Ein freundliches Moin in die Runde und Herzlich Willkommen zum zweiten Victory Monday 2026.
Gestern Abend um 19 Uhr deutscher Zeit trafen die Pittsburgh Steelers im heimischen Acrisure Stadium auf die Cincinnati Bengals.
Spielverlauf
Quarter 1:
Pittsburgh erwischte einen perfekten Start. Bereits der erste Drive führte über 73 Yards zum Touchdown: Aaron Rodgers fand Roman Wilson für 38 Yards in der Endzone. Cincinnati antwortete mit einem 3 Yard Touchdown-Pass auf Ja’Marr Chase, doch die Steelers ließen sich davon nicht beeindrucken.
Der zweite Steelers-Drive ging sogar über 86 Yards und endete mit einem 23-Yard-Touchdown von Ben Skowronek. Damit führte Pittsburgh nach einem offensiv sehr überzeugenden ersten Viertel 14:7. Besonders auffällig: Das Laufspiel funktionierte von Beginn an deutlich besser, und Rodgers bekam mehr Zeit und Möglichkeiten für Big Plays.
Quarter 2:
Cincinnati verkürzte zunächst mit einem 50-Yard-Field-Goal auf 10:14. Pittsburgh antwortete seinerseits mit einem 44-Yard-Field-Goal von Chris Boswell.
Die Steelers hatten zu diesem Zeitpunkt offensiv eigentlich alles unter Kontrolle und hätten mit einer Führung in die Halbzeit gehen können. Dann kam jedoch der erste große Rückschlag, Rodgers’ Pass auf Roman Wilson wurde von Wilson getippt und landete anschließend direkt in den Händen von Bengals Safety Jordan Battle. Cincinnati nutzte den Turnover und kam kurz vor der Halbzeit durch einen 28-Yard-Touchdown von Tee Higgins zum 17:17-Ausgleich. Aus einer möglichen komfortablen Steelers-Führung war damit plötzlich ein komplett offenes Spiel geworden.
Quarter 3:
Cincinnati erwischte den besseren Start und ging durch ein 38-Yard-Field-Goal mit 20:17 in Führung.
Pittsburgh zeigte allerdings genau die Reaktion, die man sich nach dem Rückstand wünschen konnte. Die Offense marschierte über 11 Plays und 79 Yards über das Feld. Rodgers fand schließlich DK Metcalf für einen 6-Yard-Touchdown – 24:20 Steelers.
Das Viertel zeigte sehr deutlich, was sich gegenüber der Vorwoche verändert hatte: Pittsburgh bewegte den Ball wesentlich besser, bekam wichtige Third Downs und konnte insbesondere über Warren immer wieder große Raumgewinne erzielen.
Quarter 4:
Jetzt wurde es dramatisch. Cincinnati ging durch einen 25-Yard-Touchdown von Mike Gesicki erneut mit 27:24 in Führung.
Pittsburgh antwortete zunächst mit einem 36-Yard-Field-Goal von Boswell zum 27:27 Ausgleich. Kurz darauf kam eine der kuriosesten Szenen des Spiels: Jaylen Warren lief 87 Yards, doch der Touchdown wurde wegen einer Holding-Strafe gegen DK Metcalf zurückgenommen, immerhin konvertierte er anschließend einen Pass zum neuen First Down.
Warren bekam kurz darauf erneut den Ball und lief 26 Yards bis an die 6-Yard-Linie. Dann passierte das beinahe Unglaubliche: Warren stolperte kurz vor der Endzone – praktisch über seine eigenen Füße bzw. den Rasen – und vergab damit einen fast sicheren Touchdown. Pittsburgh musste sich anschließend mit einem 33-Yard-Field-Goal begnügen und ging mit 30:27 in Führung.
Cincinnati bekam anschließend noch einmal die Chance, das Spiel zu drehen. Joe Burrow führte die Bengals Richtung Field-Goal-Reichweite. Doch dann kam Derrick Harmon: Mit nur noch 53 Sekunden auf der Uhr sackte er Burrow, schlug ihm den Ball aus der Hand und erzwang den entscheidenden Fumble. Sebastian Joseph-Day sicherte den Ball – und Pittsburgh konnte anschließend abknien.
Gewinner und Verlierer
Gewinner:
Mike McCarthy:
Als Erstes muss hier der alleinige Verlierer der Vorwoche genannt werden. Mike McCarthy konnte endlich eine gute und flüssige Offensive callen. Das macht ihn ganz klar zum Gewinner der Woche.
Max Iheanachor und Brock Hoffman:
Durch die beiden Wechsel auf RT und RG wirkte die Offensive deutlich stärker. Rodgers bekam entschieden mehr Zeit und auch das Laufspiel profitierte enorm. Man muss aber auch Frazier, McCormick und Fautanu nennen, die deutlich stabiler wirkten.
Roman Wilson:
Er zeigte, dass er die Nummer 3 auf WR sein kann, was er nach der Leistung von Bernard in Woche Zwei aber auch zeigen musste.
Ben Skowronek:
Er konnte mit einem TD und einer Fumble Recovery im Special Team beweisen, dass er wichtig für das Team ist.
Darnell Washington:
Er wurde das erste Mal wieder gut ins Passspiel eingebunden und konnte beweisen, dass er nicht nur im Blocking eine echte Waffe darstellt.
Jaylen Warren:
Er konnte zeigen, dass er auch alleine funktionieren kann. Hatte aber auch Glück, denn nach seinem “Stolpern” war es so 🤏🏻 knapp und er wäre der große Verlierer des Spiels gewesen.
Derrick Harmon:
Es war nicht das Spiel der großen Stats für die Edge-Rusher der Steelers. Umso wichtiger, dass der First-Round-Pick aus 2025 im entscheidenden Moment da war und den Sieg sicherte.
Die Special Teams:
Boswell ging jeweils 3/3 bei FGs und PAT’s, zusätzlich gab es den muffed punt, den Pittsburgh sich sicherte und das Roughing The Kicker der Bengals, welches den Drive am Leben hielt. Sie trugen erheblich zum Sieg bei.
Joey Porter Jr.:
Auch wenn Dean, Samuel Jr. und Co. Kein schlechtes Spiel gemacht haben, zeigte die Gesamtleistung dennoch, dass ein CB des Kaliber JPJ in Pittsburgh gebraucht wird, in Spielen gegen Chase, Higgins und Co.
Verlierer:
DK Metcalf:
Er hat es sich zu Herzen genommen, seine Hände mehr einzusetzen und das war gut. Er sollte es aber auf Ball- und nicht Gegenspieler festhalten begrenzen. 😉
Roman Wilson:
Ja, ihr lest es richtig. Er ist ein Gewinner und gleichzeitig Verlierer. Mit seinem getippten Ball, der abgefangen wurde, hat er teilweise seine Leistung vorher wieder eingerissen und hätte den Steelers fast das Spiel gekostet. Dank der Aktion gab es anstatt einer 10-14 Punkte Führung einen Gleichstand zur Halbzeit.
Kommunikation:
Zwischen Aaron Rodgers und der Seitenlinie, hapert es an der Kommunikation. Mindestens vier der fünf genommenen Timeouts gingen drauf, weil der Spielzug nicht rechtzeitig anlief. Das darf so nicht passieren.
Patrick Graham:
27 Punkte sind keine Schande gegen die Bengals, vor allem wenn man gewinnt, hat man ja bekanntlich immer Recht, ABER mit der Bestbezahltesten Defense muss einfach mehr Druck bei Burrow ankommen und außerdem hat seine Zone Coverage erhebliche Schwächen aufgezeigt, auch wenn man natürlich nicht jede Woche gegen solche Passempfänger spielt.
Besonderheiten:
1477 Tage, ergo 69 Spiele lang, erzielten die Steelers nie mehr als 7 Punkte im ersten Quarter. Gegen Cincinnati endete die Durststrecke mit 14 Punkten im ersten Viertel. Diese “Durststrecke” begann in der Saison 2022, damals ebenfalls gegen die Bengals gelang Pittsburgh dies zuletzt.
Die Steelers tauschten mit RG Brock Hoffman und RT Max Iheanachor ihre komplette rechte Offensive Line Seite vor dem Spiel. Das gibt es in der NFL eher selten und vor allem selten ist es so von Erfolg gekrönt.
Der „Turf Monster“-Moment: Warren war auf dem Weg zu einem praktisch sicheren Touchdown und stolperte völlig unberührt an der 6-Yard-Linie. Aaron Rodgers nahm es danach mit Humor und scherzte, Warren habe sich an diesem Tag häufiger selbst zu Fall gebracht als der erste Verteidiger.
Rund um das Spiel wurde die Hall of Honor Class of 2026 geehrt: Kevin Colbert, J.T. Thomas und Craig Wolfley wurden zur Halbzeit offiziell gefeiert.
Das letzte Regular-Season-Spiel, in dem Pittsburgh nur einen einzigen Punt hatte, war am 14. Januar 2024 gegen Seattle – beim 30:23-Sieg. Pressley Harvin III musste dabei genau einmal punten, für 46 Yards.
Fazit:
Die Steelers zeigten gegen die Bengals endlich das offensive Gesicht, das man sich nach den ersten beiden Wochen erhofft hatte. 30 Punkte und 411 Yards sprechen eine deutliche Sprache, dazu funktionierte das Zusammenspiel zwischen Aaron Rodgers und seinen Receivern wesentlich besser. Besonders das Laufspiel mit Jaylen Warren gab der Offense eine neue Dimension. Der Wechsel auf der rechten Seite der Offensive Line scheint deutlich Wirkung gezeigt zu haben. Pittsburgh spielte wesentlich dynamischer und musste über das gesamte Spiel nur einmal punten. Diese Performance heißt es, Offensiv natürlich zu bestätigen.
Trotzdem war es keineswegs ein souveräner Auftritt. Die getippte Interception von Roman Wilson, das zurückgenommene 87-Yard-Play von Warren und vor allem dessen Stolperer kurz vor der Endzone hätten Pittsburgh beinahe den Sieg gekostet. Am Ende musste die Defense mit Derrick Harmons Strip-Sack kurz vor Schluss den Deckel draufmachen. Unterm Strich war es ein wichtiger Schritt nach vorne: Die Offense war deutlich verbessert, aber Pittsburgh muss die eigenen Fehler noch reduzieren, wenn man in solch engen Spielen künftig weniger Nervenkitzel haben will.




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