Review Woche 12 Colts vs Steelers

written by Andre Vilshöver
11 · 29 · 22

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Victory Tuesday ist die wichtigste Erkenntnis, die man als Fan aus dem Duell gegen die
Indianapolis Colts mitnehmen kann.
Am Ende setzten sich die Steelers mit 24:17 im Lucas Oil Stadium durch und verbesserten
ihren Record nun auf 4-7.
Die Steelers sollten in das Spiel ohne Myles Boykin, Jaylen Warren und Robert Spillane
gehen – diese wurden durch Cody White, Anthony McFarland und Mark Robinson ersetzt.
Der Coin Toss wurde von den Colts gewonnen und diese entschieden sich für den Ballbesitz
in Halbzeit zwei. Somit begannen die Steelers das Spiel mit Ballbesitz und ähnlich wie bei
der Niederlage gegen die Bengals in Woche 11 legte die Offensive gut los. Am Ende sollte
im ersten Drive der Steelers Kicker Matthew Wright aus 45 Yards antreten und die Steelers
mit 3:0 in Führung bringen.
Der Kickoff von Wright war erneut nicht gut und so konnten die Colts an die eigene
34-Yard-Linie laufen. Aber auf der anderen Seite des Balles war die Defense direkt da und
konnte das Big Play machen. Bereits im zweiten Play konnte James Pierre sich vor Receiver
Pittman Jr. schieben und die Steelers an der 38-Yard-Linie der Colts in Ballbesitz bringen.
Aus der sehr guten Feldposition konnten die Steelers aber nichts machen und nach einem
Sack für -12 Yards war man an der 38 Yards Linie der Colts aus der Field Goal Range raus
oder vertraute seinem Kicker nicht genug und entschied sich für den Punt. Der Punt von
Harvin III landete trotz des Einsatzes von Cody White aber in der Endzone.
Aber die Defense lies weiterhin nichts zu und so sollten die Colts nach drei Plays wieder
punten müssen und die Steelers sollten den Ball an die eigene 38-Yard-Linie zurücktragen.
Man kam zwar in die Hälfte der Colts, aber wieder nur in eine ähnliche Feldposition
(34-Yard-Linie der Colts) wie im Drive zuvor. Diesmal entschied man sich für den Kick und
schickte Matthew Wright auf den Platz, der den Ball mit Hilfe der rechten Innenseite des
Goal Posts verwandelte und die Führung der Steelers zu beginn des zweiten Quarters
ausbaute.
Nachdem man auch im nächsten Drive die Colts schnell stoppen konnte, begannen die
Steelers nach nur 52 Sekunden ihren vierten Drive in diesem Spiel an der eigenen
21-Yard-Linie. Türöffner in diesem Drive war wieder einmal die Verbindung zwischen Pickett
und Pickens, die direkt im ersten Play für 35 Yards und Ballbesitz in der Hälfte der Colts
sorgte. Darauf aufbauend arbeitete man sich Play für Play in die Redzone vor. Am Ende war
es dann Najee Harris, der aus sechs Yards in die Endzone der Colts lief und die Führung der
Steelers auf 13:0 ausbaute.
Mitte des zweiten Quarters sollten die Colts dann Ihren bis dahin besten Drive auf das
Gridiron bringen. Angeführt von Jonathan Taylor, welcher bis zu diesem Zeitpunkt kein
Faktor im Spiel war, kamen die Colts in die Hälfte der Steelers. Die Defense hielt den
Gegner davon ab, einen Touchdown zu erzielen und so blieb den Colts nichts anderes übrig,
als Kicker Chase McLaughlin aufs Feld zu schicken. Dieser verwandelte aus 51 Yards sicher
für die ersten Punkte der Colts.
Die Offensive der Steelers zeigte sich davon nicht wirklich beeindruckt und spielte weiter
Ihren Stiefel runter. Angetrieben durch ein variables Laufspiel über drei verschiedene

Runningbacks (Harris, McFarland und Snell) gelang es den Steelers, sich erneut tief in die
Redzone der Colts vorzuarbeiten. Am Ende sollte man aber zu der Entscheidung
gezwungen sein, beim 4th & Goal von der 7-Yard-Linie nur ein Field Goal mitzunehmen.
Matthew Wright verwandelte den Cheap Shot aus 25 Yards sicher. Hier haben Pickett und
Pickens einen Touchdown liegen lassen!
Dies sollte allerdings der letzte Drive von Najee Harris in diesem Spiel sein, der sich eine
Bauchverletzung zugezogen hat und nach dem Drive in die Kabine ging, aus welcher er in
der Halbzeit als “Out” gemeldet wurde.
Hier kommt nun wieder die Frage: Schlechtes Clock Management oder wie viel Zeit auf der
Uhr ist am Ende zu viel Zeit!? Denn die Steelers haben den Colts, welche den Ball in der
zweiten Halbzeit bekommen sollten, noch 56 Sekunden auf der Uhr gelassen. Begünstigt
durch einen guten Return aus der Endzone an die eigene 41-Yard-Linie, waren die Colts in
einer guten Feldposition. Diese sollten die Colts unter der Nutzung ihrer verbleibenden
Timeouts auch so verbessern können, dass sie ihren Kicker zu einem 59 Yards Field Goal –
in einem geschlossenen Dome – in Position bringen konnten. Aber die Defensive der
Steelers, in Person von Isaiahh Loudermilk, hatte etwas dagegen und der
Field-Goal-Versuch wurde geblockt.
So ging es mit 16:3 für die Steelers in die Halbzeit. Die Steelers lagen in allen Kategorien
entscheidend vorne und waren sowohl offensiv wie defensiv das bessere Team in Halbzeit
eins.
Aber Leute, die Steelers Football kennen, ahnten schon Böses. Denn die Steelers sind
bekannt dafür, mit einer Führung im Rücken sehr konservativ zu werden, was das
Playcalling angeht und auch in Woche 11 bei der Niederlage gegen die Bengals zeigte man
in der zweiten Hälfte ein vollkommen anderes Gesicht!
Und genau so sollte die zweite Halbzeit auch starten! Kick-Returner Flowers sollte den Ball
tief in der eigenen Endzone (-8 Yards) aufnehmen und bis an die 19-Yard-Linie der Steelers
tragen. Hier waren James Pierre und Connor Heyward verantwortlich, dass es kein
Kickoff-Return-Touchdown für die Colts wurde.
Aber die Colts sollten diese Eröffnung nutzen und den Ball vier Plays später in Person von
Jonathan Taylor aus zwei Yards in die Endzone der Steelers tragen und den Spielstand auf
16:10 verkürzen.
Dass die Offensive der Steelers sich nach drei Plays (Pass-Run-Run) mit einem 3 & Out und
einem Punt an die 12-Yard-Linie der Colts vom Ball trennte, sollte das Momentum immer
weiter in Richtung der Hausherren schwingen lassen.
Die Colts hatten offensichtlich in der Halbzeit die richtigen Adjustments für die zweite Hälfte
gemacht. Denn es entwickelte sich im folgenden Drive der Colts immer dasselbe Bild: 1st
Down Run über Taylor und wenn dies kein neues First Down brachte, dann ging der Ball
beim 2nd Down auf die Tight Ends Woods (Rookie) und Allie-Cox. Auf Seiten der Steelers
sammelte die Defensive in diesem Drive auch einige Flaggen, was den Colts immer wieder
zusätzliche Yards bescherte. So sollte eine Defensive Pass Interference gegen Minkah
Fitzpatrick den Colts an der 1-Yard-Linie ein 1st & Goal bescheren. Man rechnete schon mit
einem erneuten Touchdown über Taylor, aber der Handoff zwischen ihm und Ryan ging
schief und der Ball war frei. Ryan warf sich zwar auf den Ball, konnte diesen aber nicht

festmachen und so brachte Chris Wormley die Steelers an der eigenen 7-Yard-Linie in
Ballbesitz.
Ein Funken zum richtigen Zeitpunkt, um die Offensive wieder ans Laufen zu bringen? Davon
hat die Offensive aber leider nichts mitbekommen und so schaffte man ganze acht Yards
und ein erneutes 3 & Out. Zumindest verschaffte man Harvin etwas Platz zum punten, aber
aufgrund der Feldposition konnte man mit einem Punt an die 45-Yard-Linie der Colts
zufrieden sein.
Im nächsten Drive sollte Matt Ryan mit chirurgischer Präzision die Defensive der Steelers
auseinander nehmen. Das Mismatch über Rookie Tight End Jelani Woods wurde immer
mehr zum Schlüssel für die Colts Offensive. So arbeiteten die Hausherren sich zügig über
das Feld in die Redzone der Steelers. Am Ende war es dann Receiver Michael Pittman Jr.,
der den Pass von Ryan in der Endzone fing und die Colts das erste Mal im Spiel kurz vor
Ende des dritten Quarters mit 17:16 in Führung bringen sollte.
Der Funke aus dem Turnover sollte nun verspätet in diesem Drive bei der Offensive zünden.
Man übernahm den Ball Ende von Q3 und arbeitete sich kontinuierlich – auch begünstigt
durch einen Roughing the Passer Flagge – über das Feld. Fünf verschiedene Receiver sollte
Kenny Pickett in diesem Drive mit mehr oder weniger Erfolg anwerfen und die Steelers so in
eine Goal Line Situation bringen. Am Ende war es dann Running Back Benny Snell, der aus
zwei Yards in die Endzone lief – ein Touchdown, den er sich im Laufe des Spiels verdient
hat!
Aber die Steelers blieben mit der Offense auf dem Platz – es sollte eine 2-Point-Conversion
versucht werden. Durch die Mobilität von Pickett blieb das Play am Leben und so konnte am
Ende George Pickens den Pass zur erfolgreichen 2-Point-Conversion zum 24:17 für die
Steelers fangen!
Im Boxen spricht man von einem Wirkungstreffer, so ähnlich fühlte sich zumindest der
nächste Drive der Colts an, als man sich mit einem 3 & Out erneut zeitnah vom Ball trennen
musste und den Ball wieder an die Steelers geben musste.
Knapp acht Minuten auf der Uhr und man liegt in Führung – das sind nun die Drives, in
denen sich die Spreu vom Weizen trennt. Bloß nicht 3 & Out gehen und dem Gegner zu viel
Zeit geben, im Idealfall sogar noch einmal mit eigenen Punkte nachlegen. Eigene Punkte
sollten den Steelers in diesem Drive nicht gelingen, aber man war in der Lage, fast vier
Minuten Zeit von der Uhr zu nehmen und den Druck auf die Colts zu erhöhen. Der Punt von
Harvin III an die 7-Yard-Linie der Colts war in diesem Moment sehr wichtig.
Nun hieß es auf Seiten der Steelers, alles kann passieren – aber die Colts dürfen keinen
Touchdown zulassen! Aber das war leichter gesagt als getan, denn die Colts waren mit drei
Plays bereits an der 44-Yard-Linie der Steelers. Mit der Two-Minute Warning schafften es die
Steelers, die Colts zu einem 4 & 3 zu zwingen, welches aber anschließend gegen drei (!)
Steelers Verteidiger zu vier neuen Versuchen verwandelt werden konnte.
Aber nach der Two-Minute Warning war die Steelers Defense in Person von Alex Highsmith
da und schaffte einen Strip-Sack-Fumble gegen Matt Ryan und die Colts verloren Yards und

kommen musste und 30 Sekunden vor Schluß bei 4 & 3 sollte das finale und entscheidende
Play passieren:
Campbell wird sehr aggressiv auf der Wheel Route frei geblockt, aber Cameron Sutton
konnte die Reception des Colts-Wide-Receivers verhindern und beendete das Spiel!
Die Steelers kommen mit Kenny Pickett noch einmal auf den Platz und knieten das Spiel in
der schönsten aller Formationen ab!
Fazit:

  • Auch wenn die Steelers gewonnen haben, so ist nicht alles Gold was glänzt. Genau wie in
    der letzten Woche gegen die Bengals hat man heute wieder zwei verschiedene Halbzeiten
    gesehen.
  • Das Kick Off Special Team war eine katastrophe, ermöglichte den Colts zwei Big Plays und
    brachte direkt in Scoring-Reichweite!
  • Auch wenn Kenny Pickett nun 100+ Pässe ohne eine Interception ist, sieht man immer
    wieder, dass er ein Rookie ist. Offene Receiver werden übersehen, Pässe kommen zu hoch
    oder zu tief auf die Receiver oder die Bälle sind nicht optimal platziert, so dass ein
    Touchdown liegen gelassen wird.
  • Die Defensive braucht Ruhepausen, das hat man gerade im dritten Quarter gemerkt, als
    Matt Ryan mit uns Schlitten gefahren ist. Und das konsequente NICHT Covern von Tight
    Ends ist ein massives Problem!

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