Mike McCarthy stand der Presse im Presseraum des UPMC Rooney Sports Complex nach der verdienten Niederlage bei den New England Patriots wie gewohnt Rede und Antwort. Die Vertreter:innen der Presse waren natürlich auch in dieser Woche am Joey Porter Thema interessiert. Aber auch die Probleme in der Offense, die Drops der Receiver und die Arbeit / Kritik von Aaron Rodgers in Vorbereitung auf die Bengals waren Themen in dieser Woche
Frage 1: Coach, was hast du auf dem Video gesehen, was dir gefallen oder missfiel?
McCarthy: Auf dem Tape kann man immer gute Aktionen sehen, das gilt auch nach Niederlagen. Die Dinge laufen meistens nicht so schlecht oder so gut, wie du denkst. Wir müssen das intern aufarbeiten. Die mentale Vorbereitung war nicht so sauber wie in der Vorwoche, darauf legen wir den Fokus. Bei den Special Teams haben wir uns verbessert. Gerade im Return Game waren wir nah dran und die Coverage Units haben bei den vielen Punts gute Arbeit geleistet. Defensiv haben wir wenig Punkte zugelassen. Der Gegner hatte wenige Big Plays gegen uns. An der Line of Scrimmage haben wir das Spiel bestimmt. Das war unser Ziel. In der Offense gibt es viel zu tun. Wir investieren viel Zeit in den Start und erwarten dort mehr Ertrag. Wir hatten zwei Wochen in Folge zu viele Punts bei Third Down. Diese Fehler müssen wir abstellen. Wir hatten meist machbare Third Downs und haben sie nicht verwandelt. Wir müssen an der Pass Protection und gegen Man Coverage arbeiten.
Frage 2: Mike, du hast nach dem Spiel gesagt, dass du hart mit dir selbst ins Gericht gegangen bist wegen der Trainingsbelastung für die Jungs. Du hättest am Mittwoch und Donnerstag sehen müssen, dass das Pensum zu hoch war. Kannst du uns die Zusammenhänge erklären?
McCarthy: Auf jeden Fall. Direkt nach dem Abpfiff zeige ich Emotionen, das ist völlig legitim. Ich habe dir damals eine ehrliche Antwort auf deine Frage gegeben, die Prise Ironie gehörte dazu. Was die Belastung angeht, macht Joey Porter Jr. Fortschritte. Ich habe kurz vor dieser Pressekonferenz mit unserem Athletiktrainer gesprochen. Wir erarbeiten einen klaren Trainingsplan für ihn.
Frage 3: Mike, die Bengals haben ihre Defense mit Dexter Lawrence verstärkt, den du aus deiner Zeit aus Dallas gut kennst. Welche Erkenntnisse hast du, um ihn zu stoppen?
McCarthy: Er ist eine große Herausforderung. Dexter verlangt dir jede Woche Respekt ab. Wir hatten harte Duelle gegen ihn bei den New York Giants. Er ist ein exzellenter Spieler und wir bereiten uns intensiv auf ihn vor.
Frage 4: Wenn du die Defense auf Higgins und Chase vorbereitest, brauchst du zwei unterschiedliche Ansätze, je nachdem ob Joe Burrow spielt?
McCarthy: Wir planen frühzeitig. Unsere Leute analysieren den nächsten Gegner ab Donnerstagabend und Freitag. Um 16 Uhr beginnen unsere Meetings. Das ist eine herausragende Offense. Es ist ein Divisionsduell. Sie haben unsere volle Aufmerksamkeit.
Frage 5: Erwartest du, dass Joey am Sonntag spielt?
McCarthy: Joey gehört am Mittwoch zur Untersuchungsgruppe. Wir sehen am Mittwochmorgen weiter. Aktuell kann ich aber nicht einschätzen, ob er uns am kommenden Sonntag zur Verfügung steht.
Frage 6: Letzte Woche hast du Joey draußen gelassen. Traf diese Woche das Medical Staff die Entscheidung oder war er fit?
McCarthy: Joey hatte im Training Rückenprobleme. Wie gesagt wir untersuchen das und prüfen am Mittwoch, was er im Training machen kann.
Frage 7: Mike, wie hilfst du einem Wide Receiver bei Problemen mit Drops?
McCarthy: Wir reden über die Feinmotorik und deren Weiterentwicklung. Man analysierst das gesamte Training. Wir müssen dem Spieler den Ball früh im Spiel geben, denn unsere Jungs gehören zur Elite. Bei Drops musst du das Selbstvertrauen stärken, dass ist mein Ansatz bei jedem Spieler.
Frage 8: Die Patriots hatten mehrmals freie Pass Rusher gegen die O-Line – liegt das an fehlender Kontinuität und Abstimmung untereinander?
McCarthy: In zwei Situationen war die Protection unsauber. Die Ursache lag in der Technik. Als Coaching Staff haben wir die Spieler nicht ausreichend vorbereitet. Wir brauchen mehr Wiederholungen im Training.
Frage 9: Mike, was hast du aus deiner Zeit mit Aaron darüber gelernt, wie er auf harte Niederlagen reagiert?
McCarthy: Seine Reaktion bereitet mir keine Sorgen. Unsere Devise lautet Protection First. Das haben wir gestern nicht umgesetzt. Unser Quarterback hat zu viele Treffer kassiert. Das ist mein Fokus. Die Protection muss stimmen.
Frage 10: Du hast junge Spieler in der O-Line, die wenig zusammen gespielt haben. Sie beschützen einen künftigen Hall of Famer mit hohen Ansprüchen. Machst du dir Sorgen um ihr Selbstvertrauen?
McCarthy: Das ist Football. Die Jungs verbringen viel Zeit miteinander und Aaron schätzt seine O-Liner sehr. Schon in Green Bay verbrachte er die meiste Zeit mit der Offensive Line. Ich mache mir keine Sorgen, es gibt starke Beziehungen im Team. Die Spieler respektieren ihn und er sorgt sich um jeden Einzelnen. Sie sind jung und haben alles vor sich. Unser Team verbringt viel Zeit abseits des Platzes. Die Defensive Backs und die Linemen gehen da als gutes Beispiel voran. Beim ersten Auswärtsspiel ging die gesamte Defense gemeinsam essen. Das ist hier Tradition; die Gruppe hält eng zusammen und die Stimmung im Locker Room ist stark.
Frage 11: Aaron sagte gestern, dass er mit dir kommunizieren muss, welche Spielzüge funktionieren. Wie läuft diese Kommunikation im Spiel ab?
McCarthy: Wir haben klare Abläufe an der Seitenlinie, ich schaue mir jedes Bild an. Tom bespricht die Bilder mit Aaron und den Quarterbacks. Brian sammelt Informationen von den Trainern. Wir nutzen zwei Funkkanäle für das Run Game und für spezielle Spielsituationen. Wir sprechen das gesamte Spiel über miteinander. Ich erstelle die nächste Serie für das Play Calling. Wir werten die vorherige Serie aus und planen die nächsten Schritte. Aaron und ich treffen uns jeden Donnerstagabend. Wir sprechen über Football und private Themen. Bei meiner Offense geht es darum, den Quarterback erfolgreich zu machen. Unser Quarterback besitzt große Erfahrung. Wir passen die Offense an seine Stärken an.
Frage 12: Wie sieht der Ablauf beim Scripting der ersten Offensiv-Spielzüge aus?
McCarthy: Ganz traditionell. Ich plane die ersten 15 Spielzüge für First und Second Down, dazu kommen Ansagen für spezielle Situationen. Ich gebe den Spielern den Plan für den Start früh an die Hand. Der Beginn des Spiels ändert sich nicht. Früher haben wir das am Samstagabend verteilt. Aus Erfahrung mit jungen Spielern machen wir das jetzt am Freitagmorgen.
Frage 13: Wenn das Run Game früh in der Saison keinen Rhythmus findet, wie findet ihr als Coaching Staff diesen Rhythmus während der laufenden Saison?
McCarthy: Es geht um Konzepte gegen defensive Fronts. Wir müssen unseren Spielern die passende Technik an die Hand geben. Die fünf Spieler der Offensive Line müssen sich einspielen. Bislang hatten sie zu wenig gemeinsame Snaps im Training. Da müssen wir ansetzen.
Frage 14: Siehst du Anzeichen dafür, dass Troy und Mason nach zwei Jahren auf der rechten Seite noch Anpassungsprobleme auf der linken Seite haben?
McCarthy: Nein. Beide haben den Wechsel gut umgesetzt. Die Haltung, die Balance und die Absprache stimmen. Sie haben lange zusammen auf der rechten Seite gespielt. Sie bilden mit Zach eine geschlossene linke Seite. Wir müssen ihnen über das Schema konstante Chancen geben, ihre Duelle zu gewinnen.
Das ist auch schon das Ende vom McCarthy Monday
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