Review Week 17: Pittsburgh Steelers @ Baltimore Ravens 16:13

written by Stefan Janssen
1 · 02 · 23

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harris ravens

Kenny Pickett ist clutch. Zum zweiten Mal in Folge dirigierte er kurz vor Schluss einen Game-Winning-Drive, den er mit einem Touchdown-Pass zum Sieg abschloss. In Woche 16 gegen die Raiders war es ein Pass auf George Pickens, in Woche 17 bei den Baltimore Ravens bediente er Najee Harris – und was für einer. Pickett entwand sich dem Druck eines Gegenspielers und entkam dem Sack, um dann aus vollem Lauf einen perfekt platzierten Ball auf seinen Running Back zu werfen. Ein großartiges Play, das die Playoff-Hoffnungen der Steelers weiter am Leben hält. 

Wie zu erwarten war das Rivalry-Game zwischen den Ravens und Steelers am Sonntagabend in Baltimore kein Leckerbissen nach heutigen Maßstäben, sondern wenn dann eher im klassischen Sinne mit harter Defense und viel Laufspiel. So hatten beide Mannschaften kurz nach Beginn des zweiten Viertels erst jeweils einen Ballbesitz und je ein Field Goal zum Zwischenstand von 3:3 verwandelt. Der Steelers-Drive endete dabei wieder einmal in der Redzone des Gegners. Ansonsten gab es im ersten Durchgang noch einen Punt und ein verschossenes Field Goal von Chris Boswell aus 48 Yards. Unter dem Strich konnte man den Ball bewegen, doch bei zwei der lediglich drei Possessions in Hälfte eins (Kneeldown zur Halbzeit ausgeklammert) war in oder kurz vor der Redzone Schluss. 

Die Defense machte einen soliden Job gegen Baltimores gefährliches Laufspiel, ein negativer Aspekt war aber die Pass-Verteidigung insbesondere gegen Tight End Mark Andrews, der mehrere First Downs erzielen konnte. Dass der Ravens Backup-Quarterback Tyler Huntley, der erneut den verletzten Lamar Jackson ersetzte, Andrews häufig suchen würde, war zu erwarten. Umso ärgerlicher, dass man es oftmals nicht verteidigt bekam. Huntley hatte am Ende 130 Passing-Yards – 100 davon auf Andrews. Trotzdem hätte man Baltimore wohl bei maximal sechs Punkten zur Pause halten können, wenn Cam Heyward nicht Sekunden vor Schluss bei einem gestoppten 3rd&16 tief in der eigenen Hälfte eine Strafe für unnötige Härte nach dem Play bekommen hätte. Eine diskutable, aber nachvollziehbare Entscheidung der Schiedsrichter, die Baltimore an die Sieben-Yard-Linie brachte, von wo aus Huntley per Pass Isaiah Likely zum Touchdown fand. Zur Pause stand es in einem ausgeglichenen Duell somit 10:3 für Baltimore. 

Das dritte Viertel begann mit Ballbesitz Baltimore, wobei der bereits angesprochene Andrews gleich drei lange Pässe von Huntley fing. Trotzdem gelang der Defense in der eigenen Hälfte ein Stopp und die Ravens erzielten lediglich ein weiteres Field Goal durch Justin Tucker zum 13:3. Es sollten die letzten Punkte der Ravens sein, denn die Defense der Steelers wurde jetzt noch stärker und ließ hiernach – es waren noch 9:35 Minuten im dritten Viertel – nur noch zwei weitere First Downs zu. Besonders auffällig in der Defense übrigens: Myles Jack und Devin Bush – eigentlich die Starter als Inside Linebacker – spielten zusammengerechnet lediglich elf Snaps. Die meiste Zeit über standen Robert Spillane (er sogar bei jedem Snap) und Mark Robinson als bessere Run Stopper auf dem Feld. 

Während die Defense also nichts mehr zuließ, legte die Offense zwei Scoring-Drives hin, wobei jedes Mal nur Field Goals heraussprangen. Während das erste aus 51 Yards keiner Diskussion bedurfte, hätte sich mancher statt des zweiten aus 33 Yards zum 9:13 gewünscht, man wäre beim vierten Versuch dafür gegangen. Bei 4th&10 an der Ravens 15 entschied sich Mike Tomlin aber für die sicheren Punkte, auch wenn hier mit einem Touchdown der Ausgleich möglich gewesen wäre. 

Grund dieser Entscheidung war sicher auch die starke Defense, die Baltimore jetzt zweimal nach drei Plays vom Feld schickte (die Steelers punteten zwischendurch ebenfalls), ehe die Offense um Kenny Pickett mit 4:16 Minuten auf der Uhr die Chance auf den Sieg bekam und sie nutzte. Pickett war dabei nicht nur am Ende mit dem Touchdown-Pass auf Harris beeindruckend, sondern zeigte generell einen herausragenden Drive mit unter anderem noch einem 20-Yard-Pass auf Pat Freiermuth und einem über 28 Yards auf Steven Sims. 

Nach dem Touchdown zum 16:13 für Pittsburgh bekamen die Ravens noch einmal den Ball und Huntley schaffte über Mark Andrews sogar noch ein First Down an der eigenen 33. Danach machte Minkah Fitzpatrick aber den Deckel drauf, als er einen Pass über die Mitte abfing. Es war Fitzpatricks sechste Interception in dieser Saison – ein Bestwert in seiner Karriere. 

Fazit: Kenny Pickett ist unser Mann. Wie sehr sich der Rookie über die Saison entwickelt hat, ist wahrlich beeindruckend. Er zeigt inzwischen einen Game-Winning-Drive nach dem anderen und spielt überwiegend so, als wäre er schon lange dabei, während die Rookie-Fehler immer weniger und geringfügiger werden. 

Ebenfalls erfreulich ist das weiter gut funktionierende Laufspiel, das 190 Yards brachte. Najee Harris hatte dabei sein erstes 100-Yard-Spiel in dieser Saison. Die Defense auf der anderen Seite konnte eine gute Rushing-Offense unter Kontrolle halten und die Ravens waren trotz eines gut aufgelegten Mark Andrews nicht in der Lage, entscheidendes durch die Luft zu kreieren. 

So lebt am Ende weiterhin die Playoff-Chance. Am kommenden Sonntag braucht es nun einen eigenen Sieg gegen die Cleveland Browns, während die New England Patriots und die Miami Dolphins verlieren. 

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