McCarthy Monday Week 2

written by Andre Vilshöver
9 · 15 · 26

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Im Presseraum des UPMC Rooney Sports Complex haben sich die Vertreter:innen der Presse in Vorbereitung auf das Spiel bei den New England Patriots eingefunden. Natürlich waren auch die Leistungen gegen Atlanta und die Situation rund um Joey Porter Jr. wieder ein Thema. Mike McCarthy blieb seiner Linie treu und stand der Presse direkt Rede und Antwort.

Frage 1: Aaron Rodgers sagte nach dem Spiel, dass es viele vielversprechende Chancen auf tiefe Bälle gab und verschiedene Gründe, warum sie nicht funktionierten. Was hast du gesehen und was denkst du?

McCarthy: Ich stimme Aarons Aussagen zu, auch wenn am Ende der Sieg zählt. Gleichzeitig etablieren wir einen Standard für unser Spiel. Jedes Team unterscheidet sich, aber es geht um die Grundlagen. In der Offense trafen wir im Training Camp unsere tiefen Pässe und Big Plays. Gestern verpassten wir einige dieser Würfe. Wenn diese gelingen, steigt die Produktion im Passspiel deutlich. Unser größtes Problem lag bei Third Down: Hier wurden wir zu oft gestoppt. Mit drei oder vier verwandelten Third Downs holst du mindestens zwölf Spielzüge mehr heraus. Darauf lag unser Fokus. Wir leisteten uns ein Turnover und liefen den Ball mehrfach schlecht.
Die Coaches haben gute Arbeit geleistet, Offense, Defense und Special Teams komplett auszuwerten. Wir haben das heute in der Videoanalyse angesprochen. Dieses Spiel bildet den Ausgangspunkt. Die Defense trug uns gestern, legte einen guten Start hin und setzte einen klaren Standard. Bei den Special Teams müssen wir einige Dinge bereinigen. Wir wollen komplementären Football spielen, bei dem alle drei Phasen einander unterstützen und Fehler ausgleichen.

Frage 2: Entsprach die Offense deinen Erwartungen aus dem Training Camp oder wolltest du mehr sehen?

McCarthy: Die Leistung entsprach meinen Erwartungen, besonders da alle Spieler fit blieben. Die Trainingswoche vor dem Spiel verlief unruhig und das übertrug sich teilweise auf das Feld. Ich agierte als Play Caller unruhig. Ich brachte uns in gewissen Phasen nicht in den nötigen Rhythmus. Wir zeigten gute Sequenzen mit Potenzial, aber im September läuft es in dieser Liga oft so. Teams starten nach dem Training Camp unterschiedlich.
Als Head Coach eines jungen Teams kenne ich diese Ungeduld. Die Erfahrung von Patrick Graham, seinen Trainern und den Spielern in der Defense zahlt sich aus. Sie erwischten einen soliden Start mit Raum für Verbesserungen. Wir gewannen die Partie und müssen viele Punkte aufarbeiten. Vor uns liegt eine volle Vorbereitungswoche auf New England. Wir wollen dort das erste Auswärtsspiel gewinnen.

Frage 3: Gibt es Gründe, warum Joey länger als diese Woche für seinen Aufbau braucht, und sprechen wir über Tage oder Wochen?

McCarthy: Ich habe bereits mit Joey gesprochen, treffe mich heute aber später noch mit den Positions Coaches und den Athletiktrainern. Der vollständige Bericht fehlt mir noch. Wir planen eine Steigerung des Programms ab Mittwoch. Ich erwarte ein höheres Arbeitspensum.

Frage 4: War es eine Teamentscheidung, ihn draußen zu lassen, oder entschied der Spieler das selbst?

McCarthy: Das war meine Entscheidung. Ich verantworte den 48-Mann-Kader. Wir sprachen letzte Woche mehrfach, ich will Joey auf das Niveau der anderen Spieler bringen. Wer in der ersten Aufbauphase nicht bereit steht, ist nicht voll im Saft. Die geschäftliche Seite dieser Geschichte ist ein separates Thema. Joey kommuniziert täglich mit den Trainern, dem Krafttrainer und seinen Position Coaches. Wir bringen ihn auf das Feld, sobald er ein volles Training absolviert.

Frage 5: Wie stark beeinflusst seine Anwesenheit eure Wahl zwischen Zone und Man Coverage?

McCarthy: Diese Frage beantworte ich nicht. Er zeigte am Donnerstag in den Eins-gegen-Eins-Duellen starke Aktionen. Ich sah ihn dort zum ersten Mal aus der Nähe und war beeindruckt. Wir klären das, wenn die Zeit kommt.

Frage 6: Erwartest du seinen Einsatz nach Abschluss dieser Aufbauphase?

McCarthy: Ich erwarte seinen Einsatz.

Frage 7: Befürchtest du negative Einflüsse aufgrund der Vertragssituation auf seine Leistung?

McCarthy: Jeder Spieler geht mit solchen Situationen anders um. Verhandlungen während der laufenden Saison fallen niemandem leicht. Jeder Profi reagiert individuell darauf.

Frage 8: Befürchtest du eine Ablenkung durch diese Situation im weiteren Saisonverlauf?

McCarthy: Wir bereiten uns auf den ersten Auswärtssieg vor. Ich hoffe auf seine baldige Einsatzbereitschaft. Zur vertraglichen Situation habe ich bereits alles gesagt und belasse es dabei.

Frage 9: Zwanzig Prozent von Aarons Pässen gingen über mehr als zehn Yards in die Mitte des Feldes. War das der Gameplan oder gabst du ihm die Freiheit für diese Entscheidungen?

McCarthy: Die Kritik der Medien an seinen kurzen Pässen gefiel mir nicht, daher wollten wir das Thema direkt abhaken. Wir nutzen feste Konzepte basierend auf der gegnerischen Defense. Seit Beginn der Installation im April verfolge ich das Prinzip, dass der schnellste Weg in die Endzone durch die Platzmitte führt. Der Gegner spielte viele Sets mit nur einem tiefen Safety. Zudem boten sich Optionen für tiefe Pässe an den Außenlinien.

Frage 10: Gibt es nach dem Spiel nennenswerte Verletzungen mit Blick auf die Einsatzfähigkeit?

McCarthy: Ich sprach heute morgen kurz mit den Athletiktrainern. Sie haben ein paar Spieler behandelt, aber nach den Behandlungen und dem Krafttraining liefen die Meetings den ganzen Tag. Der vollständige Bericht liegt mir noch nicht vor.

Frage 11: Raum für das Laufspiel fehlte über weite Strecken, aber die Four-Minute Offense funktionierte. Wie bewertest du das Laufspiel?

McCarthy: Die Four-Minute Offense funktionierte exzellent und lieferte ein Fundament. Dieses Szenario drückt genau den Spielstil aus, den wir suchen. Jeder im Stadion wusste, dass wir laufen, und wir erzielten Raumgewinn. Die Blocks und die Läufe in der Schlussphase überzeugten mich. Den Running Backs fehlten etwa zehn weitere Versuche im Spiel, dann erübrigen sich Fragen zum Laufspiel.

Frage 12: Wiegst du Fehler nach dem Auftaktspiel eher als ernstes Problem ab oder versuchst du sie unter der Suche nach dem Rhythmus in Woche 1?

McCarthy: Ich verlasse mich auf meine Erfahrung und gehe methodisch vor. Ich habe heute viel Zeit mit Zahlen, Analysen und der Präsentation für die Spieler verbracht. Mit dem neuen Trainerstab kostete dieser Prozess Zeit. Ich nutze seit Jahren feste Richtwerte, Ziele und Standards für Siege in der NFL. Das haben wir heute etabliert. Ab Mittwoch greifen bekannte Routinen, da alle neuen Meetings abgeschlossen sind. Die Spieler brauchen diesen festen Ablauf für die lange Saison. Wir arbeiten fokussiert im Gebäude und schicken die Spieler zügig nach Hause. Familie und Regeneration zählen viel in dieser langen Spielzeit. Wir halten an diesem System fest.

Frage 13: Ihr habt die Wide Receiver im Sommer neu aufgestellt. Wie beurteilst du ihren ersten gemeinsamen Auftritt?

McCarthy: Einige erhielten mehr Chancen als andere. Michael Pittman nutzte seine Gelegenheiten gut. Seine Crossing Route markierte ein wichtiges Big Play. Das Bildmaterial existiert nun und zeigt den Gegnern unsere Ansätze. Wir konzentrieren uns auf unsere eigenen Stärken statt nur auf den Gegner. Wir bauen die guten Aktionen aus und beheben die Mängel.

Frage 14: Wie bewertest du drei abgewehrte Pässe an der Line of Scrimmage durch einen Routinier wie Cam Heyward, lässt sich so etwas trainieren?

McCarthy: Ich schätze erfahrene Spieler sehr. Seine Physis und sein Instinkt stechen heraus. Er erkennt sofort, wann der Pass zur Seitenlinie kommt. Sein Lesen der Situation vor dem Snap und seine Abstimmung mit T.J. sowie Alex funktionieren auf Top-Niveau. Ingame-Anpassungen entscheiden Spiele. Grundlagen und Technik bilden die Basis, aber er überträgt sie direkt auf das Feld. Er erkennt Three-Step-Drops sofort. Dieser Einfluss eines Interior Lineman sticht hervor. Er lieferte eine starke Partie ab.

Frage 15: Was sagst du zu deinem ersten Pflichtspiel an der Seitenlinie mit T.J. Watt?

McCarthy: Er ist ein enormer Einfluss und sicherte sich zwei Game Balls zum Start. Das Erkennen von Plays gegen Blocks und Running Backs waren von ihm exzellent. Wir legten im Sommer großen Wert auf die Abstände im Four-Man Rush und der Auftakt zeigte genau das gewünschte Bild. T.J. drehte die Partie innerhalb von drei oder vier Spielzügen mit einem Sack, einem Tackle for Loss und einem Interception Return Touchdown. Er prägte das gesamte Spiel.

Frage 16: T.J. erwähnte eine Einteilung seiner Snaps als Outside Linebacker, die er vorher nicht kannte. Existiert ein fester Plan für die Einsatzzeiten?

McCarthy: Ich nutze immer Berichte zur geplanten Spielzeit. Über eine gesamte Saison braucht ein Head Coach den Überblick über die Snaps. In der Defense zählt die Verteilung zwischen Base und Sub Packages sowie die Zahl der wirkungsvollen Pass Rushes. Bei zwanzig oder fünfundzwanzig Rushes müssen die Akteure in der Schlussphase frisch bleiben. Seine Aktionen in der zweiten Halbzeit bewiesen den Nutzen dieser Frische. Er lag im Bereich von etwa vierzig Spielzügen, genau wie Alex. Das sichert eine hohe Leistungsfähigkeit über das Jahr.

Frage 17: Du erwähntest zwei Game Balls für T.J., wie funktioniert euer Vergabesystem?

McCarthy:
Wir stimmen nach jedem Spiel über die Game Balls ab. Besondere Karriere Meilensteine zeichnen wir separat aus. Er erreichte als zweiter Spieler der Historie mindestens einhundert Sacks und zehn Interceptions.

Frage 18: Gestern gab es ein paar Drops. Fehlt die Spielpraxis oder trainiert ihr das diese Woche gezielt?

McCarthy: Wir schärfen die Grundlagen im Wettbewerb. Drops gehören zum Football, aber wir wollen sie abstellen. Die Receiver trainieren Sonderschichten mit dem Ball und setzen alle Vorgaben um. Trotzdem müssen wir uns hier steigern.

Frage 19: Die Patriots zeigten am Mittwoch einen ausgeglichenen Ansatz mit 33 Pässen und 31 Läufen. Wie verändert sich euer Plan, wenn TreVeyon Henderson am Sonntag aufläuft?

McCarthy: Sie besitzen einen kleinen zeitlichen Vorsprung in der Vorbereitung. Unsere Aufstellung nimmt Einfluss auf ihre Angriffsstrategie. Josh McDaniels arbeitet in seiner Karriere stets mit guter Balance zwischen Lauf und Pass. Ich erwarte einen ähnlichen Plan für das Spiel am Sonntag.

Das ist auch schon das Ende vom McCarthy Monday

Wie immer halten wir euch über die weiteren Entwicklungen über unsere Social-Media-Kanäle, unsere Homepage und den Steelcast auf dem Laufenden.

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