Review Week 3: @Cleveland Browns

written by Stefan Janssen
9 · 23 · 22

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Kareem Hunt, Running Back der Cleveland Browns, wird von Myles Jack, Linebacker der Pittsburgh Steelers, angegangen. Foto: David Richard/AP/dpa

Aufgrund eines absurden letzten Spielzuges klingt die 17:29-Niederlage in Cleveland am Ende deutlicher als sie es tatsächlich war. Unter dem Strich bleibt es aber so oder so die zweite Pleite in Folge für die Pittsburgh Steelers. Und weil es diese eben bei den Browns gab, obwohl man nicht das Gefühl hatte, hoffnungslos unterlegen zu sein – sondern hier und da vielleicht sogar einen Schritt nach vorne gemacht zu haben – tut dieser Absturz auf einen Record von nun 1-2 schon ziemlich weh. 

Das Spiel begann mit zwei vielversprechenden Sequenzen der Defense, welche die Browns in ihren ersten beiden Drives jeweils nach fünf Plays wieder vom Feld schickten. Beim zweiten Drive trafen sich zudem Larry Ogunjobi und Alex Highsmith im Backfield der Browns und sackten deren Quarterback Jacoby Brissett. Highsmith gelang später noch ein weiterer Sack, was ihn aktuell mit 4,5 zum Sack-Leader der NFL macht. 

Die Steelers-Offense brachte allerdings auch nicht viel zustande! Zunächst gab es einen Punt und später verschoss Chris Boswell unter schwierigen Windbedingungen ein Field Goal aus 49 Yards. Die ersten Punkte gelangen schließlich Cleveland, als die Gastgeber ihren Rhythmus gefunden hatten und Nick Chubb unter anderem für 36 Yards gelaufen war. Am Ende fand Brissett den völlig freien Amari Cooper in der Endzone. 

Die Führung hatte aber nicht lange Bestand. Nach dem Touchdown der Browns kam nämlich auch die Offense der Steelers endlich einmal ins Rollen, maßgeblich getragen vom Rookie Running Back, Jaylen Warren, der mehrere starke Runs hinlegte. Doch auch Mitch Trubisky verteilte den Ball gut mit dem absoluten Highlight-Play des Abends: Bei einem 36-Yard-Pass zeigte George Pickens einen unglaublichen Catch, der stark an Odell Beckham Jr. aus dem Jahre 2014 erinnerte und die Qualitäten des Rookies eindrucksvoll unter Beweis stellte. Letztlich lief Najee Harris aus fünf Yards in die Endzone und Chris Boswell verwandelte den Point after Touchdown (PAT) zum 7:7. 

Der Monster Catch von Pickens im Video auf Twitter: Klick It

Bis zur Pause entwickelte sich die Partie zu einem offenen Schlagabtausch, denn Cleveland antwortete wiederum und legte einen weiteren Touchdown auf. Die Browns-Offense spielte sehr ausgewogen und Brissetts Pässe, mit denen er die Zone-Coverage der Steelers teilweise sehr schlecht aussehen ließ, sowie das Laufspiel von Nick Chubb und Kareem Hunt führten letztlich zum Touchdown-Pass von Brissett auf Tight End David Njoku aus sieben Yards Entfernung. 

In die Halbzeit gingen allerdings die Steelers mit einer Führung, da Browns-Kicker Cade York den PAT verschossen hatte und Trubisky kurz vor der Pause einen weiteren Touchdown-Drive orchestrierte. Der Quarterback lief dabei selbst aus einem Yard in die Endzone. Clevelands Antwort wurde per Turnover on Downs gestoppt und die Steelers kamen sogar nochmal an den Ball. Der klägliche Versuch, kurz vor der Halbzeit weitere Punkte zu machen, sollte aber ein Vorbote für das gewesen sein, was offensiv in Hälfte zwei passierte.

Hier klappte nämlich nicht mehr viel! Der erste Drive ging zwar über 14 Plays, blieb am Ende aber nach einer Strafe im Mittelfeld hängen und endete in einem Punt – genau so wie auch die folgenden drei Drives, wobei die Offense dabei sogar jeweils 3&Out ging. Cleveland legte derweil zwei längere Drives hin mit einem Field Goal und einem Touchdown-Run von Chubb, um auf 23:14 davonzuziehen. Danach konnte die Steelers-Defense zwar noch für drei Punts der Gastgeber sorgen, doch mehr als ein Field Goal mit weniger als zwei Minuten auf der Uhr brachte die Offense nicht mehr auf die Anzeigetafel. 

Wobei – für ein „Highlight“ sorgte sie dann doch noch:
Mit neun Sekunden auf der Uhr bekam sie den Ball nochmal an der eigenen Vier-Yard-Linie. Das nun folgende Play war natürlich pure Verzweiflung mit mehreren Lateral-Pässen, doch auf diese Slapstick-Nummer hätten wohl alle am liebsten verzichtet. Am Ende rannten Najee Harris und Dan Moore ineinander, der Ball landete auf dem Boden und Cleveland sicherte ihn zum Endstand in der Endzone. 

Fazit:
Die nächste Niederlage gegen einen keineswegs übermächtigen Gegner tut weh, gerade weil es diese innerhalb der Division gegen den Rivalen aus Cleveland setzte. Im Endeffekt hatte die Defense nicht die passenden Mittel parat, um das starke Laufspiel um Chubb und Hunt zu stoppen und auch beim Pass Game hatte Brissett letztlich zu oft zu viel Zeit. Zudem hatte Ahkello Witherspoon einen gebrauchten Abend und gegen Amari Cooper absolut keine Chance. Trotzdem hielt sie das Team an sich lange genug in Schlagdistanz.

Und die Offense? Die hat zumindest über zwei Drives gezeigt, dass etwas Leben in ihr steckt. Das Laufspiel war sowohl mit Najee Harris als auch Jaylen Warren besser als bislang in dieser Saison. Auch die Offensive Line machte einen soliden Job und Trubisky zeigte ebenfalls ein paar gute Plays. Was fehlt, ist die Konstanz – es waren eben nur diese zwei ordentliche Drives. In der zweiten Hälfte gleich dreimal in Folge 3&Out zu gehen, darf einfach nicht passieren. Die Qualität für mehr ist zweifellos vorhanden, die Gründe, warum es nicht klappt, gilt es nun bis zum Spiel gegen die New York Jets aufzuarbeiten. Zeit gibt es durch das Thursday Night Game ja reichlich!

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