Review Week 14: Ravens @ Steelers

written by Stefan Janssen
12 · 12 · 22

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Immer wenn die Steelers einen „Funken“ in ihrer Offensive entfachen wollen, endet das in einer Niederlage mit drei Interceptions des Quarterbacks, der das erledigen soll. Das ist eine zynische Betrachtungsweise, und doch gibt es diese kleine Parallele zwischen dem 20:24 gegen die New York Jets in Woche 4 und dem 14:16 gegen die Baltimore Ravens am vergangenen Sonntag.


Gegen die Jets ersetzte Kenny Pickett Mitch Trubisky zur Halbzeit. „Ich dachte, wir brauchen einen Funken“, erklärte Head Coach Mike Tomlin nach dem Spiel. Zweifellos, der trostlose Auftritt verlangte danach. Pickett hauchte dem Team mit zwei Rushing-Touchdowns durchaus Leben ein, doch auch wegen dreier Interceptions (die zugegebenermaßen nicht alle auf seine Kappe gingen), gab es eben trotzdem eine Pleite.


Nun, gegen die Ravens, war die Rollenverteilung andersrum, allerdings auch mit anderen Vorzeichen. Dass Trubisky diesmal Pickett ersetzte, lag an einer Verletzung des Rookies, der im ersten Drive von Roquan Smith hart getackelt wurde. Pickett durchlief danach das Concussion Protocol und wurde wieder freigegeben, nach einem Three&Out im zweiten Drive wurde er jedoch ausgewechselt und Trubisky kam rein. „Ich bin rausgegangen und habe versucht, den Funken zu liefern, den wir brauchten“, gab Trubisky später zu Protokoll. Er musste sich aber eingestehen: „Ich war aggressiv, zu aggressiv – und das ist in Interceptions geendet.“ In dreien. Und einer Niederlage.


Die Ravens waren ihrerseits mit Backup-Quarterback Tyler Huntley angetreten und machten das, was man erwarten konnte: Laufen. 42 Mal, um genau zu sein, für 215 Yards. Die Steelers-Defense hatte, wie schon vergangene Woche in der zweiten Hälfte gegen die Falcons, immense Probleme damit, Baltimore hier zu stoppen. Das trug den Rivalen am Ende zwar auch nur zu 16 Punkten, doch die reichten.


Die Ravens waren im ersten Viertel durch ein Field Goal von Justin Tucker und einen Touchdown von J.K. Dobbins mit 10:0 vorne.

Dieser Touchdown kam zustande, weil Pressley Harvin III den Ravens mit einem 17-Yard-Punt eine hervorragende Feldposition bescherte und Baltimore dann mit einem 44- und 4-Yard-Lauf von Dobbins nach zwei Plays in der Endzone stand. Die Steelers-Offense antwortete jedoch mit einem starken Drive, indem sich Trubiskys Aggressivität unter anderem mit einem 42-Yard-Pass auf George Pickens auszahlte. Am Ende trug Najee Harris den Ball aus einem Yard in die Endzone, der zurückgekehrte Chris Boswell verwandelte den Extrapunkt – 7:10.


Anschließend stoppte die Defense die Ravens in der eigenen Hälfte beim vierten Versuch, ließ somit keine Punkte zu und Trubisky führte die Offense abermals das Feld runter. Es schien jetzt zu laufen – doch dann kamen die Interceptions. Trubisky übersah bei einem Pass in der Redzone der Ravens Roquan Smith und der Linebacker fing den Ball ab. Die Ravens erzielten ein weiteres Field Goal zum 13:7, ehe Trubisky kurz vor der Halbzeit erneut bis tief ins Territorium der Gäste vordrang. Diesmal warf er einen ganz schlechten Ball in Richtung Pat Freiermuth, den Patrick Queen abfing. Zur Pause lagen die Steelers somit sechs Punkte in Rückstand, obwohl Trubisky eigentlich ordentlich spielte – er machte es sich selbst nur durch die Interceptions kaputt.
Auch nach der Pause gab es genügend Gelegenheiten, das Spiel noch zu gewinnen.

Baltimore musste im dritten Viertel auch Ersatz-Quarterback Huntley auswechseln und brachte Anthony Brown zu seinem ersten NFL-Spiel. Allerdings machten die Steelers aus den ersten drei Drives der zweiten Hälfte das: Einen Punt, eine haarsträubende Interception von Trubisky und ein geblocktes Field Goal.


Im letzten Viertel konnten die Ravens durch ihr Laufspiel dann selbst nochmal einen soliden Drive abliefern und durch ein weiteres Field Goal auf neun Punkte davonziehen. Trubisky zeigte sich jetzt nochmal von seiner guten Seite und lieferte mit der Offense einen sehr guten Drive ab, nach nur 49 Sekunden bediente er Pat Feiermuth zum Touchdown in der Endzone. Mit noch 2:30 Minuten bekam Baltimore den Ball wieder, mit zwei Timeouts war auf Seiten der Steelers noch die Chance da, ein weiteres Mal in Ballbesitz zu kommen. Die Hoffnung wurde aber mangels Run-Defense zunichte gemacht und die Ravens erliefen mit der Two-Minute-Warning das entscheidende First Down zum Sieg.


Fazit: „Wenn du den Ball dreimal an eine gute Defense herschenkst, kannst du nicht gewinnen“, meinte Mitch Trubisky nach dem Spiel selbst. Aber das ist nicht alles. Eine Rolle spielten auch die Special Teams durch einen furchtbaren Punt, der zu einem Touchdown führte, und ein geblocktes Field Goal sowie die Run Defense, die diesen Namen nicht verdiente. Es war vorhersehbar, was Baltimore machen würde, gerade mit dem zweiten und sogar dritten Quarterback am Ruder – und trotzdem fand man keine Lösungen. Es war eine Niederlage des gesamten Teams und eine unnötige noch dazu. Es bleibt zu hoffen, dass sich Kenny Pickett nicht schwerer verletzt hat.

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