Review Week 7: Pittsburgh Steelers @ Miami Dolphins

written by Stefan Janssen
10 · 24 · 22

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20221023 AD4073 Miami Dolphins vs Pittsburgh Steelers

Die Pittsburgh Steelers verlieren mit 10:16 bei den Miami Dolphins. Es ist ein Ergebnis, das vor dem Spiel sicher kaum jemand erwartet hätte, bei all der Feuerkraft, die Miamis Offense hat, bei der Quarterback Tua Tagovailoa sein Comeback gab. Am Ende ist es aus Steelers-Sicht eine sehr frustrierende Niederlage, der man aber auch Positives abgewinnen kann.
Zu Beginn des Spiels hatte die Offense der Dolphins keine große Mühe. Es gab immer wieder Plays für mehr als zehn Yards, nicht selten holten sie gleich beim First Down ein neues. Vor allem über die Mitte waren die schnellen und gefährlichen Receiver oft frei, aber auch das Laufspiel funktionierte. Raheem Mostert fing schließlich einen Touchdown-Pass von Tua Tagovailoa und sorgte für die 7:0-Führung. Auch danach lief Miamis Offense größtenteils gut, aber die Steelers-Defense konnte sie immerhin bei nur zwei weiteren Field Goals halten. Levi Wallace ließ dabei leider eine gute Chance auf eine Interception liegen, Minkah Fitzpatrick war mehrfach für entscheidende Stops zur Stelle.
Die Offense der Steelers brauchte im Gegensatz zu Miami eine Weile, um im Spiel anzukommen. Zuerst gab es ein 3 & Out nach klassischem Run-Run-Pass, danach eine Interception, nachdem Chase Claypool gestolpert war (wobei es möglicherweise auch ein Foul hätte sein können). Das erste First Down gelang erst kurz vor Ende des ersten Viertels, der Drive wurde dann mit einem Field Goal abgeschlossen.
Die Steelers-Offense kam jetzt immer besser rein und konnte vor der Halbzeit noch einen sehr starken Drive über 86 Yards auflegen, bei dem mehrfach Raumverlust durch Strafen oder Tackles im Backfield wettgemacht werden konnte. Am Ende fing George Pickens auf (fast schon gewohnt) spektakuläre Weise den ersten Touchdown seiner Karriere. In den letzten zwei Minuten der ersten Hälfte kam Miami nochmal das Feld herunter und erzielte ein weiteres Field Goal. Auch hier hätte der Drive vorher enden können, doch Cam Sutton ließ eine dicke Chance auf eine Interception buchstäblich durch die Finger gleiten. Zur Pause stand es somit 16:10 für die Dolphins.
Die zweite Hälfte startete zunächst denkbar schlecht aus Steelers-Sicht: Zunächst verlor Najee Harris ein Yard bei einem Lauf, dann wurde Kenny Pickett gesacked. Es folgte ein Punt. Miami ging danach das Feld runter und hatte bei 4th & 3 tief in der Hälfte der Steelers drei Punkte so gut wie sicher – doch Head Coach Mike McDaniel entschied sich gegen das Field Goal von der 14-Yard-Linie. Die Steelers-Defense hielt bei der 4th-Down-Conversion und holte den Ball zurück. Das Momentum konnte jedoch nicht genutzt werden, erneut gab es einen Punt der Offense.
Es folgte ein Punt-Festival, beide Defenses ließen wenig zu. Terrell Edmunds droppte zwischenzeitlich die dritte mögliche Interception für Pittsburgh. Doch was die Defense hier zeigte, war ganz groß: Sie hielt Miami im zweiten Durchgang bei null Punkten und gab dem Team eine Chance auf den Sieg. Einziger Kritikpunkt sind insgesamt vier gedroppte Interceptions, die vielleicht für einen anderen Ausgang gesorgt hätten.
Das ist aber jammern auf hohem Niveau, denn die Offense hatte selbst ihre Möglichkeiten. Im vierten Viertel war sie zweimal in Miamis Hälfte, bekam aber ebenfalls keine Punkte hin. Bei 3rd & 16 nach mehreren Strafen war Pickett mit einem Pass gut drei Minuten vor dem Ende zu spät dran und Dolphins-Safety Jevon Holland fing den Ball vor Diontae Johnson ab. Weil die Defense danach erneut hielt, gab es mit gut zweieinhalb Minuten auf der Uhr noch eine Chance. Pickett leitete zunächst einen soliden Drive bis in die Dolphins-Hälfte, leistete sich dann aber einen folgenschweren Fehler: Mit unter 30 Sekunden zu gehen bei 2nd&2 von der 25-Yard-Linie wollte er zu Johnson in die Endzone werfen. Dabei wollte der Rookie wohl schlicht zu viel, er hätte mit einem Lauf zur Außenlinie wohl auch das First Down schaffen können. Stattdessen wurde der Pass von Noah Igbinoghene abgefangen. Ball Game.
Fazit: Die Interceptions von Pickett im letzten Viertel waren brutal. Beide gehen auf die Kappe des Quarterbacks und die durchaus vorhandenen Chancen auf den Sieg wurden hier weggeworfen. Aber: Es ist Picketts Rookie-Saison. Er muss Fehler machen dürfen, um sich zum Franchise-Quarterback zu entwickeln. Wir alle wollen, dass er diese Saison nutzt, um zu lernen. Das wird er aus diesen Fehlern und sie werden ihn am Ende hoffentlich stärker machen.
Die Defense ist ausdrücklich zu loben. Was am Anfang nach einem Blowout aussah, entpuppte sich letztlich als starke Performance. Coaches und Spieler haben schon während der ersten Hälfte die richtigen Anpassungen vorgenommen und ein bärenstarkes Spiel abgeliefert. Die meisten Teams werden gegen die Dolphins mit Tua mehr als 16 Punkte kassieren. Die Defense hat heute das gemacht, was die Steelers von ihr brauchen: Sie hat dem Team eine Chance auf den Sieg gegeben. Mit einem oder zwei Picks hätte sie es vielleicht sogar gewonnen.
Unter dem Strich steht jetzt ein 2:5-Record. Kommenden Sonntag geht es zu den noch ungeschlagenen Philadelphia Eagles, die aus ihrer Bye Week kommen. Die Aussichten waren schon mal besser, doch mit der Defense in dieser Form (immer noch ohne TJ Watt!) ist immer etwas möglich.

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