Review Week 7 @ Saints

written by Oliver Niesmann
10 · 26 · 26

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Ein freundliches Moin in die Runde und Bienvenue zum fünften Victory Monday 2026. 

Um 14:30 Uhr deutscher Zeit trafen die Pittsburgh Steelers im Stade de France, Paris beim ersten International Game in Frankreich auf die New Orleans Saints. 

Spielverlauf

Quarter 1:

Die Steelers starteten gut in das erste Spiel in Paris. Jaylen Warren sorgte mit kraftvollen Läufen früh für Raumgewinn und brachte Pittsburgh in aussichtsreiche Feldposition. Die Offense bewegte den Ball ordentlich, kam in der Red Zone aber nicht zum Touchdown.

So musste Chris Boswell aus 28 Yards übernehmen. Sein Field Goal zum 3:0 war zugleich der erste erfolgreiche Punktgewinn in einem regulären NFL-Spiel auf französischem Boden.

Die Saints kamen in ihrem ersten Drive über zwei wichtige Third-Down-Conversions bis in Richtung Mittellinie. Ein Pass von Tyler Shough auf Chris Olave bei Third-and-15 brachte jedoch nicht den benötigten Raumgewinn; Pittsburgh konnte den Angriff stoppen. Auch im weiteren Verlauf blieb die Steelers-Defense stabil. Nach dem ersten Viertel führte Pittsburgh 3:0. 

Quarter 2:

Die Steelers antworteten mit ihrem besten Angriff der ersten Hälfte. Der Höhepunkt war ein 51-Yard-Pass von Aaron Rodgers auf D. K. Metcalf, der Pittsburgh unmittelbar an die Endzone brachte. Rodgers fand danach Tight End Darnell Washington mit einem 4-Yard-Touchdown-Pass. Washington setzte sich dabei gegen den deutlich kleineren Cornerback Kool-Aid McKinstry durch. Mit Boswells Extrapunkt stand es 10:3.

Die Saints schlugen zurück: Nach einem langen Drive entschied sich New Orleans bei Fourth-and-Goal für einen Pass. Shough fand Devaughn Vele mit einem 1-Yard-Touchdown-Pass zum 10:10-Ausgleich.

Pittsburgh bekam vor der Pause noch einmal den Ball und arbeitete sich trotz wenig verbleibender Zeit in Field-Goal-Reichweite. Boswell musste sich beeilen, doch sein 47-Yard-Field-Goal mit auslaufender Uhr war erfolgreich. Die Steelers gingen mit einer 13:10-Führung in die Halbzeit. 

Quarter 3:

New Orleans eröffnete die zweite Hälfte mit einem langen, geduldigen Drive. Über 13 Spielzüge und 65 Yards arbeiteten sich die Saints bis an Pittsburghs 10-Yard-Linie. Der Angriff hatte bereits mehr als sieben Minuten von der Uhr genommen, doch dann kam der entscheidende defensive Moment: Linebacker Payton Wilson las Shoughs Pass in Richtung Chris Olave, sprang in den Pass und fing den Ball in der Red Zone ab. Wilson retournierte die Interception 18 Yards bis zur Pittsburgher 29-Yard-Linie. Aus einer hervorragenden Scoring-Chance für New Orleans wurde damit ein Ballbesitz für die Steelers.

Pittsburgh nutzte den Turnover zumindest teilweise. Die Offense bewegte den Ball über das Feld, wurde aber kurz vor der Red Zone durch einen Sack von Rodgers zurückgeworfen. Boswell verwandelte anschließend aus 39 Yards und erhöhte auf 16:10.

Das dritte Viertel endete ohne weitere Punkte. Wilsons Interception war aber der entscheidende Wendepunkt: Die Saints hatten einen langen Drive investiert und gingen trotzdem leer aus.

Quarter 4:

Im Schlussviertel blieb das Spiel eng. New Orleans bewegte den Ball erneut bis in Pittsburghs Hälfte, doch die Steelers-Defense machte den Angriff zunehmend schwieriger. Eine False-Start-Strafe brachte die Saints bei einem wichtigen dritten Versuch zusätzlich aus dem Rhythmus. So musste Daniel Carlson aus 52 Yards antreten – sein Kick verfehlte das Ziel rechts. Pittsburgh behielt die 16:10-Führung.

Die Steelers konnten den folgenden Ballbesitz zunächst nicht lange halten und punteten zurück zu den Saints. Die Saints hatten noch einmal die Chance, das Spiel zu drehen, doch Patrick Queen sackte Shough bei einem entscheidenden dritten Versuch. Damit wechselte der Ball mit noch 5:52 Minuten zurück an Pittsburgh.

Nun ging es darum, die Uhr herunterzuspielen. Jaylen Warren und Rico Dowdle halfen mit Läufen, und Rodgers sorgte selbst für den entscheidenden Raumgewinn: Bei Third-and-6 lief der 42-Jährige aus der Pocket und holte acht Yards – genug für ein neues First Down und bis zur Two-Minute-Warning.

Besonders kurios wurde es beim nächsten wichtigen Versuch: Pittsburgh bereitete ein 37-Yard-Field-Goal vor, das den Vorsprung auf zwei Scores erhöht hätte. Die Saints begingen jedoch ein Offside. Statt den erfolgreichen Field-Goal-Versuch zu zählen, nahm Pittsburgh das Geschenk an und behielt den Ball mit einem neuen First Down. So konnten die Steelers die restliche Zeit kontrollieren und den Sieg ohne weitere Punkte sichern.

Gewinner und Verlierer

Gewinner:

  • Run Game: Das Run Game der Steelers war stark. Ein gutes Zusammenspiel aus O-Line (besonders Frazier), Warren und Dowdle, wo ich niemanden explizit herausheben möchte, da alle ihren Anteil haben. 
  • Aaron Rodgers: Er holte in einem wichtigen dritten Versuch das First Down mit seinen Beinen. Außerdem war sein langer Pass auf Metcalf stark. Es war nicht alles gut, aber es war gut genug in den entscheidenden Situationen.
  • Die Run Defense: Gerade Keanu Benton möchte ich positiv erwähnen. Als Nose-Tackle musst du viel dreckige Arbeit erledigen, die selten gewürdigt wird. 
  • Payton Wilson: Mit der Interception und einem starken Tackle for loss, war er ein wichtiger Faktor in der Defensive. 
  • Chris Boswell: Nach zuletzt schwächelnden Leistungen war er heute bei 100% und trug damit entscheidend zum Sieg bei. 

Verlierer:

  • Troy Fautanu: Die beiden Sacks durch Chase Young gingen klar auf seine Kappe. 
  • Das Passspiel: Zu selten schaffen die Steelers es kontinuierlich, den Ball durch die Luft zu bewegen. 
  • Die Passverteidigung: Die Defensiv Backs der Steelers sind zu oft zu weit weg, was natürlich auch mit der Zone Coverage zu tun hat. 
  • Kick off Coverage: Hier hat Pittsburgh weiterhin viel Arbeit vor sich, die Probleme sind bekannt. 
  • Third Downs: Die Steelers schaffen es zu selten, Third-downs zu verteidigen. Gleichzeitig lässt Pittsburgh 14 ihrer 22 Sacks bei Third-Downs zu und muss dadurch zu oft den Ball wieder abgeben. 
  • Coaching: Wir reden seit Wochen über die gleichen Themen: Third-Down, Passverteidigung und Kick Off-Coverage. Ein gutes Coaching Team muss Fehler abstellen bzw angehen können und das scheint nicht der Fall zu sein. 

Besonderheiten:

  • Aaron Rodgers hatte mehr Rushing Yards als jeder Spieler der Saints, ihre RBs eingenommen. 
  • Die Quarterbacks der Steelers und ihr Coach Tom Arth liefen in das Stadion im Peaky Blinders Outfit. 
  • Viele Steelers Fans aus Deutschland waren vor Ort und die Situation rund um die Proteste in der Stadt waren allgegenwärtig, auch in der medialen Berichterstattung. So etwas kennt man eigentlich nicht von Spielen, wenn sie in Amerika stattfinden. 
  • Ein Wochenende voller Highlights in Paris, natürlich durfte eine Hail-Mary über die Seine und die Nachstellung des Santonio Holmes Super Bowl Touchdown vor dem Eiffelturm nicht fehlen. 

Fazit: Ein Arbeitssieg auf internationaler Bühne

Die Pittsburgh Steelers nehmen aus Paris einen wichtigen 16:10-Sieg gegen die New Orleans Saints mit. Doch es war ein Erfolg, den man definitiv als Arbeitssieg bezeichnen darf. Vieles lief noch ruckelig, die Offense fand nur phasenweise ihren Rhythmus und aus den eigenen Möglichkeiten wurde zu wenig gemacht. Zwar konnte Pittsburgh mit dem Laufspiel um Jaylen Warren immer wieder Raumgewinn erzielen, doch in der Red Zone fehlte die Konsequenz. Ein Touchdown und drei Field Goals waren am Ende genug, um die Saints zu schlagen – gegen stärkere Gegner wird diese offensive Ausbeute aber kaum ausreichen.

Positiv ist, dass die Defense in den entscheidenden Momenten geliefert hat. Payton Wilsons Interception verhinderte einen möglichen Führungswechsel, Patrick Queen sorgte mit seinem Sack für einen wichtigen Stopp und Chris Boswell verwandelte zuverlässig seine Field Goals. Auch Aaron Rodgers zeigte mit seinem Touchdown-Pass auf Darnell Washington und dem entscheidenden Lauf im Schlussviertel, dass er in wichtigen Situationen noch immer den Unterschied machen kann. Trotzdem darf der knappe Sieg nicht darüber hinwegtäuschen, dass Pittsburgh offensiv zu inkonstant war und sich über weite Strecken auf die Defense verlassen musste.

In ein paar Wochen gegen die Topteams der NFL muss deutlich mehr kommen. Die Steelers müssen ihre Drives konsequenter abschließen, im Passspiel konstanter werden und dürfen sich nicht darauf verlassen, dass die Defense jeden Fehler ausbügelt. Gegen New Orleans hat es gereicht, weil Pittsburgh die entscheidenden Momente für sich entschieden hat. Gegen die Spitzenteams werden solche Schwankungen und die fehlende offensive Durchschlagskraft deutlich schwerer zu kompensieren sein. Der Sieg in Paris ist wichtig für die Bilanz – spielerisch bleibt aber noch einiges zu tun.

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