Preview Week 6: Steelers vs Buccaneers

written by Tobias Neumann
10 · 15 · 22

Zur Startseite

FB IMG 1665852545926

Die anfängliche Euphorie um Kenny Pickett scheint nach dem letzten Sonntag etwas gedämpft. Nichts war es mit dem erhofften Upset, wie ihn Ben damals bei seinem ersten Start auf das Feld brachte. Nicht einmal schafften es die Steelers in die Endzone im Highmark Stadium. Auch wenn es eben gegen das vermutlich beste Team der Liga ging, eine Niederlage ist und bleibt eine Niederlage. Und niemand verliert gern. Egal, gegen wen. 

– Weekly update –

Das Positive zuerst: Die Steelers haben zwar bis zur Bye Week noch einen recht harten Schedule, mit den Bills aber den wohl härtesten Gegner bereits hinter sich. Und auch wenn Kennys erster Passing Touchdown noch auf sich warten lässt, hat man in seinen ersten 1 ½ Games gesehen, dass er auch auf NFL Niveau in der Lage ist, den Ball zu bewegen. Im Gegensatz zu Mitch nutzt er eben unser breit aufgestelltes Receiver Corps aus, um unberechenbar zu bleiben: 10 verschiedene Anspielstationen nutzte er gegen die Bills. Darunter 13x Johnson, 9x Claypool, 8x Pickens und 6x Gentry. Bei seinen Pässen geht er gezielt durch seine Progressions und klebt nicht verzweifelt an seinem ersten Read. Die Verbindungen zwischen Kenny und seinen Receivern sind da und werden sich vermutlich noch von Woche zu Woche verbessern, da er nun auch mit dem 1st Team trainiert.

Der Wermutstropfen für das kommende Game? Der Injury Report. Sechs Spieler wurden bisher als “Out” gemeldet. Darunter vier der fünf Starter im Defensive Backfield: Cam Sutton, Ahkello Witherspoon, Levi Wallace und Minkah Fitzpatrick sind alle zum Zusehen gezwungen. Die Position von Minkah wird erneut Tre Norwood bespielen, der gegen die Bills zwar Schwächen zeigte, alles in allem aber einen vernünftigen Job machte, wenn man bedenkt, gegen wen er spielen musste. Sorgen bereiten jedoch die Corner Backs: Die 3 offenen Starterposten werden von Josh Jackson, James Pierre und Arthur Maulet übernommen. Warum ich da so sicher bin? Es gibt keine anderen! Durch die Verletzungen haben die Steelers ihren Depth Chart bis zum letzten ausgereizt. Und sollte auch nur einer davon ausfallen, wird Teryl Austin gezwungen sein, Linebacker und Safeties in den Slot zu stellen. 

Außerdem als “Out” gemeldet, sind DeMarvin Leal und Pat Freiermuth. Leal ist natürlich eine wichtige Schachfigur für unsere D-Line, bei deren Tiefe aber noch verschmerzbar ist. Ebenso wie Muth, der natürlich qualitativ fehlen wird. Seit dem letzten Game hat man allerdings gesehen, dass auch Connor Heyward und vor allem Zach Gentry gut mit Kenny funktionieren.

– Gegnercheck –

Waren die Bucs die letzten Jahre mit Brady immer mit unter den Titelfavoriten, finden sie sich dieses Jahr eher irgendwo im Mittelfeld der Tabelle wieder und sind definitiv eine einfachere Herausforderung im Vergleich zu letzter Woche. Wohlgemerkt einfacher…nicht einfach.

– Offense –

Die offensive Identität der Bucs ist und bleibt Tom Brady. Er bekommt den Ball und er entscheidet, was damit passiert. ⅔ der Offensiven Plays sind Pässe in Tampa. Dafür stellt man ihm eine gute Offensive Line und ein breit aufgestelltes Receiver Corps zur Verfügung. Seine drei meist angespielten Targets (Gage, Fournette und Evans) haben jeweils 31, 30 und 29 Targets. Brady verteilt den Ball also wie gewohnt breit über das Feld. Und genau dies wird das Mismatch am Gameday gegen unsere Defense sein. Da wir nahezu komplett mit Backups in der Secondary starten müssen, wird Brady irgendwo offene Receiver finden und nutzen können. Bleibt der Passrush so zahnlos wie die letzten Spiele, kann er sich also gemütlich seine Targets aussuchen.

Aus genau dem Grund ist es wichtig, Druck zu generieren. Das jedoch nach wie vor ohne T.J. und gegen eine O-Line, die mit 12,1% die niedrigste Pressure-Quote der Liga hat. Die Bucs schaffen es also bisher ganz gut, ihren alten Mann zu beschützen. Selbst ohne Schützenhilfe der Refs. Will man unbedingt eine Schwachstelle in der Line finden, kann man den Left Tackle Donovan Smith und vor allem Rookie Guard Luke Goedecke nennen. Letzterer war allein für ⅓ der Pressures auf Brady verantwortlich. Mit entsprechenden Stunts und Blitz-Konzepten sollten die Steelers in der Lage sein, Druck über die Mitte zu kreieren.

– Defense –

Die Bucs versuchen vor allem über ihre Front zu agieren, was ihnen jedoch nicht unbedingt gelingt. 70% des Defensiven Caps gibt man in Tampa für die Front Seven aus. Und das trotz 4 Spielern aus den ersten beiden Draftrunden noch unter Rookievertrag. Trotzdem erlaubt man gegen den Lauf 4,4 Yards/Play (Rang 19) und kreiert trotz hohen Blitz-Quoten (29,6%) nur mäßig Druck auf die gegnerischen QBs. Häufig liegt es gegen den Run daran, dass die Defensive Linemen ihre Blocks nicht gewinnen können. Hat man freie Duelle, sitzen die Tackle aber. Mit nur 13 Missed Tackles stehen sie auf Rang 1 der Liga.

Die Secondary ist wie die Offense eher in die Breite aufgestellt. Man bietet der gegnerischen Offense mit viel Zone Coverage lieber möglichst wenige Lücken, als einzelne Receiver gezielt aus dem Spiel zu nehmen. Dabei stellt man die Outside Corner, so wie wir, immer auf dieselbe Spielfeldseite, statt sie gezielt gegen Receiver zu matchen. Switchen sie, wie gegen die Falcons letzte Woche, bei 3rd Downs in Man-Coverage, sollte Kenny aber in der Lage sein, sich seine Matchups im Passspiel auszusuchen. Lieblingsziel der Gegner bisher war dabei Carlton Davis, der fast ausschließlich als linker Corner auflief. 42 mal wurde er angeworfen für 25 Receptions und 353 Yards.

 – Key Matchups –

  • QB Tom Brady <-> Steelers Secondary
  • RG Luke Goedecke <-> Larry Ogunjobi
  • EDGE Shaquil Barrett <-> Chukwuma Okorafor
  • CB Carlton Davis <-> George Pickens

 – Fazit –

Die Bucs sind auf dem Papier schlagbar. Wir bieten ihnen allerdings mit dem geschwächten Defensive Backfield viel Angriffsfläche für ihre passlastige Offense. Für einen Sieg sind daher vor allem 2 Faktoren entscheidend: Eine Offense, die ihre Drives zu Ende bringt und auch einmal ohne Kicker Punkte kreiert und eine Secondary, deren Backups genug Widerstand bieten können.

Im Endeffekt sind es aber auch genau diese Spiele, wo ein Team seine Mentalität zeigen kann. Mit einer von den US Kollegen gern beschriebenen “winning culture” lebt es sich einfach. Aber eben diese Situationen wie wir sie gerade haben, in denen es eben nicht läuft, man nach Jahren positiver Records doch Gefahr läuft, in der Tabelle durchgereicht zu werden und man im Vorfeld eben keine klaren Antworten auf den nächsten Gegner sieht. Diese Situationen sind es, wo man die Wahl hat, den Kopf hängen zu lassen oder aufzustehen, sich den Staub aus den Jerseys zu klopfen und mit einem lauten “Fuck it!” auf den nächsten Sonntag blickt. Ich weiß, zu welcher Fraktion ich gehöre. Ich hoffe nur, das Team weiß es auch.

Related Posts

Game Preview Week 13 at Falcons

Game Preview Week 13 at Falcons

Nur eine Woche nach dem Sieg über Matt Ryan treffen die Steelers mit den Atlanta Falcons auf das Team, das dieser Quarterback in der näheren Vergangenheit wohl mehr geprägt hat als jeder andere Spieler. - Weekly update - Gegen die Colts zeigten die Steelers endlich...

Review Woche 12 Colts vs Steelers

Review Woche 12 Colts vs Steelers

Victory Tuesday ist die wichtigste Erkenntnis, die man als Fan aus dem Duell gegen dieIndianapolis Colts mitnehmen kann.Am Ende setzten sich die Steelers mit 24:17 im Lucas Oil Stadium durch und verbessertenihren Record nun auf 4-7.Die Steelers sollten in das Spiel...

Comments

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert