McCarthy Monday Week 6

written by Andre Vilshöver
10 · 13 · 26

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Hallo und herzlich Willkommen zum McCarthy Monday.

Was die Steelers dieses Jahr können, sind Heimspiele. Alle drei Heimspiele hat man in diesem Jahr gewonnen. Und so empfing Mike McCarthy am Victory Monday die Vertreter:innen der Presse im Presseraum des UPMC Rooney Sports Complex. Wie gewohnt ging es sofort in die Q&A Session mit den Fragen der Journalist:innen.

Frage 1: Gibt es Neuigkeiten zu deinen zwei verletzten Receivern und passiert etwas bei Elandon Roberts?

McCarthy: Elandon kommt zurück in das Practice Squad. Beide Receiver stehen uns in dieser Woche nicht zur Verfügung. Das ist mein aktueller Kenntnisstand. Eine Woche oder ein Monat, mehr Informationen liegen mir im Moment nicht vor.

Frage 2: Meinst du bei den Wide Receivern Ben und Roman?

McCarthy: Ja, genau, ich meine Roman Wilson und Ben Skowronek

Frage 3: Seht ihr euch nach Optionen um, seid ihr zufrieden mit Brandon Smith als Anspielstation oder braucht ihr externe Unterstützung?

McCarthy: Diese Gespräche führen wir intern durchgehend. Ich kenne Brandon seit langer Zeit. Er hat sich diese Chance hart erarbeitet. Wir blicken sehr positiv auf seine Entwicklung, er erhält definitiv weitere Einsatzchancen.

Frage 4: Mike, du hast gestern über deine Entscheidung gesprochen, Patrick an die Seitenlinie zu holen. Das war deine Entscheidung, du hast die Spieler vorher nicht gefragt. Hast du während oder nach dem Spiel Feedback von den Spielern dazu bekommen?

McCarthy: Nein, ich habe mit ihnen nicht konkret darüber gesprochen. Die Aufgabenverteilung im Trainerstab umfasst sehr viele Aspekte, das reicht zurück bis in die Preseason. Jeder bringt Erfahrungswerte aus früheren Stationen seiner Karriere mit. Die Kommunikation auf dem Feld bleibt extrem wichtig. Die Kommunikationswege an der Seitenlinie haben gestern bei den Defense-Reihen genau so funktioniert, wie ich mir das vorstelle. Ich habe Spiele selbst aus der Coaching-Box und von der Seitenlinie begleitet. Aus der Box heraus fällt das Play-Calling leichter. Der direkte Austausch mit den Spielern hat für mich immer Vorrang. Wir haben den anderen Weg getestet, aber so wie gestern muss es aus meiner Sicht aussehen.

Frage 5: Du hast anfangs die Vision eines One-Two-Punch mit Rico und Jaylen für die Offense beschrieben. Jaylen steht bei den Scrimmage-Yards aktuell auf Platz drei in der NFL. Wie findest du die Balance, ihn frisch zu halten und Rico Spielanteile zu geben?

McCarthy: Unsere Definitionen des Begriffs One-Two-Punch unterscheiden sich vielleicht. Jaylen fungiert im Moment als unser wichtigster Playmaker, das müssen wir alle klar anerkennen. Er befindet sich in Topform und liefert hervorragende Leistungen ab. Für uns als Trainer und für die Spieler kommt es darauf an, ihn kontinuierlich in aussichtsreiche Positionen zu bringen und daran halten wir fest. Rico war verletzt, sah aber am Freitag und Samstag im Training gut aus. Seine Rückkehr steht kurz bevor. Ich hoffe, wir kontrollieren den Ball künftig länger im Angriff. Gestern standen für uns nur 54 offizielle Spielzüge auf dem Bogen. Wir wollen Werte im hohen Bereich von 60 bis 70 Plays erreichen, um allen Ballträgern ausreichend Möglichkeiten zu bieten.

Frage 6: Mike, warum habt ihr Elandon zurückgeholt?

McCarthy: Seine Arbeit im Training Camp hat mir sehr gut gefallen. Er hat dort einen starken Job abgeliefert, damals hing seine Entlassung mit dem Timing zusammen. Wir wollen uns auf jeder Position verbessern. Sämtliche Kaderbewegungen und Gelegenheiten für Akteure dienen der Weiterentwicklung unseres Teams. Er bringt jede Menge Erfahrung als Veteran mit, hat in seiner Karriere viel erreicht und will Spiele gewinnen. Von solchen Spielern braucht ein Kader so viele wie möglich.

Frage 7: Mike, noch einmal zu deinen Worten eben. Der Spielverlauf bestimmt die Ballkontakte für Jaylen oder jeden anderen Running Back. Gibt es für dich eine Grenze oder Obergrenze für Ballberührungen pro Partie?

McCarthy: Ich lege mich nicht auf starre Zahlen fest. Es kommt stark auf den jeweiligen Gegner und den konkreten Spielverlauf an. Natürlich behalte ich die gesamte Saison im Auge, aber an erster Stelle steht der Sieg am Spieltag. Das bildet die Grundlage für unsere Herangehensweise in dieser Woche. Wir warten den medizinischen Bericht ab, heute treffen viele neue Daten ein. Ich kann meinen 53er-Kader für das Spiel von 48 Mann erst gegen Ende der Woche final planen. Jaylen macht heute einen deutlich besseren physischen Eindruck auf mich als an den letzten beiden Montagen, das stimmt mich sehr positiv. Er bekommt den Ball oft genug, um produktiv zu bleiben und uns Siege zu sichern.

Frage 8: Du hast Brandon Smith erwähnt. Wie bewertest du die Tiefe auf der Receiver Position insgesamt und wie beeinflussen die drei Ausfälle eure Spielvorbereitung für die kommende Woche?

McCarthy: Konkrete Details unseres Gameplans gebe ich nicht preis, aber die generelle Vorbereitung ändert sich kaum. Heute ging es vor allem um die Gestaltung der Trainingswoche, da uns volle sieben Tage zur Verfügung stehen. Die Defense benötigt am Mittwoch und Donnerstag bestimmte Formationen auf dem Trainingsplatz, am Freitag und Samstag dosieren wir die Belastung. Genau dort bemerken wir die dünnere Personaldecke dieser Gruppe als erstes. Für das Auswärtsspiel am Sonntag in Tampa vertraue ich den verbleibenden Spielern auf den Außenbahnen vollkommen.

Frage 9: Mike, wie baut Aaron über die Jahre Vertrauen zu jüngeren Receivern auf und bringt sie auf sein Niveau, besonders in Wochen wie dieser mit neuen Trainingspartnern?

McCarthy: Er nutzt dafür unterschiedliche Wege. Vor fünfzehn oder zwanzig Jahren sah sein Alltag abseits des Feldes noch anders aus. Heute unternimmt er abseits der Teamanlage deutlich mehr mit den jüngeren Spielern, trifft sich mit ihnen zu Meetings und Besprechungen. Er bringt jeden Tag eine enorme Menge an Erfahrung in die Facility ein und spürt die Verantwortung, dieses Wissen weiterzugeben. Er investiert sehr viel Zeit in diese Jungs, besonders in unseren Besprechungen. Nach dem Training halten wir ein gesondertes Signal-Caller-Meeting ab. Diese Struktur habe ich damals in Dallas schätzen gelernt und hier etabliert. Dieses Treffen gehört allein den Spielern. Sie sprechen die Nuancen der Feldkommunikation ab. Sie stehen am Ende auf dem Platz und brauchen eine gemeinsame Sprache und Abstimmung. Das bildet einen festen Baustein unserer Spielvorbereitung.

Frage 10: Wer nimmt an diesem Signal-Caller-Meeting teil, sitzen da Patrick Queen und Aaron zusammen?

McCarthy: Genau, dort kommen die Verantwortlichen aus Offense und Defense zusammen.

Frage 11: Germie Bernard erhielt mehr Spielanteile. Wo siehst du bei ihm die größten Fortschritte seit Saisonbeginn?

McCarthy: Football fällt ihm leicht. Gestern unterliefen ihm ein paar typische Fehler eines Rookies, aber sein Talent liegt offen zutage. Er findet sich exzellent in unserer Offense zurecht. Er beherrscht alle drei Receiver-Positionen und blockt im Laufspiel resolut mit. Seine Entwicklung imponiert mir sehr.

Frage 12: Woran erkennst du, dass jemandem Football leicht fällt, und woran zeigt sich das bei Germie?

McCarthy: Ich messe das an der Umsetzung der einzelnen Prozessschritte. Wir starten im Schulungsraum mit der theoretischen Vermittlung, gehen in den Walkthrough über und testen die Abläufe unter Wettkampfbedingungen. Bei ihm greifen diese Rädchen reibungslos ineinander.

Frage 13: Letzte Woche hast du Fortschritte bei Third and Two bis Third and Six gefordert. Gestern habt ihr vier von sechs dieser Versuche verwandelt. Was habt ihr verändert und wie wollt ihr euch bei Third and Six generell weiter steigern?

McCarthy: Wir müssen uns zwingend in diesen kurzen Distanzen halten. Gegen Man Coverage müssen wir uns steigern, Man-to-Man-Verteidigungen gezielter attackieren und die Abstände bei unseren Routen Konzepten verbessern. Genau diese Punkte haben wir heute detailliert besprochen.

Frage 14: Gestern hieß es, die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Spiel aus letzter Saison gegen die Colts seien die individuellen Duelle gewesen. Welche Dinge aus dem Video Studium konntest du für dieses Spiel übernehmen?

McCarthy: Ich würde es nicht rein auf direkte Matchups reduzieren, wir haben über das gesamte Feld hinweg gute Duelle gesehen. Wir mussten offensiv von keinem Plan abweichen. Die Defense hat das Laufspiel des Gegners konsequent gestoppt, dort haben wir unser Ziel erreicht. Warren hat im Passspiel einige Plays gemacht, darauf waren wir vorbereitet. Es ging darum, die gewünschten Formationen auf das Feld zu bringen, um günstige Matchups zu kreieren. Bis auf vier Holding-Strafen haben wir unsere offensiven Vorgaben gut umgesetzt.

Frage 15: Neben Germie standen gestern sieben Rookies in wichtigen Situationen auf dem Feld. Entwickelt sich diese Gruppe innerhalb dieses erfahrenen Teams nach deinen Vorstellungen?

McCarthy: Wir waren am Draft-Tag sehr begeistert von diesen Spielern. Ich hatte früh das Gefühl, dass wir einen sehr starken Draft-Jahrgang beisammen haben. Diese Rookies erhalten früh signifikante Spielanteile in einem gestandenen Team und erledigen ihre Aufgaben gut. Bei den Special Teams müssen wir zulegen, dort wechseln das Personal und die Abläufe am häufigsten. In der Offensive Line konnten gestern alle fünf Starter erneut gemeinsam auflaufen. Wir haben im Training Camp hart daran gearbeitet, viele Kombinationen zu testen, und dieser Aufwand zahlt sich nun aus.

Frage 16: Ihr habt letzte Woche das Trainingsfenster für DeShon Elliott geöffnet. Wie hat er trainiert und besteht die Chance auf einen Einsatz am Wochenende?

McCarthy: Seine Einsatzchancen hängen von den Trainingseindrücken dieser Woche ab. Er absolviert an den freien Tagen individuelle Einheiten. Morgen legen wir den Plan für den Trainingsstart am Mittwoch fest. Am Mittwoch sehen wir genauer, wie sein Körper die Belastung aufnimmt.

Frage 17: Mike, wie wichtig ist dir die Vielseitigkeit deiner Tight Ends abseits klassischer Aufgaben?

McCarthy: Diese Vielseitigkeit schätze ich extrem, das gilt für alle drei Spieler. Bobby (Robert Tonyan) bringt viel Routine mit. Ein Team spielt schematisch entweder mit einem Running Back, zwei Running Backs oder ganz ohne Running Back. Mit unseren drei Tight Ends decken wir alle drei Varianten ab. Pat und Darnell haben ihren festen Platz gefunden. Sie geben uns Flexibilität, erlauben uns schwere oder weite Aufstellungen und halten unser Playbook stabil, selbst wenn uns ein dritter Wide Receiver fehlt. Genau das erwarte ich von meiner Tight-End-Gruppe.

Frage 18: Aaron und Jalen Ramsey haben betont, dass die besten Teams von den Spielern selbst geführt werden. Wie förderst du als Head Coach ein solches Umfeld?

McCarthy: Das Fundament bilden klare Zuständigkeiten und Erwartungshaltungen. Eine strukturierte Organisation und feste Vorgaben sind unerlässlich. Gleichzeitig müssen die Rahmenbedingungen weit genug gefasst sein, um Raum für unterschiedliche Charaktere zu bieten. Aus dieser Basis heraus entwickelt sich eine gesunde Eigendynamik in der Kabine. Wenn ich als Head Coach jeden Handgriff in der Kabine vorgebe, funktioniert das kurzfristig, greift aber auf lange Sicht nicht. Die Spieler müssen sich gegenseitig in die Pflicht nehmen. Meine Rolle sehe ich in der Regulierung und Steuerung des Programms. Wenn Entscheidungen anstehen, trage ich die Verantwortung. Den Antrieb und die gegenseitige Kontrolle müssen die Profis selbst leben. Wir als Organisation unterstützen und schützen die Kabine bei diesem Prozess bestmöglich.

Frage 19: Einige Receiver berichten von kurzen Regelfragen, mit denen Aaron sie unter der Woche konfrontiert. Wie hilft das den Spielern und speziell den Rookies?

McCarthy: Diese Abfragen schaffen Verbindlichkeit und bieten Anlass, im Detail über Football zu sprechen. Die Receiver vertiefen so den Austausch mit ihrem Quarterback. Unser Wochenplan unterstützt diesen Prozess. Früher in meiner Karriere haben wir Third-Down-Pläne am Donnerstag und die Red Zone am Freitag installiert. Wir schließen Red Zone und Third Down bereits am Donnerstag komplett ab. Die Spieler haben den gesamten Gameplan vor dem Donnerstagabend vorliegen. Wir fordern die Inhalte am Donnerstagabend intensiv ein, damit am Freitagmorgen alle primären Spielzüge sitzen. Freitag und Samstag dienen der reinen Wiederholung des Matchplans. Gestern hatten wir die geringste Anzahl an Stellungsfehlern und verpassten Zuweisungen der gesamten Saison. Dieser Rhythmus gibt den Spielern genau die Zeitfenster, um solche Abfragen und detaillierten Gespräche mit Aaron zu führen.

Frage 20: Musste Aaron bei dir auch schon solche Tests ablegen oder war das Teil der Quarterback-Schule?

McCarthy: Aaron hat diese Testphase hinter sich gelassen. Er hat zwei Jahrzehnte voller solcher Abfragen hinter sich und kennt die Materie in- und auswendig. Er befindet sich in einer hervorragenden Verfassung.

Frage 21: Hilft die Kadertiefe auf den Positionen der Tight Ends und Running Backs dabei, die Ausfälle von drei Wide Receivern zu kompensieren, oder verändert das den Charakter der Offense?

McCarthy: Das knüpft an meine vorherige Aussage an. Wir vermitteln unsere Spielkonzepte schematisch so flexibel, dass wir das gesamte System problemlos mit weniger Receivern auf das Feld bringen können.

Das ist auch schon das Ende vom McCarthy Monday

Wie immer halten wir euch über die weiteren Entwicklungen über unsere Social-Media-Kanäle, unsere Homepage und den Steelcast auf dem Laufenden.

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