Review: Pittsburgh Steelers @ Carolina Panthers

written by Daniel Stahl
12 · 20 · 22

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Der erste Drive des Spiels gehörte den Panthers, welcher nach zwei erfolglosen Laufversuchen und einem Screen Pass, der noch rechtzeitig gestoppt werden konnte, aber auch schnell vorbei war. Die Panthers mussten punten und die Steelers übernahmen an der eigenen 33-Yard-Line. Ohne Kenny Pickett, der es nicht rechtzeitig vom Concussion Protocol geschafft hat, betrat damit Mitch Trubisky das erste Mal seit Week 4 als Starting QB für Pittsburgh das Feld. Auch die Steelers begannen den ersten Drive mit dem mittlerweile gewohnten Playcall Run-Run-Pass. Während beide Runs durch Najee Harris nur insgesamt vier Yards beisteuerten, konnte der Pass über die Mitte des Feldes überzeugen und Diontae Johnson überquerte die Linie zum neuen First Down. Anschließend durfte Jaylen Warren zum ersten Mal eingreifen und versuchte sich durch die Mitte zu powern. Im nächsten Down erhielt erneut Najee Harris die Gelegenheit und er machte sich über die linke Seite auf ein neues Set an Downs zu erzielen, eine Variante, die wir diese Saison noch nicht so oft zu Gesicht bekommen haben. Nach einem Play-Action-Pass auf Gunner Olszewski wiederholten die Steelers den erfolgreichen Spielzug aus dem vorangegangenen Drive und schickten Najee erneut auf die Reise über die linke Seite mit identischem Ergebnis: First Down Steelers!

Mittlerweile an der 31-Yard-Linie der Panthers angekommen, folgte ein schneller Pass auf Diontae Johnson für vier Yards. Danach ein erneuter Lauf von Harris, diesmal durch die Mitte, welcher nur kurz vor dem Marker gestoppt werden konnte. Trubisky selbst besorgte die fehlenden Zentimeter zum neuen First Down. Mit einem anschließenden Screen Pass auf Warren erkämpfte sich Pittsburgh direkt im ersten Anlauf einen neuen ersten Versuch. Mittlerweile standen die Steelers an der 7-Yard-Linie von Carolina und blieben ihrem Erfolgsrezept treu, indem sie Najee Harris den Ball anvertrauten und dieser wieder erfolgreich die linke Ecke attackierte. Dabei tanzte er Jeremy Chinn, den Safety der Panthers, an der Line of Scrimmage aus und entledigte sich eines weiteren Verteidigers mit seinem herausragenden Stiff Arm, kurz bevor er die Endzone betrat. TOUCHDOWN STEELERS und der anschließende PAT durch Chris Boswell saß ebenfalls.

Bei noch 5:48 Minuten und einem neuen Spielstand von 7-0 übernahmen die Panthers für ihren zweiten Drive in diesem Spiel das Ei an ihrer 15-Yard-Line nachdem sie sich beim Kick Return eine Strafe eingehandelt hatten.

Trotz der relativ schlechten Feldposition zu Beginn und einer weiteren Strafe für Ineligible Man Downfield im Verlauf des Drives, führte Sam Darnold sein Team über das Feld. Carolina setzte zwar weiterhin auf das in den letzten Spielen so flexible und Erfolg bringende Laufspiel, doch das wollte weiterhin nicht wirklich funktionieren und die Defense der Steelers war dagegen gut gewappnet. Was aber gut funktionierte, war die Schwäche der Gäste in deren Backfield zu nutzen. Darnold fand hier immer wieder D.J. Moore für ein neues First Down. Die beiden Highlight Plays waren die letzten beiden Pässe von Sam Darnold – den ersten platzierte er auf Terrace Marshall Jr. für 28 Yards Raumgewinn bis an die gegnerische 7-Yard-Linie, hier sah James Pierre alles andere als gut aus, und schließlich der letzte Pass des Drives auf D.J. Moore, der auch zum Touchdown führte. Hierbei rollte Darnold nach Druck der Steelers D-Line durch die Mitte nach recht raus und feuerte das Ei aus dem Lauf an den rechten Pylon der Endzone, wo Moore ein überragender Catch in guter Coverage gelang. Nachdem auch der PAT der Panthers von Erfolg gekrönt war, war das Spiel am Anfang des zweiten Quarters ausgeglichen.

Nach einem Touchback starteten die Steelers ihren zweiten Versuch des Spiels an der eigenen 25-Yard-Line. Mit kurzen Pässen und variablem Laufspiel arbeiteten sie sich Stück für Stück voran. Eine Strafe für False Start gegen Kevin Dotson wurde im nächsten Play quasi direkt wieder aufgehoben da der Defensive Tackle der Panthers, Matt Ioannidis, für Neutral Zone Infraction bestraft wurde und die verlorenen fünf Yards damit wieder zurückgeholt wurden.

Anschließend ließ Mitch einen tollen vertikaler Pass an die linke Außenlinie auf den Rookie George Pickens folgen, der den Ball über dem Kopf seines Manndeckers runterpflückte. Dieses Big Play brachte die Steelers in die Redzone. Es folgte ein Power Run von Jaylen Warren durch die Mitte, der für einen Raumgewinn von neun Yards sorgte. Wiederum Warren besorgte anschließend ein First & Goal. Weil es funktionierte blieb man dieser Strategie treu und drückte Jaylen Warren einfach weiter das Ei in die Hände. Zwei Runs später wanderten sechs weitere Punkte auf die Habenseite der Gäste. Nach erfolgreichem PAT war der alte sieben Punkte Vorsprung wieder hergestellt bei 8:20 Minuten vor Ende der ersten Hälfte.

Die Panthers waren wieder an der Reihe, doch die Steelers Defense war nach dem vorangegangenen langen Drive der eigenen Offense frisch und voll auf der Höhe. Zuerst musste Sam Darnold die Beine selbst in die Hand nehmen, da er keine Anspielstation im Backfield fand. Darauf folgte ein weiterer erfolgloser Laufversuch. Caroline handelte sich bei 3rd & 3 eine Flase-Start-Strafe ein und Darnold warf darauf folgend einen Incomplete Pass. Heißt nichts anderes als 3 & Out und Pittsburgh kam wieder in Ballbesitz. Der Punt der Hausherren kam bis an die 30-Yard-Linie der Steelers, doch diese taten es den Panthers diesmal gleich und kamen nach einem Lauf von Najee und einem kurzen Pass auf DJ in eine 3rd & 5 Situation. Der Pass von Trubisky durch die Mitte fand sein Ziel nicht und die Steelers schickten das Punting Team aufs Feld. Noch waren 4:50 Minuten auf der Uhr bis zum Pausentee.

Ein Fair Catch an der 27-Yard-Linie von Carolina eröffnete den Drive. Zwei Incomplete Passes und ein TJ Watt-Sack später waren die Panthers schon wieder raus.

An der eigenen 33-Yard-Linie startend spielte man sich mit schönen Pass Spielzügen über die Mittellinie hinweg, doch hier war dann nach einer missglückten Lauf Spielvariante über Steven Sims und einem gefährlichen Pass von Trubisky, der zum Glück nicht abgefangen wurde, Schluß.

Nach einem guten Punt von Pressley Harvin III sah zuerst alles nach einem überragenden Special Teams Play aus, als James Pierre den Ball in der Luft über der Endzone zurück in Richtung Feld schlug und es ihm der nachrückende Miles Boykin gleichtat. Derek Watt brachte das Ei schließlich kurz vor der Endzone unter Kontrolle, was eine äußerst schlechte Feldposition für das Heimteam bedeutet hätte. Aber hätte, hätte Fahrradkette! Pierre berührte mit dem großen Onkel die Linie der Endzone, wodurch sich diese sehenswerte Aktion zu einem Touchback revidierte und die Panthers an der 20-Yard-Line starten durften anstatt aus der eigenen Endzone heraus agieren zu müssen. Doch auch hieraus konnte Carolina kein Kapital schlagen. Wieder war nach drei erfolglosen Versuchen, zehn Yards zu überbrücken, ein Drive abrupt beendet. Bei weniger als einer Minute Spielzeit bis zum Ende der ersten Halbzeit gelang Johnny Hekker ein starker Punt bis an die 9-Yard-Line der Gäste. Man ließ es darauf beruhen und beide Mannschaften verabschiedeten sich mit dem Pausenstand von 14-7 für Pittsburgh in die Kabinen.

Zum Auftakt des zweiten Abschnitts kamen die Steelers in Ballbesitz und was nach einem guten Kickoff Return durch Steven Sims, der es bis an die 30-Yard-Linie schaffte, aussah, wurde nach einem Blindside Block von Miles Killerbrew und der damit einhergehenden Strafe für Unnecessary Roughness zu einer schwierigen Feldposition – startend an der eigenen 9-Yard-Line. Doch die Offense der Steelers war im Flow. Sehr variabel und abwechslungsreich schaffte man es, mal um mal ein neues Set an Downs zu erreichen. Hervorzuheben war ein gelungener Jet Sweep über Sims und zwei schöne Pässe auf Diontae Johnson. Kleiner Wermutstropfen – beim zweiten Catch von Johnson, bei dem es ihm endlich einmal gelungen ist ein Big Play mit Yards after Catch zu kreieren, sah er sich dazu berufen genau DAS einem Verteidiger der Panthers verbal an den Kopf zu werfen und kassierte völlig zurecht eine 15-Yard-Strafe für Unsportsmanlike Conduct. Mike Tomlin nahm sich Diontae an der Seitenlinie zur Brust und machte ihm mehr als deutlich, dass er ein solches Verhalten keinesfalls duldet. Nun hieß es 1st & Goal an der 22-Yard-Linie der Panthers! Aber auch aus dieser kniffligen Situation befreiten sich die Männer aus Pittsburgh und fanden sich kurze Zeit später an der 1-Yard-Linie der Gastgeber wieder. Hierbei gelang es dem Quarterback Mitch Trubisky selbst den Touchdown zu erzielen, wenn auch erst im zweiten Anlauf. Erneut gab sich Boswell beim PAT keine Blöße und Pittsburgh erhöhte auf 21-7 und nahm in diesem Drive satte 11:43 Minuten von der Uhr!

Die Panthers starteten offensiv ihrerseits mit einem Big Play über Chuba Hubbard, der von Sam Darnold über die Mitte angeworfen wurde und zuvor Robert Spillane abgekocht hat. Nach dem Catch hatte der Running Back viel Grün vor sich und wusste das zu nutzen. Gestoppt werden konnte er erst an der 32-Yard-Line in Steelers Territorium. Danach war die Defense der Steelers anscheinend angestachelt und wollte den Fehler direkt ausmerzen. Nach einem schnell gestoppten Laufspielzug musste Sam Darnold zwei Sacks nacheinander einstecken und die Panthers wurden dadurch bis an die Mittellinie, also auch außerhalb der Field Goals Range gedrängt, und das mit ablaufender Uhr im dritten Viertel.

Und dann passierte etwas, was absolut unerklärlich ist. Marcus Allen freute sich anscheinend so sehr über die tolle Leistung der Defense, dass er sich dazu entschloss, das auch nochmal dem Gegner mitzuteilen und rannte dazu in der Viertelpause an die Seitenlinie der Panthers, um dort rumzupöbeln. Die Referees fanden das nicht ganz so komisch und warfen eine Flagge für Unsportsmanlike Conduct, was 15 Yards Raumverlust und ein neues First Down für Carolina bedeutete. Es darf angenommen werden, dass gerade die Veteranen in der Defense diese Aktion überhaupt nicht gelungen fanden und das wohl noch ein Nachspiel für Marcus Allen haben dürfte – zumindest im Locker Room.

Damit begann das finale Viertel also nicht mit einem Punt der Panthers, sondern mit einem neuen 1st & 10 an der 39-Yard-Linie der Steelers. Carolina arbeitete sich daraufhin bis an die 11-Yard-Linie der Gäste vor, wo dann aber schließlich Ende war und die Panthers lediglich drei statt der erhofften sieben Punkte einfahren konnten. Die Offense der Gäste konnte im folgenden Drive noch keine passende Antwort liefern und wurde nach dem ersten Sack gegen Mitch Trubisky mit 3 & Out schnell wieder vom Platz gefegt. Als die Offense der Panthers wieder das Spielfeld betrat, schien sie ihr Pass Game entdeckt zu haben und die Connection zwischen Sam Darnold und seinen Receivern war hergestellt. Mit wenigen aber sehenswerten Pässen überbrückten sie viele Yards und waren nach einer notwendigen Pass Interference durch Chris Sutton, der damit einen sicheren Touchdown verhinderte, schnell an der gegnerischen 4-Yard-Line angekommen. Doch die D-Line aus Pittsburgh war gepusht und wollte mit aller Macht den drohenden Touchdown verhindern. Carolina versuchte mit den ersten beiden Versuchen, die Distanz zur Endzone mit Laufspiel zu überbrücken, doch an diesem Tag sollte das gegen eine hervorragend eingestellte Defense kein Mittel sein. Mit dem dritten Down probierte es das Heimteam mit einem Pass, doch Darnold fand keinen freien Abnehmer und wurde schließlich erneut gesackt. Und wieder hielt die Defense stand und Carolina musste sich mit einem weiteren Field Goal begnügen.

Der Steelers Offense schien nun ein bisschen die Luft auszugehen und man war wieder kurz vor einem 3 & Out als man sich bei 3rd & 9 noch eine Strafe für den False Start von George Pickens einhandelte schwanden die Chancen auf ein neues First Down bei nunmehr 3rd & 14 enorm. Doch ein starker Pass von Mitch Trubisky auf Diontae Johnson mit anschließendem tollen Move und wichtigen Yards after the Catch brachte den Steelers das neue Set Of Downs doch noch ein. Abermals ein Pass auf Johnson, diesmal an die Seitenlinie, hielt den Drive bei 3rd & 6 weiter am Leben und man nahm so wertvolle Zeit der Panthers von der Uhr. Im Anschluss folgten zwei Runs von Jaylen Warren und ein Quarterback Sneak von Trubisky, was ein weiteres First Down zum Ergebnis hatte. Kurz vor dem 2-Minute-Warning sah das mittlerweile schon sehr vielversprechend für unser Team aus. Nun fokussierte man sich auf das Laufspiel und die Panthers mussten ihre kompletten Timeouts opfern, um die Uhr nicht ablaufen zu lassen. Pittsburgh gelang kein weiteres First Down, war aber bereits in Field Goal Range und Chris Boswell steuerte in gewohnt sicherer Manier weitere drei Punkte bei. Bei einem Spielstand von 24-13 und noch 64 Sekunden auf der Game Clock machte sich Bowell zum Kickoff auf.

Die Panthers setzten nun logischerweise ausschließlich auf das Passspiel, da es möglichst schnell viel Raumgewinn zu erzielen galt. Das machten sie zugegebenermaßen auch gar nicht schlecht und kamen so 23 Sekunden vor Spielende in Field Goal Range. Bei einem elf Punkte Rückstand entschied sich Steve Wilks, der Head Coach der Panthers, das Field Goal zu versuchen, um dann gegebenenfalls durch einen erfolgreichen Onside Kick erneut in Ballbesitz zu kommen um so die Chance auf einen Touchdown zu erhalten. Das Field Goal gelang, der Onside Kick nicht und so entführten die Steelers den Sieg nach Pittsburgh.

Fazit:

  • Durch den Sieg der Steelers bleibt das kleine Quäntchen Hoffnung bestehen, dass Mike Tomlin doch noch seine Serie ohne Loosing Season als Head Coach fortsetzen kann. 
  • Die Offense spielte sehr ausgeglichen zwischen Run- und Pass Game und schaffte es immer wieder passende Play Calls umzusetzen. Ausschlaggebend dafür war das deutlich verbesserte und funktionierende Run Game, was gegen die Defense der Panthers so gar nicht zu erwarten war. Man brachte hier aber neue Elemente ein, statt wie bisher nur durch die Mitte und ab und an mal einen Jet Sweep. Dadurch waren die Panthers gezwungen, den Run zu respektieren, wodurch sich Räume für Pässe öffneten.
  • Die Verbindung zwischen DJ und Mitch ist nicht zu übersehen. Bei Kenny besteht diese eher mit George Pickens, doch auch er wurde von Trubisky gut eingebunden. Man darf gespannt sein, wie die Targets nach Kennys Rückkehr verteilt sind.
  • Da die Offense auch längere Drives hingelegt hat schien die Defense immer frisch und ausgeruht auf dem Platz zu stehen. Vor allem die Front konnte ihre Stärken voll ausspielen und dominierte teilweise gegen eine überdurchschnittliche O-Line. Die Cornerbacks sind und bleiben einfach das große Sorgenkind.
  • Die Redzone Performance und die erfolgreichen 3rd Downs waren sehr hervorzuheben.

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