Bisher haben sich die Steelers kaum mit Ruhm bekleckert. Ein Sieg gegen einen 3rd String QB (Falcons Cooper Rush) und ein Spiel, bei dem die Offense 3 Punkte aufs Board brachte, stehen bisher in den Büchern. Und jetzt steht das erste Divisionderby an. Die Cincinnati Bengals kommen heute nach Pittsburgh ins Acrisure Stadium. Das Spiel startet um 19:00 Uhr deutscher Zeit.
Auf einen Blick

Injury Reports
Joey Porter Jr. steht erneut ohne komplette Trainingsteilnahme auf dem Report. Diesmal mit “Konditionierung”. Mit einem Einsatz wird man vermutlich erneut nicht rechnen dürfen. Dafür spricht auch, dass das Team Cornerback Slaughter wieder vom Practice Squad hochgezogen hat. Sein Ersatz ist Jamel Dean, der allerdings selbst mit einer Knöchelverletzung auf dem Report geführt wird und dessen Einsatz nicht sicher ist. Definitiv out ist daneben Running Back Rico Dowdle (Zeh). Problematisch ist, dass auch Jaylen Warren mit einer Schulterverletzung als fraglich gilt. Die Steelers reagierten, indem sie mit Travis Homer und Lew Nichols gleich zwei Running Backs in den aktiven Kader hochzogen. WR Michael Pittman könnte mit seiner Fußverletzung bereits das zweite Spiel in Folge verpassen. Backup Guard Gennings Dunker (Knie) wurde nach einer Trainingsverletzung am Donnerstag zunächst auf Out und anschließend auf IR gesetzt.
Den Gegner hat es weniger schwer getroffen. Wide Receiver Andrei Iosivas (Daumen) trainierte die ganze Woche nicht und sitzt inzwischen auf IR. Das Duo aus Ja’Marr Chase und Tee Higgins bleibt dem Team aber erhalten. Daneben steht Backup Defensive Lineman B.J. Hill (Achillessehne) auf dem Report und wird vermutlich nicht spielen.
Der Gegner in Zahlen
Gerade offensiv sind die Bengals das klar bessere Team. Sie produzierten bisher 26,5 Punkte und 309 Yards pro Spiel. Joe Burrow kommt diese Saison auf 45 Completions für 461 Yards und 3 Touchdowns. Ihm fehlen weitere 34 Completions bis zur 2.000er Marke. Gelingt ihm das gegen die Steelers, wäre er damit der schnellste Spieler der NFL-Geschichte. Gerade in der Redzone ist er brandgefährlich. Sein Quarterback-Rating liegt hier bei 99,9.
Doch auch die verbesserte Defense muss sich dieses Jahr nicht verstecken. Die Bengals Line steht mit 8 Sacks derzeit an der Ligaspitze und ließ im Schnitt nur 74,5 Rush Yards zu. Die 6 zugelassenen Punkte gegen Houston waren der beste Wert des Teams unter Head Coach Zac Taylor und gegen Tampa Bay provozierten sie in drei aufeinanderfolgenden Drives Fumbles. Schwachstelle ist bisher die Pass-Defense. In zwei Spielen ließ sie 507 Yards durch die Luft zu und erzielte noch keine Interception.
Über die Bengals
Nach einer 6-11 Saison und der dritten in Folge ohne Playoffs, gab es nur wenig Konsequenzen. Der schlechte Record war auch eine Folge der Verletzung Burrows, der 9 Spiele mit einem “Turf Toe” ausfiel. Der Coaching-Staff, inklusive aller 24 Assistenten, blieb komplett im Amt. Defensiv wurden allerdings einige Positionen neu besetzt. Die Bengals setzen also auf Kontinuität statt Umbau.
Größte Offseason-Story war wohl Edge Rusher Trey Hendrickson, der nach der Nicht-Verpflichtung von Maxx Crosby nach Baltimore wechselte. Für ihn kam Boye Mafe von den Seahawks. Außerdem verzichteten die Bengals auf ihren diesjährigen 1st Round Pick im Draft und erhielten von den Giants dafür Defensive Lineman Dexter Lawrence. Bisher scheint sich der Zug ausgezahlt zu haben. Die Bengals produzieren defensiv gute Pressure- und Sack-Zahlen und haben endlich eine Run Defense, die ihren Namen auch verdient.
Schematisch setzt Coach Taylor natürlich weiterhin auf das Pass Trio Burrow-Chase-Higgins. Zusammen kommen sie auf 241 Yards und 2 Touchdowns. Higgins erzielt diese Saison im Schnitt über 19 Yards pro Catch. Dazu kommen Tight End Mike Gesicki und Running Back Chase Brown. Defensiv bleibt alles bei der bewährten 4-2 Nickel Front, in der Lawrence als Nose Tackle nun allerdings eine prominente Rolle einnimmt. Die Steelers Line bekommt so ihre erste richtige Aufgabe und Rodgers war schon in den vergangenen zwei Spielen alles andere als souverän unter Druck.
Achtet auf…
…Dexter Lawrence:
Der Nose Tackle erfüllt seinen Trade-Wert bisher komplett. 8 Pressures sammelte er über die bisherigen zwei Spieltage. Er ist flexibel einsetzbar, dürfte sich gegen die Steelers O-Line aber vermutlich Duelle auf der schwachen rechten Seite aussuchen.
…T.J. Watt:
Auf seinem Stammplatz auf der linken Seite wartet diese Woche Amarius Mims, der bisher noch keine Pressure zuließ. Seit dieser Saison rotieren unsere Edge Rusher aber auch über beide Seiten. Gut möglich, dass man Watt das günstigere Duell über Orlando Brown gibt. Der stand 2025 auf Platz 3 der Liste mit den meisten zugelassenen Sacks.
…die Bengals Receiver:
Ohne Porter und mit einem angeschlagenen Dean dürften Chase und Higgins keine allzu schwere Aufgabe vor der Brust haben. Bekommen die Steelers das Passspiel nicht einigermaßen unter Kontrolle, kann Burrow sein Spiel einfach durchziehen und es wird ein langer Abend.
…Chase Brown:
Die Steelers Run Defense ist bisher nicht gut und wird wegen des starken Passspiels der Bengals nur wenig Hilfe bekommen. Der Running Back könnte davon profitieren, wenn sich die Defense darauf konzentrieren muss, nicht in der Luft geschlagen zu werden.
Erwartungen an das Spiel
Die Bengals bringen eine explosive Offense nach Pittsburgh und die Steelers werden sich nicht auf die Defense allein verlassen können. Auch das Laufspiel wird ohne Dowdle und potentiell ohne Warren gegen Lawrence kein besonders großer Faktor sein. Rodgers muss also die Bälle an seine Receiver bekommen. Auch die Coaches müssen nachlegen. Bleibt die 3rd Down Quote so niedrig, enden die Drives auch gegen Cincinnati schnell. Eine Chance könnten aber erneut defensive Big Plays sein. Die Edge Rusher können über Brown Druck generieren und Burrow die tiefen Bälle wegnehmen.
SNG-Tipp: Steelers verlieren 10-28




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