Training Camp am St. Vincent

written by Sascha Steel
8 · 05 · 22

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Nachdem die Steelers ihr Training Camp 54 Jahre in Folge am St. Vincent College durchgeführt hatten und diese Tradition die vergangenen 2 Jahre aufgrund der Covid19 Pandemie unterbrechen mussten, ging es letzte Woche für das Team endlich wieder nach Latrobe.

Was für das Team ein wichtiger Teil der Saisonvorbereitung ist, ist für uns Fans hingegen die erste Möglichkeit in der Saison, uns ein Bild vom Team, den Draft Picks und sonstigen neu verpflichteten Spielern zu machen. Der Großteil der öffentlich stattfindenden Sessions wird von diversen Journalisten und Experten verfolgt, sodass wir von außen Einblick bekommen.

Typisch für das Training Camp (und gleichzeitig auch am interessantesten) sind natürlich die Duelle um die Spots im Roster: Wer kann sich als Starter etablieren und wer fällt ganz aus dem Team heraus? Woche eins im Camp ist geschafft. Daher beschäftigen wir uns mit den ersten 4 Tagen und haben hier die einzelnen Positionen und die interessantesten Fragen rund um das Team zusammengetragen.

Die Quelle für die getroffenen Annahmen und Aussagen ist die Coverage aus Latrobe von Steelers Depot Beatwriter Alex Kozora (@Alex_Kozora). 

Quarterback

Wer wird der Erbe von Ben Roethlisberger? In der Free Agency wurde dafür Mitch Trubisky aus Buffalo geholt und im Draft investierte man seinen First Round Pick an Position 20 für den Quarterback der Pittsburgh Panthers Kenny Pickett. Hinzu kommt noch der bereits im Kader stehende Mason Rudolph.

Vor dem Start des Training Camps drehten sich alle Theorien ob nun Trubisky als QB1 in die Saison startet und um seinen Job spielen muss oder ob man direkt mit dem Rookie Pickett in die Saison startet. Aber wie ein Einhorn tauchte auf einmal Mason Rudolph auf, welcher sich mit soliden Leistungen nicht nur ein Lob von Offensive Coordinator Matt Canada verdiente. Sondern auch von diesem in die Diskussion um den Starting Quarterback ins Spiel gebracht wurde.

In der ersten Woche spiegeln sich die Reps der QB’s in den folgenden Stats wieder:

Trubisky – 44 Reps

16/32 (50%) 159 yards (5.0 YPA) 3 TDs 3 INTs – 9.9 YPC

Rudolph – 41 Reps

22/32 (68.9%) 181 yards (5.7 YPA) 4 TDs 0 INT – 8.2 YPC

Pickett – 37 Reps

13/26 (50%) 55 yards (2.1 YPA) 1 TD 2 INTs – 4.2 YPC

Was man aus der ersten Woche mitnehmen kann, ist die fast gleiche Verteilung der Snaps für die einzelnen Quarterbacks. 

Der “Gewinner” der ersten Woche ist Mason Rudolph.

Rudolph passt am besten auf den Ball auf, auch wenn eine klare Interception gedroppt wurde und hat die beste Completion Rate und die meisten Yards per Attempt (YPA).

Schaut man sich aber Yards per Completion (YPC) an so liegt Mitch Trubisky hier um fast 2 Yards vor Rudolph. Trubisky bewegt seine Offensive effektiv über das Spielfeld.

Der “Verlierer” der ersten Woche ist Kenny Pickett. 

Pickett hat die kürzesten YPC und YPA – seine längste Completion war über 9 Yards durch einen Pop Pass auf Calvin Austin hinter der LoS. Hinzu kommt das seine Release Zeit noch deutlich zu lange ist und er dadurch schnell unter Druck gerät. Zum Ende der ersten Woche sah man zwar eine Steigerung in Picketts Spiel, aber die Lücke zu Trubisky und Rudolph war in dieser Woche noch klar zu erkennen.

Aktuell würde das Ranking der Quarterbacks wie folgt aussehen:

#1 Trubisky

#2 Rudolph

#3 Pickett

Runningback

Najee Harris, Najee Harris und dann Najee Harris – so oder so ähnlich sah das Laufspiel der Steelers in der 2021er Saison aus. Alle dahinter eingesetzten Spieler (Snell, McFarland, Ballage, Edmunds) konnten nicht überzeugen.

Ballage ist nicht mehr da und Edmunds wurde vor dem Camp gecutted, dafür wurde Jeremy McNichols (2021 bei den Titans) verpflichtet.

Über Harris und Snell müssen wir nicht reden, dieser werden auch in dieser Saison gesetzt sein. Die Frage bleibt nur, wer nimmt Spot Nummer 3 auf dem Depth Chart ein. Anthony McFarland der schon auf dem College mit Offensive Coordinator Matt Canada erfolgreich gearbeitet hat, aber immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hat oder Jeremy McNichols der nun bei seinem 5ten Team (SF, IND, JAX, TEN)  ist und sich nie wirklich durchsetzen konnte.

Stats Day #1 and #3-4

McNichols

4 Carries, 10 Yards, 2,5 YPC

3/4 10 Yards 

McFarland

2 Carries, 6 Yards, 3 YPC

1/2 17 Yards

McFarland war wesentlich öfter auf dem Platz als die “Statistik” dies ausweist. Er wurde oft als Receiving Back in Pony Formation (2 Halfbacks neben dem QB) aufgestellt und als Pass Option nicht in betracht gezogen wurde. 

Bei den Runningbacks ist nach der ersten Woche ohne Kontakt noch nicht viel abzuleiten. Es ist aber interessant, dass die Runningbacks mehr in das Passing Game integriert werden sollen – etwas was beide in der Vergangenheit schon bewiesen haben. 

Wide Receiver

Die Steelers haben ein junges und talentiertes Wide Receiver Corps. Im aktuellen 90 Mann Roster befinden sich 11 Wide Receiver. Bei Johnson, Claypool, Pickens und Austin III gehen wir von sicheren Rosterspots aus.
Dahinter gibt es aber ein Duell für die restlichen Plätze zwischen den folgenden Receivern: 

Myles Boykin

Gunner Olszewski

Anthony Miller

Boykin von den Ravens gedrafted aber – auch durch Verletzungen – nie wirklich in Schwung gekommen; Olszewski ist ein Special Teams Ass und hat bei den Patriots einige Touchdowns in diesen erzielt. Anthony Miller ist mit 27 der Veteran der 3, war letztes Jahr schon der Steelers (im PS) und ein alter Weggefährte von Mitch Trubisky.

Stats Day #1 and #3-4

Boykin

3/5 45 Yards 

Olszewski

3/5 32 Yards 1 Drop

Miller

4/9 26 Yards 1 TD

Was auffällt ist das alle 3 in der Rotation viele Snaps sehen. Diese sind mit den Abwesenheiten von Johnson (Individuelles Training) und Claypool (Schulter) schnell erklärt. 

Miller und Boykin operieren beide sehr oft außen als X oder Y Receiver und Olszewski ist eher im Slot zu finden. Miller hat nach Rookie Receiver Pickers mit 9 die meisten Targets gesehen – wobei aber auch einige tiefe Bälle dabei waren, welche schwer zu fangen / erreichen waren.
Bei Boykin und Olzweski viel auf, dass Sie Catches machen können, es aber mehr sein könnten. Hier muss der Ball noch bestimmter gesichert / an den Mann gebracht werden.

Olszewski und Miller führen zudem ein Duell um den Spot als Kickreturner. Bei den bisherigen “Fang und halte so viele Bälle wie möglich” Drills hatte Miller bisher leicht die Nase vorne. Hier darf man gespannt sein, wie die ersten richtigen Reps in Pads und Helmet aussehen.  

Generell kann man hier noch nicht sagen wer hier aktuell die Nase vorne hat. Die zweite Woche und intensivere Woche wird zeigen ob sich jemand durchsetzen. kann. Und wer weiß evtl bestätigen einige der UDFA’s (Tyler Vaugns (4/4 13 Yards 3 TD) Ihre Form – so das wir beim nächsten Mal auch über diese schreiben werden.

Tight End

Auf der Position des Tight Ends sind Pat Freiermuth und Zach Gentry klar gesetzt. Die Frage welche es im Camp zu beantworten gilt, ist die Frage wer wird die Nummer 3 im Roster werden?

Kevin Rader der diesen Spot nach der Verletzung von Eric Ebron in 2021 übernommen hat? Jace Sternberger, der das Ende der Saison auf dem Steeler Practice Squad verbracht hat? Oder ist es am Ende der flexibel einsetzbare Rookie Connor Heyward den die Steelers in der 6ten Runde gedraftet haben? 

Schaut man sich die Zahlen an, so kann man sehen, dass im Passspiel alle Ihre Chance bekommen: 

Stats Day #1 and #3-4

Rader

1/3 3 Yards 

Sternberger

2/4 15 Yards 1 Drop

Heyward

4/4 14 Yards 1 Touchdown

Das eine sind die Zahlen, das andere sind die Erkenntnisse, welche die Zahlen nicht liefern:

Rader macht eine gewohnt gute Figur im Blocking Game (auch wenn dies Ohne Pads schwer zu bewerten ist) und hat seine Schwierigkeiten, wenn es ums Route Running geht.  

Jace Sternberger ist der unauffälligste der drei im bisherigen Campverlauf, er hatte einen Catch mit vernünftigen YAC, aber ansonsten kam noch nicht viel vom ehemaligen Packer. 

Bei Connor Heyward – der exklusiv mit den Tight Ends trainiert – stechen die sicheren Hände heraus so erzielte er an Tag 4 einen Touchdown wo er einen “Pop up Pass” einsammelt und sich gegen die Defense durchsetzt.

Nach der ersten Woche kann man festhalten, das Connor Heyward einen sehr guten Eindruck macht und die anderen beiden noch eine Schippe drauflegen müssen, wenn Sie eine Chance auf einen Rosterspot haben Wollen. 

Tackle

Die Starter Spots dürften hier mit Moore und Okorafor fest stehen. Gerade Dan Moore sammelt seit Camp Beginn einiges an Lob von den Coaches und Mitspielern (allen voran Alex Highsmith, der als rechter EDGE entsprechend viele Reps gegen ihn spielte).

Die Große Frage bleibt, wer es dahinter mit ins Roster schafft. In der näheren Auswahl stehen hier vor allem Joe Haeg und John Leglue. Ersterer stellt die erfahrene und vermutlich auch (rein qualitativ) bessere Alternative als Swing Tackle dar, während Leglue neben Tackle auch Guard spielte und somit flexibilität bei möglichen Verletzungen bietet. Dass die Steelers mit 4 Tackles in die Saison starten ist eher unwahrscheinlich, sodass es sich vermutlich zwischen diesen beiden entscheiden wird.

Kendrick Green bekam zwar auch einige Reps als Tackle, dass er dort als valide Option vorgehalten wird, ist aber unwahrscheinlich.

Interior Offensive Line

Zunächst fällt hier auf, dass Kendrick Green bisher nicht als Center auflief. Dieses Experiment dürfte also endgültig gescheitert sein. Dafür wechselt er sich mit Kevin Dotson täglich im First Team als Left Guard ab. Die beiden scheinen dort also gleiche Chancen auf den Starter Spot zu haben und sich in einem echten Battle zu befinden.

Selbst wenn Mason Cole als vermeintlicher Starter für die Center Position geholt wurde und bisher auch als einziger mit der First Team OL trainiert, sollte man J.C. Hassenauer nicht komplett abschreiben. Lediglich James Daniels steht als Starter auf Right Guard fest.

Interior Defensive Line

Durch das Retirement von Stefon Tuitt entstand in der Line natürlich eine Lücke auf Defensive End, bzw. Defensive Tackle in den Sub-Packages, die gefüllt werden möchte. Der IDL-Room der Steelers ist unglaublich tief besetzt mit Spielern, von denen einige die Qualität als potentielle Starter mitbringen. Unter anderem dürften Chris Wormley, Larry Ogunjobi, Isaiah Loudermilk und drittrunden Draftpick DeMarvin Leal ihren Namen mit in den Hut werfen. Zu Ogunjobi, der derzeit noch seine Fußverletzung auskuriert und lediglich individuelles Training absolviert, lässt sich entsprechend wenig sagen. An dessen Stelle bekommt Chris Wormley die First Team Reps neben Heyward und Mondeaux mit Loudermilk im Second Team sowie den Davis Brüdern dahinter. Leal überzeugt mit Flexibilität und wurde viel in der Line herumgeschoben, spielte innen neben Adams und Mondeaux oder als Rusher in den Nickel Packages.

Weiterhin offen bleibt außerdem die Frage, wer zu Saisonbeginn als Etatmäßiger Nose Tackle im Base Personell auflaufen darf. Da Tyson Alualu nachwievor angeschlagen ist, bekommt Montravious Adams dessen Snaps im Camp. Aber auch Larry Ogunjobi, der bei den Bengals unter anderem als NT auflief, dürfte eine Option darstellen.

Edge Rusher

Die Starter auf EDGE überraschen mit T.J. Watt und Alex Highsmith nicht. Die große Frage ist, was dahinter passiert. Sowohl für die Rotation als auch für einen weiteren Backup gibt es noch Platz im Depth Chart. Um diese Stellen spielen derzeit vor allem Genard Avery, Derrek Tuszka und Tuzar Skipper. Gerade für Tuszka, der ebenso inside spielen kann und dies im Camp auch tut, stellt die dünne EDGE eine Möglichkeit dar, es ins Team zu schaffen. Im hart umkämpften IDL Room würde er sich nicht durchsetzen können. Denkbar ist aber auch, dass z.B. der bereits erwähnte DeMarvin Leal als Hybridspieler und Emergency Rusher vorgehalten wird und man mit nur 3 “echten” EDGE Rushern startet.

Linebacker

Nachwievor ist die Große Frage, ob Devin Bush wieder zu seiner Form zurückfinden wird und die Verletzung hinter sich lassen kann. So oder so wird er wohl die Spiele neben dem neu verpflichteten Myles Jack starten. Auch das erste Backup dürfte mit Robert Spillane fix sein, der wohl eher eine tatsächliche Rotation- statt eine Backup Rolle übernehmen und damit fester Teil des Gameplan sein wird. Doch wer kommt danach? Sowohl Gilbert III als auch Mark Robinson machen bisher laut Insidern eine wirklich gute Figur. Besonders Robinson ist natürlich eine spannende Geschichte, da er als gelernter Running Back kaum Erfahrung auf dieser Position hat. Es sieht also so aus, dass Brian Flores als Positional Coach ganze Arbeit leistet.

Marcus Allen fiel bisher einen signifikanten Teil des Camps mit einer Oberschenkelverletzung aus. Einen wirklichen Konkurrenten als Dime Backer wird man aber vergeblich im Roster suchen.

Defensive Back

Da derzeit einige Starter (darunter Fitzpatrick und Wallace) verletzungsbedingt nicht im Team trainieren, können die hinteren Reihen ihre Qualitäten unter Beweis stellen. So spielt z.B. Damontae Kazee die Einheiten im First Team auf Free Safety. Mit dem dünn besetzten Corner Back Room ist daher nicht auszuschließen, dass man vielleicht den ein oder anderen unbekannteren Namen in Aktion sieht. Denkbar ist z.B., dass der eigentlich als Safety gelistete Tre Norwood im Slot zum Einsatz kommt und sich dort für das Team interessant machen kann. Norwood bekam über die eigentlichen DB Einsätze hinaus auch Snaps als Dimebacker für den verletzten Allen. Er wird ihn dort zwar nicht in der Saison ersetzen können, stellt aber ohne Frage seine Vielseitigkeit in der Defense unter Beweis.

Punter

ADie Punter waren bisher nur an 1 der Camp Tage aktiv. Harvin machte hier – ohne Druck – Punts mit einer Hangtime zwischen 4,4 und 4,9 Sekunden Hangtime, was absolut im NFL Schnitt liegt und platziert diese ordentlich..
Konkurrent Nizialek fiel mit einem Punt auf die Tribüne auf machte seine Sache aber ansonten vernünftig mit Hangtimes zwischen 3,63 und 4,72 Sekunden.
Hier gilt es abzuwarten wie die ersten Punts mit “Pads und Helmets” aussehen. Denn hier wird sich zeigen wer mehr Konstanz in der Platzierung des Eis zeigen kann.

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