Draftneed #7 – EDGE

written by Jonas Wedlich
4 · 22 · 22

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EDGE

Draftneed #5 – EDGE

Rosteranalyse

#30 Tegray Scales

#38 John Simon

#48 Derrek Tuszka

#50 Delontae Scott 

#56 Alex Highsmith 

#90 TJ Watt 

#— Genard Avery

Nachdem man im letzten Draft keine weiteren Talente für den Pass Rush verpflichtete, bleibt die Position in der Tiefe weiterhin ähnlich dünn besetzt. TJ Watt wurde für seine rekordverdächtige Saison 2021 zurecht zum „Defensive Player of the Year“ gewählt und auch Alex Highsmith konnte sich in seiner zweiten Saison nochmals steigern. Zusammen sind die beiden zwei sehr gute Starter, die man aktuell nicht ersetzen braucht. Allerdings fehlt es aktuell in der zweiten Reihe: Den Edel-Backup Melvin Ingram tradete man noch während der vergangenen Saison nach Kansas City, Taco Charlton verlor man nach New Orleans und Derrek Tuszka zeigte zuletzt nicht die nötigen Fähigkeiten, um den beiden Startern eine Pause zu geben. Vermutlich die besten Chancen auf die Backup-Position hat wohl aktuell Genard Avery, den man in der Free Agency verpflichtete und der auf mehrere Jahre Erfahrung als Edge zurückgreifen kann. Als wirklicher Starter wurde er allerdings weder bei den Browns noch bei den Eagles eingesetzt. Alle weiteren Spieler dahinter kämpfen vermutlich um den 53sten Kaderplatz bzw. um das Practice Squad. 

Draftprospects 2022

Die Steelers sollten definitiv einen talentierten, jungen Edge Rusher draften. Aktuell fehlt eine gefährliche Nummer 3, die man im bestehenden Kader vermutlich auch nicht finden wird. Dafür ist diese Draftklasse wohl genau die richtige. Sowohl an der Spitze ist sie sehr stark besetzt als auch in der Tiefe können noch bis zum Beginn von Tag 3 interessante Talente gefunden werden, die man in den nächsten Jahren gut entwickeln kann. Da die Needs auf anderen Positionen deutlich größer sind, sehe ich von einem Pick in der ersten Runde ab, doch bereits ab Tag 2 könnten wir einen neuen Outside Linebacker in Pittsburgh begrüßen, da die Steelers traditionell viel Wert auf gut ausgebildete Pass Rusher legen.

David Ojabo – Michigan (6-5, 250 lbs, 21 Jahre)

Vom Talent her gehört Ojabo definitiv in die Spitze der Klasse, allerdings verletzte er sich beim Pro Day der Wolverines schwer an der Achillessehne. Daher wird er die Vorbereitung und vermutlich einen Großteil der 2022er Saison verpassen, weswegen er aktuell das Draft Board herunterfällt. Ojabo spielt noch nicht lange Football: Geboren in Nigeria, wuchs er in Schottland mit Basketball und Fußball auf. Erst spät an der High School kam er zum American Football, wo er zusammen mit Ravens 2021er First Round Pick Odafe Oweh spielte. Mit nur einem Jahr Erfahrung bekam er bereits 35 Scholarships angeboten, weswegen er sich für Michigan entschied, wo in den letzten Jahren einige starke Pass Rusher ausgebildet wurden. Ojabo überrascht in seinem Spiel mit Explosivität und Agilität. Seine größte Stärke ist der Speed Rush um den Tackle herum, bei dem er seine Füße gut einsetzt und „Benderqualitäten“ beweist. Dazu verfügt er bereits über einige Pass Rush Tools, um sich gegen Blocker durchzusetzen und ist so eine kontinuierliche Gefahr. Was ihm bisher fehlt ist die Power für den Bull Rush und das Laufspiel, bei dem er bis zuletzt meistens vom Feld genommen wurde. Wenn man beachtet, dass er erst seit fünf Jahren den Sport betreibt, am College bis letztes Jahr kaum Einsatzzeit hatte und trotzdem bereits als First Round Pick gehandelt wird, dann kann man hier getrost von einem Topathleten sprechen, der sein Ceiling vermutlich noch lange nicht erreicht hat.

SNG Draft Projection: Runde 2

Boye Mafe – Minnesota (6-4, 265 lbs, 23 Jahre)

Als Standout beim Senior Bowl ist er mit seinem tollen Get Off und seinen natürlichen Qualitäten im Outside Contain aufgefallen. Mafe ist ein sehr guter Athlet, weiß sich physisch gegen O-Liner zu behaupten und setzt sich mit einem schnellen ersten Schritt und guter Power durch. Insgesamt ist er ein kompletterer Spieler als Ojabo, verteidigt seine Gaps gut gegen den Lauf und hat so einen höheren Floor. Verbesserungswürdig sind seine Pass Rush Tools, weswegen er gerne mal die Balance verliert, da er seine Arme noch zu wenig einsetzt. Seine Stärken liegen besonders im Power Rush, wo er mit dem Bull Rush seine Gegner häufig überlaufen kann, fraglich ist allerdings, ob er das auf dem Niveau der NFL ebenso hinbekommt. Als Backup wäre Mafe dennoch jetzt schon sehr gut geeignet und mit mehr Erfahrung könnte er Highsmith auch schnell Konkurrenz bieten.

SNG Draft Projection: Runde 2

DeAngelo Malone – Western Kentucky (6-4, 240 lbs, 22 Jahre)

Als Speed Rusher hat sich Malone bei den Hilltoppers einen Namen gemacht. Insgesamt 180 Pressures konnte er in seinen fünf Jahren sammeln. Malone kommt schnell weg von der Line und schlägt seine Tackles mit Speed. Sein Bend und seine Technik sind solide, aber noch ausbaufähig. In der NFL sollte er dennoch frühzeitig als Backup Impact in vereinzelten Pass Rush Paketen haben. Zusätzlich ist er ein solider Tackler, der allerdings im Open Field gerne schlechte Winkel wählt. Sein Spiel ist limitiert auf seinen Speed Rush, da er leider völlig ohne Power in die Liga kommen wird Zusätzlich ist er auch undersized, weswegen er auch häufig seine Balance verliert. In einer 3-4 Defense wie die der Steelers bietet Malone ebenso Fähigkeiten in Coverage.

SNG Draft Projection: Runde 3

Tyreke Smith – Ohio State (6-3, 260 lbs, 22 Jahre)

Trotz seiner Masse ist Smith ein explosiver Spieler, der schnell von der Line wegkommt. Er bringt bereits einen hohen Floor mit, indem er in seinem Spiel keine großen Schwächen zeigt. Als Power Rusher ist er vielseitig einsetzbar und sowohl in 3-4 als auch in 4-3 Defense denkbar. Zwar ist er nicht der schnellste, dennoch verfügt er über gute „Benderqualitäten“, dazu ist er ein solider Run Defender und Tackler. Seine Hände sind aktiv im Hand Fighting, so dass er häufig über eine „clean chest“ verfügt. Seine Power ist dort noch ausbaufähig – physische Offensive Tackles dominierten ihn des öfteren. Smith sollte definitiv an seiner Handtechnik arbeiten. Seine Swipe, Swim und Rib Moves könnten definitiv effektiver sein. Dennoch sollte Smith bereits früh das Feld sehen und hat dazu noch die Möglichkeit sich zu einem NFL Starter zu steigern.

SNG Draft Projection: Runde 3

Myjai Sanders – Cincinnati (6-5, 255 lbs, 21 Jahre)

Sanders zeigt gute Ansätze, die er in den nächsten Jahren definitiv weiterentwickeln sollte. Seine Explosivität ist stark, welche er auch direkt in den ersten Kontakt umsetzt. Im Eins-gegen-Eins mit Offensive Tackles zeigt sich dann allerdings seine fehlende Technik. Zu leicht lässt er sich aus seinem Frame herausblocken und verliert so schnell die Balance, hier muss er definitiv daran arbeiten die Hände seiner Gegenspieler abzuwehren. Verbessern kann er ebenfalls seinen Bend um unter dem Tackle abzutauchen, dafür ist er leider nicht athletisch genug. Sanders größte Stärke ist seine Geschwindigkeit, allerdings muss er diese noch zu kontrollieren lernen. Sein Spiel wirkt häufig roh und unausgebildet, dazu fliegt er gerne einmal am Tackling vorbei. Vermutlich braucht er noch mehrere Trainingseinheiten und sollte daher zunächst lediglich als Backup eingesetzt werden. Seine Upside ist definitiv gegeben, weswegen es sich lohnt früh an Tag 3 zu investieren.

SNG Draft Projection: Runde 4

Dominique Robinson – Miami (Ohio) (6-4, 252 lbs, 23 Jahre)

Erst seit zwei Jahren spielt Robinson als Edge Rusher, davon lediglich eins als Starter. Vorher war er für die RedHawks als Wide Receiver aktiv. Die wenige Erfahrung zeigt sich in seinem Tape da seine Technik noch nicht ausgefeilt ist. Seine Hände setzt er bisher kaum ein und auch seine Füße bleiben ab und an mal stehen. Auch an seinem Bend muss er noch arbeiten. Sein Positionswechsel zeigt sich außerdem in seiner Speed und Explosivität, womit er Offensive Tackles auf dem Collegelevel meist schlagen konnte. In der NFL wird dieser Ansatz allerdings nicht mehr reichen. Robinson braucht dringend mehr Training und Erfahrung um auch komplexe Spielsituationen schneller zu verstehen. Häufig erscheint das Spiel für ihn noch zu schnell zu sein. Insgesamt bietet er ein gutes, athletisches Fundament, auf welchem man nun aufbauen sollte.

SNG Draft Projection: Runde 5

Adam Anderson – Georgia (6-5, 230 lbs, 22 Jahre)

Das erste was bei Anderson auffällt, ist sein Gewicht. Mit gerade einmal 230 lbs ist er mindesten 15 lbs leichter als es für die Position üblich ist. Sein Gewicht kommt ihm allerdings in seinem Spielstil zugute, auch wenn er dadurch ziemlich limitiert ist: Er ist ein toller Athlet mit gutem Antritt und Geschwindigkeit. Durch seine Agilität schlägt er Offensive Tackles, indem er sie außen umläuft und das Outside Contain setzt oder den Quarterback attackiert. Ein zusätzlicher Pluspunkt sind seine Fähigkeiten in Coverage, weswegen er für die Steelers Defense vielleicht nochmal interessanter ist. Genauso liegen aber auch seine Probleme auf der Hand: Andersons Spiel bringt keine Power mit, weswegen er gegen den Lauf und als Bull Rusher ein absoluter Non-Faktor ist. Seine Hände und Füße sind erst sehr wenig ausgereift, viel mehr verlässt er sich rein auf seinen Geschwindigkeitsvorteil. Hier muss er sich definitiv noch verbessern. Wenn Anderson die nächsten Schritte in der NFL gehen möchte, muss er auf jeden Fall in die richtige Defense kommen und dort zunächst limitierte Aufgaben bekommen. Wenn er sich im Training verbessert, könnte er sich auch zu einem soliden Starter entwickeln. Bereits von Beginn ist sein Potential allerdings im Special Team gegeben.

SNG Draft Projection: Runde 5

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