In Woche 2 geht es für das Team zum ersten Auswärtsspiel zu den New England Patriots. Das wird nach Woche 1, in dem sich 3rd String Quarterback Cooper Rush der Steelers Defense geschlagen geben musste, mit Drake Maye auch das erste Duell gegen ein fähiges Passspiel. Die Patriots kommen zusätzlich aus einer Mini-Bye mit 10 Tagen Pause dank dem vorgezogenen Saisonauftakt am Mittwoch von Week 1.
Los geht es am Sonntag um 19:00 Uhr deutscher Zeit. Das Spiel wird auf RTL im Free-TV übertragen.
Auf einen Blick

Injury Reports
Neben dem erwarteten Ausfall von Joey Porter Jr. (Rücken) stehen diese Woche auch ernst zu nehmende Verletzungen auf dem Report. Tackle Troy Fautanu hatte mit einer Verletzung am Sprunggelenk zu kämpfen, trainierte Mittwoch gar nicht und Donnerstag nur limitiert. Seine Tendenz ist positiv und sein Zustand wurde offensichtlich besser, da er Freitag wieder voll mittrainieren konnte. Außerdem hat es Michael Pittman mit einer Fußverletzung getroffen. Er trainierte Mittwoch nicht vollständig, Donnerstag und Freitag sogar gar nicht. Die Steelers schrieben ihn als “fraglich” auf den Report, bei dieser Trainingsteilnahme dürfte er allerdings eher als “unwahrscheinlich” gelten.
Die interessanteste Personalie der Patriots steht wieder einmal gar nicht erst auf dem Report: Receiver A.J. Brown, den die Patriots erst in der vergangenen Offseason per Trade zum Team geholt hatten, wurde nach dem Spiel in Woche 1 mit einem High Ankle Sprain auf die Injury-Reserve-Liste gesetzt. Damit fällt er mindestens vier Wochen aus. Doch auch auf dem Report selbst stehen ein paar interessante Spieler. Edge Rusher Dre’Mont Jones war in Woche 1 noch der gefährlichste Spieler in einem ohnehin dünnen Edge Room. Er war die ganze Woche limitiert (Fuß). Spielt er nicht, kommt 2nd Round Rookie Gabe Jacas. Und dann steht da noch Carlton Davis III. Der Corner hat die Woche nicht eine Trainingseinheit geleistet und damit dürfte – ähnlich wie Pittman – sein Einsatz unwahrscheinlich sein. Üblicherweise steht Davis klar im Schatten von Christian Gonzalez, im Matchup gegen die Steelers könnte gerade sein Ausfall aber der Faktor für das Steelers Pass Game sein. Doch mehr dazu weiter unten.
Der Gegner in Zahlen
Die Patriots kommen aus einer sehr starken Saison, auch wenn der Erfolg etwas täuscht. In den Playoffs erzielten sie nur noch 15,4 Punkte pro Spiel und -0,24 EPA pro Play. Das war zum einen der Effekt der starken Defenses von Chargers, Texans, Broncos und Seahawks, zum anderen aber auch eine Folge daraus, dass sich die Gegner langsam auf Maye’s explosives Passspiel eingestellt haben. 2025 zeigten sich Defenses 60,9% der Zeit mit 2 High Safety Shells und standen mit 12,8 Yards im Schnitt sehr tief. Man versucht inzwischen erfolgreich, New England in sein schwaches Laufspiel zu zwingen. Dieses lieferte letzte Woche nur 3,5 Yards und -0,45 EPA pro Play. Und wenn sie trotzdem werfen, sind sie fehleranfällig. Drake Maye warf in Woche 1 drei Interceptions, so viele wie noch nie in seiner Karriere. Und alle kamen im letzten Viertel gegen die Seahawks.
Hunter Henry ist sicherlich kein neuer Gronk, leistet seinem Team aber seit 6 Jahren eine verlässliche Option im Passspiel. Er steht derzeit bei 2.999 Yards als Spieler der Patriots. Mit einer Reception wäre er nach Gronkowski, Coates und Francis erst der vierte TE der Franchise, der die 3.000 Yard Marke knackt.
Über die Patriots
Nach der Super Bowl Niederlage gegen die Seahawks änderte man im Team recht wenig. GM, Head Coach und Koordinatoren blieben gleich. Maye ist weiter Quarterback und Gonzalez als inzwischen bestbezahlter Cornerback weiter Aushängeschild der Defense. Nachdem man Stefon Diggs entließ, bevor sein Cap Hit von 26,5 Mio $ zuschlug, holte man A.J. Brown von den Eagles als #1 Receiver. Dieser fällt nun allerdings, wie schon erwähnt, die nächsten Wochen erst einmal aus. Schematisch wird sich damit nicht allzu viel zur Vorsaison ändern.
Offensiv wird man weiter versuchen, ein tiefes Play Action Passspiel aufzuziehen. Gegen die Seahawks ging das schon einmal in die Hose: Alle Interceptions von Maye kamen bei tiefen Pässen. Man musste die eigenen Schwächen aus den Playoffs reparieren, was wohl nicht vollumfänglich geglückt zu sein scheint. Eventuell gibt es nun mehr Kurzpassspiel. Soweit möglich, wird man auch versuchen zu laufen, wenn das gegen die Defense, die Bijan Robinson bei 4,0 Yards pro Lauf gehalten hat, möglich ist. Ohne JPJ werden die Steelers ohnehin wieder sehr viel Zone Defense spielen (gegen Atlanta war es nicht ein einziger Snap in Man Coverage). Das hilft generell gegen den Lauf und tiefe Bälle. New England könnte hier schon vor dem Spiel in ein schematisches Mismatch laufen.
Defensiv setzen die Patriots gerne auf viel Man Defense und gegen Rodgers’ schnellen Release vermutlich eher auf Coverage statt Blitz. Damit versuchen sie, den QB zu zwingen, den Ball lang zu halten und dem eher schwachen Pass Rush eine Chance zu geben. Die Seahawks konnte man mit dem Scheme 3 Viertel lang bei 0 Punkten halten, bevor alles doch noch kollabiert ist. Das Ganze steht und fällt allerdings mit der Verfügbarkeit von Carlton Davis III und Michael Pittman. Christian Gonzalez wird gegen Metcalf gematched und im Slot gibt es das Speed Duell Wilson gegen Marcus Jones. Damit ist Davis für Pittman zuständig. Sollte er ausfallen, Pittman aber nicht, steht plötzlich ein 5’8” Slot Corner gegen einen 6’4” X-Receiver. Alternativ holt man jemanden hoch. Zur Auswahl stehen Charles Woods, der nicht ohne Grund kein Starter ist, Rookie Karon Prunty oder UDFA Channing Canada. Für Rodgers wäre dieses Szenario wohl die beste Nachricht des Sonntags.
Achtet auf…
…Alijah Vera-Tucker:
Der Left Guard ist eigentlich einer der Besseren auf seiner Position, verpasste aber die gesamte 2025er Saison mit einem Trizepsriss und wurde nun als Free Agent von den Jets geholt. Im Auftaktspiel ließ er mit 4 Pressures mehr zu, als jeder andere im Team. Er scheint sichtlich eingerostet zu sein. Nun trifft er auf die Steelers Interior Line.
…Christian Gonzalez gegen DK Metcalf:
Das ist das Duell im Passspiel. Gonzalez ist ein echter Shutdown Corner und Metcalf eigentlich ein dominanter 1on1 Receiver, der gegen die Falcons allerdings schwächelte und etwas zu beweisen hat. Zwischen den beiden wird es in Folge interessante Duelle geben und Rodgers ist nicht scheu davor, riskante Bälle zu verteilen.
…das Patriots Run Game:
Die Gegner der Patriots – und damit auch die Steelers – wissen inzwischen, wie sie Maye seinen tiefen Ball wegnehmen. Das öffnet allerdings zwangsläufig die Box für das Laufspiel. Rhamondre Stevenson lieferte gegen Seattle nur 2,8 Yards pro lauf während die Steelers Bijan Robinson bei 4,0 hielten. In diesem Matchup ist der Boden, selbst mit der Rückkehr von TreVeyon Henderson, auf dem Papier kein Patriots Territorium. Gegen Maye und Co. wird Pittsburgh aber weniger Fokus auf den Running Back legen können und man wird versuchen, das zu nutzen.
…Pat Freiermuth:
Fallen Pittman und Davis beide aus (oder spielen beide), wird es schwierig im Passspiel. Ohne das mögliche Pittman-Mismatch haben die Patriots für jeden Steelers Receiver eine Antwort parat. Die Chance, den Ball trotzdem loszuwerden, sind die Tight Ends gegen ein schlagbares Linebacker-Corps.
Erwartungen an das Spiel
Vermutlich wird es wieder ein zähes, defensiv geprägtes Spiel. Steelers Front und Patriots Secondary sind das, was den Takt angeben wird. Sorgen macht aus Steelers Sicht vor allem der Umstand, dass der amtierende Super Bowl Champion gegen diese Defense erst im dritten Quarter überhaupt punkten konnte. Zu erwarten, dass Maye erneut einen Blackout wie gegen Seattle haben wird und uns das Spiel in die Arme legt, wäre schlichtweg naiv. Bekommt Rodgers die Bälle nicht an den Mann, kommt es auf Warren und Dowdle an. Die lieferten gegen eine verletzungsgeschwächte Atlanta-Line aber gerade einmal 61 Yards. Eine Fallback-Lösung sieht anders aus. Die Patriots sind zu Hause zurecht klarer Favorit. Doch sie sind nicht unverwundbar. Funktioniert das eigene Run Game und kann man die Tight Ends prominent einsetzen, ist auch dieser Gegner nicht unknackbar.
SNG-Tipp: Steelers verlieren 12-16




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