Die Steelers sind am Freitagmorgen in Paris für ihr diesjähriges Europaspiel angekommen – und bisher hätte es chaotischer nicht laufen können. Schlechtes Wetter, abgesagte Trainingseinheiten und viel Ungewissheit rund um die Proteste in der französischen Hauptstadt sind sicherlich nicht das, was sich die NFL für ihr erstes Spiel dort erhofft hatte. Von den meisten Einschränkungen werden die Teams glücklicherweise nicht allzu viel mitbekommen. Europa-typisch beginnt das Spiel auch schon früher als gewohnt. Kick-off im Stade de France ist um 14:30 Uhr deutscher Winterzeit (Zeitumstellung beachten!).
Auf einen Blick

Injury Reports
Die Steelers mussten die Trainingseinheit am Freitag wetterbedingt absagen und trainieren dafür am heutigen Samstag. Die Trainingsbeteiligung für Freitag ist daher nur geschätzt, der Gamestatus gilt aber. Das Receiver-Corps erholte sich bisher nicht. Ben Skowronek (Wade) ist weiterhin “out” und Roman Wilson sitzt inzwischen auf IR. Die Steelers werden vermutlich wieder Brandon Smith und Brandon Johnson vom Practice Squad hochziehen. Auch Cornerback Brandin Echols wird aufgrund einer Oberschenkelverletzung nicht spielen, was zwangsläufig zu weniger Tiefe gegen Olave und die WR3 der Saints führt. Rico Dowdle (Knie), der letzte Woche einige Snaps gegen die Bucs hatte, trainierte nur eingeschränkt und ist fraglich. Als positive Nachricht ist zu vermelden, dass Safety DeShon Elliott vermutlich wieder mit dabei ist. Er steht offiziell immer noch auf der IR-Liste, hat aber voll trainiert und könnte am Sonntag spielen. Die Entlassung von Safety Rayshawn Jenkins unter der Woche untermauert diese Vermutung.
Die Saints haben keinen Spieler direkt als „out“ deklariert. Guard Cesar Ruiz trainierte allerdings weder am Mittwoch noch am Donnerstag und wurde für Freitag als „limitiert“ geschätzt. Sein Ersatz wäre vermutlich Rookie Jeremiah Wright. Hinzu kommt Defensive Tackle Nathan Shepherd, der krankheitsbedingt für Freitag als nicht am Training teilnehmend eingetragen wurde. Sollte er spielen, wird er also vermutlich angeschlagen sein. Das ist ein weiterer Rückschlag für die ohnehin schwache Run-Defense. Quarterback Tyler Shough wird am Sonntag mit zwei gebrochenen Knochen in der linken (Nicht-Wurf-)Hand spielen. Er trainierte voll mit und erhielt keinen Game-Status. Die Einschränkung durch die Verletzung zeigt sich ironischerweise weniger beim Passspiel als beim Laufspiel, da er den Ball mit der für ihn ungewohnten Hand an den Back übergeben muss.
Der Gegner in Zahlen
Die Saints haben bisher zwei Siege und vier Niederlagen auf dem Konto, konnten allerdings noch kein Heimspiel gewinnen. Ihre Schwachstelle ist dabei vor allem die Defense. Das zeigt sich unter anderem in 29,7 zugelassenen Punkten pro Spiel (Rang 31) und einer 3rd-Down-Effizienz von 45 % (Rang 27). Die Saints spielen bei 56 % der gegnerischen Dropbacks Cover 3, mehr als jedes andere Team. Das bringt einen zusätzlichen Mann gegen den Lauf an die Line. Trotzdem stehen die Saints bei 138 Rush Yards pro Spiel (Rang 30) und nach defensivem Run-DVOA sogar auf Rang 32, was weniger für ein schematisches Problem als für mangelnde Gap- und Tackle-Disziplin spricht. Die Run-Offense der Steelers steht übrigens nach DVOA auf Rang 2. Allerdings ist Rodgers beim Pass notorisch schlecht gegen diese Coverage. Laut Next Gen Stats liegt seine Erfolgsrate gegen Cover 3 bei nur 33 % (drittschlechtester Wert der Liga unter den qualifizierten Quarterbacks). Gegen andere Zone-Coverages ist er bei 53 % der Plays erfolgreich. Als Antwort könnten die Steelers mehr mit beiden Tight Ends auflaufen. Gegen 12-Personnel spielen die Saints nämlich zu 75 % Two-High.
Über die Saints
Die Saison 2025 endete für die New Orleans Saints mit einer Bilanz von 6-11. Spencer Rattler kassierte sieben Niederlagen, dann übernahm Shough und brachte es auf eine Bilanz von 5:4.
Trotzdem setzten die Saints auf Kontinuität und behielten den Head Coach und die Koordinatoren. Die erhoffte Stabilität zeigte sich im Jahr 2026 allerdings nicht. Die Offense ist in Ordnung, defensiv ging es dafür ein gutes Stück bergab: In der Vorsaison stand man noch auf Rang 9 nach Total Defense. In der vergangenen Woche konnte das Team die Serie von drei Niederlagen in Folge gegen die Giants beenden, verspielte dabei aber fast noch eine 24-Punkte-Führung.
Achtet auf…
…Jaylen Warren:
Die Saints haben eine der schlechtesten Run-Defenses der Liga, während das Laufspiel der Steelers endlich einmal gut funktioniert. Dazu kommt noch das angekündigte, schlechte Wetter. Pittsburgh wird vermutlich stark auf den Lauf als Basis des Gameplans setzen.
…Chris Olave:
Der Receiver steht mit 580 Receiving Yards auf Platz 2 der Liga, kam in den vergangenen zwei Spielen aber nur auf 46 bzw. 43 Yards. Man kann Olave also stoppen, oder er schenkt einem 150 Yards ein. Einen Mittelweg scheint es bei ihm nicht zu geben.
…das Kurzpassspiel:
Die Steelers werfen gerne kurze Pässe auf ihre Receiver und Running Backs. Im Schnitt sind es 5,9 Yards auf die Receiver und 8,8 Yards auf die Tight Ends. Gegen das schwache Tackling der Saints können Big Plays aber auch nach dem Catch entstehen.
…Chase Young:
Der Edge Rusher kommt auf 25 Pressures und 5,5 Sacks. Nur Will Anderson und Greg Rousseau haben in der laufenden Saison mehr. Sein Duell gegen Troy Fautanu an der Blind Side wird sich entscheidend auf das Passspiel der Steelers auswirken.
Erwartungen an das Spiel
viel für die Steelers. Gerade das Laufspiel dürfte einen großen Einfluss haben. Auf der anderen Seite trifft allerdings auch eine schwache Secondary auf Chris Olave und Co. Auch Tyler Shough wird ein wichtiger Faktor für den Spielausgang sein. Er ist besonders in der Red Zone stark, produziert aber auch einige Turnover und spielt verletzt. Im Endeffekt sehen die Buchmacher die Steelers daher nur als leichten Favoriten.
SNG-Tipp: Steelers gewinnen 27-14




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