschaft?

McCarthy: Wann immer du ein Auswärtsspiel gewinnst und weißt, dass du nicht über dem gesetzten Standard gespielt hast, besitzt dieser Sieg einen enormen Wert. Denn er beweist, dass du mit schwierigen Phasen und Widrigkeiten umgehen kannst – und davon hatten wir gestern reichlich. Unsere mitgereisten Fans haben uns fantastisch durch das Spiel getragen. Besonders die zweite Halbzeit fühlte sich fast wie ein Heimspiel an. Gleichzeitig hat uns die Defense im Spiel gehalten, indem sie den Gegner bei Field Goals hielt. Als die Offense dann ins Rollen kam, haben wir den Ball gut verteilt. Es war eine harte Aufgabe, denn Tampa stellt schematisch wie personell eine sehr gute Verteidigung dar, und Todd Bowles ist schon sehr lange erfolgreich im Geschäft. Solche Auswärtssiege sind wertvoll. Nichts geht über echte, persönliche Erfahrung auf dem Feld. Du kannst dir etliche Videos ansehen und lehrreiche Gespräche führen, aber solche Momente gemeinsam in Echtzeit durchzustehen, am Montag die Fehler aufzuarbeiten und trotzdem mit dem Sieg dazustehen – das ist eine erstklassige Ausgangslage.

Frage 7: Wenn du auf das Offensivspiel zurückblickst: Gibt es Dinge, die du dir früher gewünscht hättest, um von Beginn an besser ins Rollen zu kommen?

McCarthy: Wir investieren enorm viel Zeit und Energie in den Start eines Spiels. Ich glaube stark an den Return on Investment. Wenn wir also nicht gut aus den Startlöchern kommen, nehme ich das sehr persönlich. Aber am Ende kenne ich den Prozess, weiß um seinen Nutzen und wie es aussehen muss. Genau deshalb ist die Videoanalyse an einem Montag das Wichtigste der gesamten Woche. Wir reden oft über den kommenden Gegner, aber man muss vor allem über sich selbst sprechen. Kehre vor der eigenen Haustür, mach deine eigenen Hausaufgaben und analysiere dich selbst schonungslos. Das haben wir heute getan. Wir müssen niemanden in Panik versetzen, aber wir haben gestern einiges liegen gelassen. Wir müssen bei Third Downs besser konvertieren. Wenn uns das gelingt, hebt uns das offensiv auf ein ganz anderes Niveau. Gestern haben wir vier bis fünf neue First Downs liegen gelassen. Wir wollen den Ball definitiv häufiger laufen, das bleibt ein klarer Schwerpunkt. Die Third-Down-Problematik begleitet uns nun schon seit einigen Wochen, da müssen wir zulegen. Die ersten beiden Downs gestalten wir ordentlich, aber die Third-Down-Chancen müssen wir konsequenter verwandeln.

Frage 8: Wie bewertest du die Entwicklung der Tiefe im Kader, insbesondere die Leistungen der beiden Brandons, und blickst du dich gemeinsam mit Omar Khan weiterhin nach externen Optionen um?

McCarthy: Das Wichtigste ist, die Spieler kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ich glaube bedingungslos an die 68 Jungs, die wir hier im Gebäude haben. Wenn sich Chancen bieten, greife ich am liebsten auf sie zurück. Gleichzeitig bin ich weder blind noch naiv gegenüber dem, was draußen auf dem Markt passiert – besonders bei Spielern, mit denen man früher zusammengearbeitet hat oder die eine Vorgeschichte hier haben. Man hält die Augen immer offen, das ist Omars Aufgabe, und unsere Scouting-Abteilung macht da hervorragende Arbeit. Aber ja, ich fand, beide Brandons haben gute Sachen gezeigt. Sie müssen einfach weiter hart arbeiten; die Jungs haben sich zerrissen und sich diese Chance verdient.

Frage 9: Du hast erwähnt, dass die Trainingsvorbereitung der letzten beiden Wochen genau deinen Vorstellungen entsprach, und Roman Wilson meinte, dass vor allem die Einheiten in Pads am Donnerstag geholfen haben. Hast du etwas Grundlegendes verändert, oder findet das Team jetzt einfach seinen Rhythmus?

McCarthy: Das liegt ganz klar daran, an welchem Punkt der Saison wir uns befinden. Ich habe schon oft betont, dass der September für mich im Grunde eine Verlängerung des Training Camps darstellt – verglichen mit dem, was ich früher aus der Liga gewohnt war. In diesem Block hast du noch zwei Wochen mehr in voller Montur trainiert. Das gehört dazu: Die Spieler kommen aus einem eng kontrollierten Camp und müssen sich dann an einen neuen Wochenrhythmus gewöhnen. Wenn der Kader von 90 auf 68 schrumpft, wirkt sich das auf den Trainingsablauf aus. Unsere Jungs haben das in den letzten zwei Wochen stark umgesetzt, und zum Glück hat sich das in zwei Siegen niedergeschlagen. Jetzt wartet jedoch die nächste Herausforderung mit einem veränderten Ablauf wegen der weiten Reise. Wir werden in den kommenden sechs Tagen extrem penibel auf Schlaf, Regeneration und Flüssigkeitszufuhr achten.

Frage 10: Ihr hattet Spielzüge auf dem Feld, bei denen beide Running Backs gleichzeitig aufgestellt waren. Was gefällt dir an diesem Paket und wie ergänzen sich die beiden?

McCarthy: Es ist im Grunde ganz simpel: Wir halten enorm viel von beiden Running Backs, und beide müssen den Ball in die Hände bekommen. Mehr steckt nicht dahinter. Jaylen gehört im Moment zu den heißesten Spielern der Liga, und ich weiß genau, wozu Rico fähig ist. Wir versuchen einfach, produktive Gelegenheiten für beide zu schaffen.

Frage 11: Patrick Graham hat am Ende tief in die Trickkiste gegriffen und mit aggressiven Blitz-Paketen freie Blitzer geschickt, wie bei Jalen im letzten Play. Was sagt das über PGs Fähigkeit aus, das defensive Schema wöchentlich so variabel anzupassen?

McCarthy: Das spricht Bände über das Playbook, das hier erarbeitet wurde. Sich im Training Camp tagtäglich gegen seine Systeme zu behaupten, hat uns allen gut getan, weil wir wissen, was defensiv möglich ist. Am Ende muss es aber sauber transportiert werden – von der Theorie auf den Platz. Unsere Spieler haben das fantastisch umgesetzt. Auch die In-Game-Adjustments waren stark. Jede großartige Defense beginnt damit, den gegnerischen Lauf zu stoppen. Das gelingt uns immer besser. Schau dir an, gegen welche Running Backs wir in den letzten beiden Wochen gespielt haben und bei welchen Zahlen wir sie gehalten haben. Wenn das, was unter der Woche trainiert wird, am Sonntag aufgeht, ist das genau das, was du dir als Trainerstab und als Spieler erhoffst. Weil wir den Lauf kontrollieren, eröffnen sich überhaupt erst die Möglichkeiten für aggressive Blitz Packages..

Frage 12: Gab es in jener späten Phase Laufspiel-Optionen, und warum habt ihr euch für die gewählten Pass-Spielzüge entschieden?

McCarthy: In dieser Sequenz gab es durchaus Optionen für Laufspielzüge, und das waren klare Entscheidungen. Aber so ist Football. Ich verstehe die Nachbetrachtung und Kritik von außen in solchen Situationen vollkommen, aber es waren solide Calls. Wenn du siehst, wie das Spiel lief und wie der Gegner aufgestellt war, wurden entsprechende Anpassungen vorgenommen. Es waren jedenfalls keine 17 reinen Drop-Back-Pässe in Folge.

Frage 13: Wie wichtig sind persönliche Meilensteine und teaminterne Auszeichnungen für die Atmosphäre und den Zusammenhalt in der Kabine?

McCarthy: Genau darum geht es in einem funktionierenden Locker Room: um das organische Wachsen und neue Beziehungen innerhalb der Truppe. So wirst du als Football-Team besser. Am Ende werden wir an unserer Leistung auf dem Platz gemessen, aber den Spielern das Vertrauen und Gelegenheiten zu geben, ist entscheidend. Ein Beispiel ist Jamel Dean, er war diese Woche Kapitän, liefert dann dieses Big Play ab und holt sich den Game Ball. So etwas hat eine gewaltige Wirkung in der Kabine.

Frage 14: Du trägst als Head Coach und als Play-Caller eine doppelte Verantwortung. Gibt es jemanden oben in der Coaching-Booth, der dir bei Game Clock und Time Management zur Seite steht?

McCarthy: Ja, absolut. Wir haben dafür einen festen, strukturierten Prozess etabliert.

Das ist auch schon das Ende vom McCarthy Monday

Wie immer halten wir euch über die weiteren Entwicklungen über unsere Social-Media-Kanäle, unsere Homepage und den Steelcast auf dem Laufenden.

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