Review Week 2- Patriots @ Steelers

written by Daniel Stahl
9 · 20 · 22

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Das erste Heimspiel der Regular Season gegen die New England Patriots stand an und trotz der Niederlage der Patriots in Week 1 gegen die Miami Dolphins und dem nervenaufreibenden Sieg der Steelers in Cincinnati, gingen die Gäste dennoch als leicht favorisiertes Team in das Spiel.

Wie in unserer Preview zum Spiel bereits prophezeit, sollte es ein Low-Scoring-Game werden mit dem Hauptaugenmerk auf der defensiven Seite des Feldes und mit beidseitigem Fokus auf Fehlerminimierung.

Aber der Reihe nach:

Die Steelers kamen zu Beginn des Spiels zuerst in Ballbesitz und machten leider das, was wir im ersten Spiel auch schon zu genüge sehen mussten. Nach drei erfolglosen Versuchen, ein First Down zu erreichen, musste man den Ball direkt zum Gegner punten. So frustrierend diese erste Drive auch war, der Punt konnte sich sehen lassen! Der Returner der Patriots, Myles Bryant, konnte das Ei nicht unter Kontrolle bringen und es sprang in die Endzone, wo es die Steelers beinahe erobern konnten. Schlussendlich bekam der Returner das Ei aufgenommen und Connor Heyward brachte diesen erst hinter der Endzone zu fassen, was dann als Touchback gewertet wird und eben nicht als Safety.

New England startete somit an der eigenen 20-Yard-Linie und kam mit häufigen Pässen durch die Mitte, meist auf Jakobi Meyers und Nelson Agholor, und durch gutes Laufspiel über Damien Harris zu ordentlichem Raumgewinn. Mac Jones, dem man nicht anmerkte, dass er unter der Woche angeschlagen war, führte seine Offense damit über das Feld bis in Field-Goal-Range. Diese Möglichkeit aus 28 Yards Entfernung ließ sich der Kicker Nick Folk nicht nehmen und brachte die Patriots mit 3-0 in Front.

Im zweiten Drive der Steelers fabrizierte Diontae Johnson beinahe einen Fumble, als bei einem Pass von Mitch Trubisky durch die Mitte plötzlich der Gegner mit dem Ball aufstand und Richtung Endzone der Steelers lief. Nachdem das Play untersucht wurde entschieden die Referees korrekterweise auf Down-by-Contact und damit First Down für Pittsburgh.
Im weiteren Verlauf der Drives, in dem Jalen Warren einige gute Runs hatte und Pat Freiermuth mehrfach über die Mitte angespielt wurde,, warf Trubisky eine völlig unnötige Interception als er den Linebacker Mack Wilson komplett übersehen hat und dieser seine Hand an das Ei bekam. Nutznießer war Cornerback Jalen Mills, der dadurch den Ball aus der Luft pflücken konnte.

Die Patriots machten es jedoch im anschließenden Drive nicht besser und Mac Jones fiel auf eine Blitz-Fake der Steelers herein und warf den Ball in Richtung von DeVante Parker, den die Steelers über die komplette Distanz aus dem Spiel nahmen, und Minkah Fitzpatrick griff sich den Ball aus der Luft und holte nach dem Eröffnungsspiel seine zweite Interception der noch jungen Saison.

Pittsburgh war wieder in Ballbesitz und beendete das erste Viertel mit zwei Läufen durch Najee Harris. Genauso starteten sie auch in das zweite Viertel und Najee erreichte das First Down. Nach einem weiteren Lauf von Harris, der keinen Raumgewinn einbrachte, gab es  eine Strafe gegen James Daniels für Ineligible Player Downfield, als er vermutlich wieder einen Laufspielzug erwartete und ohne Gegenspieler vor sich einfach mal das Feld runter gelaufen ist.
Mitch Trubisky lieferte im weiteren Verlauf sehr schöne Pässe auf Diontae Johnson und konzentrierte sich dabei mittlerweile ausschließlich auf die Außenbahnen, um hier seine Pässe zu platzieren. In einer Situation hätte er den Ball wegwerfen sollen, anstatt zu versuchen, das Play am Leben zu halten und so einen Tackle for Loss hinnehmen musste. Was ebenfalls negativ auffiel, war, dass es eine Strafe wegen Delay of Game gegen die Heimmannschaft gab. Das Herunterlaufen der Uhr ist bereits im ersten Viertel passiert, die Strafe konnte durch Mike Tomlin jedoch abgewendet werden, indem er rechtzeitig ein Timeout genommen hat. Als Trubisky bei 3rd&3 in aussichtsreicher Position gesackt wurde, mussten sich die Steelers mit dem Field Goal durch Chris Boswell begnügen.

Die Patriots wechselten den Returner und Kyle Dugger machte direkt einen guten Job, fing das Ei an der Endzone und trug es bis an die 35-Yard-Linie der Patriots. Jedoch sollte New England hier nicht viel weiter kommen. Zwei Strafen, einmal für Intentional Grounding und eine weitere wegen Holding brachten Mac Jones in eine 3rd&26-Situation. Doch die Defense der Steelers war nicht optimal eingestellt und durch einen 23-Yard-Pass auf Jakobi Meyer schaffte er es beinahe den First-Down-Marker noch zu erreichen. Es folgte ein Punt und die Steelers übernahmen wieder an der eigenen 20-Yard-Linie.

Durch einen schönen Pass an die Außenlinie auf Chase Claypool kam Pittsburgh zwar zu einem First Down, welches aber das einzige bleiben sollte. Durch eine False Start der Nummer 65 musste das Team fünf Yards zurück. Ein weiterer Pass auf Chase Claypool brachte zwar ein paar Yards ein, doch im dritten Versuch landete der Passversuch von Trubisky auf dem Helm von Pat Freiermuth anstatt in seinen Händen. Der Ball wechselte damit erneut die Fronten.

New England spielte die Uhr zum Ende der ersten Halbzeit nun klug herunter. Das Schema, in dem Mac Jones seine Offense über das Feld zu führen versuchte, blieb gleich. Viele Pässe durch die Mitte für 8-10 Yards auf Jakobi Meyers, Nelson Agholor und Kendrick Bourne, eingerahmt von gutem Laufspiel, brachte New England in die Hälfte der Steelers. Als alles danach aussah, dass Mac Jones versuchen wird ohne viel Risiko in Field-Goal-Range zu gelangen um mit einer knappen Führung in die Halbzeit zu gehen, entschied er sich beim dritten Versuch eine 1-gegen-1 Situation zwischen Nelson Agholor und Akhello Witherspoon zu attackieren und Warf das Ei tief auf die rechte Außenbahn. Witherspoon zeigte eine tolle Manndeckung gegen Agholor, schaute mehrmals in Richtung des Balles und hatte eine perfekte Position, um den Ball abzuwehren. Er wollte jedoch die Interception haben und rechnete nicht damit, dass Agholor aufstieg, um einen tollen Catch über seinem Kopf zu machen und damit, 30 Sekunden vor Ende der Halbzeit, einen Touchdown zu erzielen.

Vor Ende der ersten Halbzeit konnte wenigstens George Pickens noch seinen ersten Catch machen, was natürlich zu nichts mehr führte. Zudem hatte Trubisky wieder eine Situation, in der er den Ball hätte einfach wegwerfen müssen und stattdessen wieder einen Sack for Loss einsteckte. Hatte zwar keine Bedeutung mehr, aber die Entscheidung stieß erneut auf viel Unverständnis.

New England hatte zu Beginn der zweiten Halbzeit Ballbesitz. Die Offense tat das, was sie bereits in der ersten Halbzeit mit einigem Erfolg getan hat und kam mit gutem Laufspiel, mittlerweile bekam Rhamondre Stevenson zunehmend mehr Spielzeit und Mitteldistanzpässen zu weiteren First Downs. So spielte man sich bis an die 35-Yard-Linie der Steelers, musste dann jedoch eine False-Star-Strafe hinnehmen und konnte danach kein First Down mehr erreichen. Das anschließende Field Goal, aus 52 Yards Entfernung, konnte Nick Folk nicht verwandeln, wodurch Pittsburgh in einer sehr guten Feldposition wieder in Ballbesitz war.

Mit Pässen auf Najee Harris und Diontae Johnson führte Mitch Trubisky sein Team bis an die 35-Yard-Linie der Patriots. Auch wenn er nicht weiter kommen sollte, war damit erneut die Field-Goal-Range für Chris Boswell erreicht, der wie gewohnt souverän die drei Punkte einfuhr.

Mac Jones verfolgte weiterhin seinen Gameplan und feuerte fleißig Pässe durch die Mitte auf seine Receiver und die Steelers fanden zu keinem Zeitpunkt eine passende Antwort darauf. Zu keinem Zeitpunkt? Doch – in diesem Drive hatte Cameron Sutton den Braten gerochen und stach in die Passroute von Mac Jones. Der Ball kam direkt auf ihn zu, doch er schaffte es nicht, den Ball zu fangen und damit ein Big Play der Defense zu erzielen. Trotzdem schafften die Patriots in Folge kein First Down und mussten ihrerseits den Ball wieder zu den Steelers punten.

Nach diesem Punt passierte etwas, das entscheidenden Anteil am Ausgang dieses Spiels haben sollte. Gunnar Olszewski, der Returner der Pittsburgh Steelers, konnte den Ball nicht fangen und ließ diesen vor seine Füße fallen, wo Brenden Schooler den Ball an der 20-Yard-Linie der Steelers sicherte. Eine Strafe für Unnecessary Roughness gegen Pittsburgh, nachdem das Spiel bereits unterbrochen war, bescherte New England gar Ballbesitz an der 10-Yard-Linie und sie waren somit sofort in der RedZone.

Nach einem Lauf von Damien Harris und einem Pass auf ihn standen die Patriots an der 1-Yard-Linie bei ihrem dritten Versuch. Im Stile des Teams, das an diesem Tag über die deutlich stärkere O-Line verfügte, drückete diese die Defense aus Pittsburgh in deren Endzone zurück und der Touchdown-Lauf von Damien Harris war nur noch Formsache. Und so übergaben die Patriots den Steelers, nach erfolgreichem Point after Touchdown zum Stand von 17-6 aus deren Sicht, wieder das Ei. Die hatten nun erstmal damit zu tun, diesen Schlag in die Magengrube zu verdauen.

Mit zwei guten Plays waren die Steelers in der Hälfte der Patriots angekommen. Zuerst fand Trubisky Harris relativ frei und dann führte ein Jet Sweep durch Olszewski zu viel Raumgewinn. Anschließend folgte ein guter Lauf von Najee Harris durch die Mitte und ein weiterer Pass auf ihn, bei dem er seinen Stiff Arm einsetzte und anschließend noch über einen Gegenspieler sprang, um so bis an die 26-Yard-Linie der Patriots zu kommen.

Mit Ablauf des dritten Viertels standen die Steelers an der 6-Yard-Linie und spielten zu Beginn der letzten Viertels ihren dritten Versuch aus. Dieser war von Erfolg gekrönt und Trubisky fand mit einem schnellen Pass durch die Mitte Pat Freiermuth in der Endzone. Der erste Touchdown des Spiels für Pittsburgh war geschafft und aufgrund des Spielstandes musste man eine 2-Point-Conversion versuchen. Hierbei gelang Diontae Johnson ein sensationeller Catch an der linken Außenseite der Endzone. Er brachte dabei den Ball im Flug unter Kontrolle und seinen Ellenbogen nur Millimeter vor der Linie ins Feld. Die Steelers waren bis auf ein Field Goal wieder an den Patriots dran und praktisch das komplette letzte Viertel war noch zu spielen.

Doch in den kommenden Drives puntete man sich jeweils zweimal den Ball zu, wobei den Steelers bei beiden Ballbesitzen nicht ein First Down gelang. Als die Patriots bei noch 6:33 Minuten auf der Uhr an den Ball kamen, sollten sie ihn nicht wieder hergeben. Mit gutem Play Calling kam New England von First Down zu First Down und melkte dabei die Uhr ordentlich. Eine kritische Situation mussten sie zu Anfang dieses Drives überstehen, als sie nach einer Holding Strafe bei 2nd&13 standen. Mit einem weiteren Pass durch die Mitte und einem Run von Mac Jones selbst überstanden sie diese und Pittsburgh kam nicht zum erhofften Stopp. Zum Ende verließen sich die Patriots ausnahmslos auf ihr Laufspiel was über Damien Harris, Rhamondre Stevenson und die starke O-Line auch problemlos funktionierte. Mike Tomlin verbrauchte alle Auszeiten und die Patriots konnten die Uhr in Ruhe herunterlaufen lassen. 

Fazit:

Wie im Preview erwartet, wurde es ein defensiv geprägtes Spiel, bei dem der kleinste Fehler – der eine Turnover mehr – über Sieg oder Niederlage entschieden hat. Aus Steelers Sicht muss man leider feststellen, dass sie diese Fehler produziert haben und so ein Spiel abgeben mussten, das man mit Blick auf den Spielplan gerne für sich verbucht hätte. Man muss jedoch eingestehen, dass die Patriots an diesem Tag eine starke O-Line aufgeboten haben, die ihren Quarterback perfekt beschützt und ihm ordentlich Zeit in der Pocket verschafft, sowie viele Löcher für ihre Running Backs aufgerissen hat. Die Steelers blieben nach den sieben Sacks der Vorwoche gegen die Bengals diesmal bei NULL. Dass die Defense ohne TJ Watt nicht dieselbe ist, war jedem vorher bewusst und man hat versucht, diesen Ausfall über eine etwas angepasste Strategie zu kompensieren. In puncto Druck im Pass Rush hat sich das Fehlen des amtierenden Defensive Player of the Year aber deutlich bemerkbar gemacht.
Die Offense war fast schon gewohnt schwach, mit wenig Kreativität im Play Calling und teilweise absurden Entscheidungen. Man merkt teilweise den Akteuren selbst an, dass man wenig Spaß mit den Spielzügen hat und das Calling nicht richtig nachvollziehen kann. Entgegen der Erwartung vieler war die eigene O-Line wieder nicht so schlecht wie viele das nach der Preseason erwartet haben, wobei sie sich im Run Blocking  immer noch extrem schwer tut.
Auch wenn bereits im ersten Heimspiel von den Rängen die ersten “Kenny”-Rufe zu vernehmen waren, wird Mike Tomlin bis auf weiteres an Mitch Trubisky festhalten.

Nach einer Niederlage ist es gar nicht so schlecht, wenn man schnell wieder auf das Feld darf und für unsere Steelers ist es bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag so weit, wenn wir im Thursday Night Game bei den Cleveland Browns zu Gast sein werden. Gegen den Rivalen aus der Division kommt wieder mehr Emotionalität ins Spiel und wir dürfen uns auf einen harten Fight freuen.

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