Die Offseason der Baltimore Ravens

written by Tobias Neumann
9 · 01 · 23

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Die Offseason der Baltimore Ravens

Die Saison 2022 der Ravens war, wieder einmal, geprägt von einigen größeren Verletzungen. Davon betroffen waren unter anderem beide Running Backs Gus Edwards und J.K. Dobbins, Wide Receiver Rashod Bateman und Devin Duvernay und natürlich vor allen anderen Quarterback Lamar Jackson, der ab Woche 14 mit einer Knieverletzung für die Restsaison ausfiel. Mit Strength & Conditioning Coach Steve Saunders war die vermeintliche Ursache für die geringe Halbwertszeit des eigenen Kaders unter Fans schnell ausgemacht. Die Trennung von diesem wurde kurz nach Beginn der Offseason daher auch ungewöhnlich präsent von der Presse aus Baltimore verarbeitet.

Free Agency

Abgänge

  • RB Kenyan Drake (Colts)
  • WR Demarcus Robinson (Rams)
  • WR Andy Isabella (Bills)
  • TE Josh Oliver (Vikings)
  • C Trystan Colon (Jets)
  • LG Ben Powers (Broncos)
  • IDL Calais Campbell (Falcons)
  • EDGE Justin Houston (Panthers)
  • CB Marcus Peters (Raiders)
  • S Chuck Clark (Jets) 

Zugänge

  • WR Odell Beckham Jr.
  • WR Nelson Agholor (Patriots)
  • EDGE Jadeveon Clowney (Browns)
  • CB Ronald Darby (Broncos)
  • CB Rock Ya-Sin (Raiders)
  • CB Arthur Maulet (Steelers)
  • LS Tyler Ott (Seahawks)

Die größte Story der Ravens war ganz klar die nahende Verlängerung des Vertrages von Signal Caller Lamar Jackson. Nachdem dieser sein Prove-it-jahr wieder einmal nicht voll spielen konnte, galt ein langfristiger Vertrag nicht unbedingt als gesichert. In Baltimore entschied man sich aber letztendlich gegen den Rebuild und stattete Jackson mit einem Fünfjahres Vertrag über bis zu 260 Millionen Dollar aus, der Team und Quarterback bis einschließlich 2027 aneinander bindet. Hinzu kommt der Wechsel des Offensive Coordinators. Unter Todd Monken erwarten viele einen Wechsel des Schemes und damit auch eine passlastigere Offense der Raben.

Entsprechend entschied man sich, die Waffenkammer Jacksons aufzurüsten und lotste mit Odell Beckham Jr. und Nelson Agholor zwei erfahrene Receiver nach Baltimore. Auf der anderen Seite des Balls ließ man Cornerback Marcus Peters nach vier Jahren ziehen. Im Backfield steht dafür nun Rock Ya-Sin. Auch der uns bekannte Arthur Maulet schaffte es in den Kader des Divisionsrivalen.

Draft Picks

  • Runde 1 / Pick 22: WR Zay Flowers, Boston
  • Runde 3 / Pick 86: LB Trenton Simpson, Clemson
  • Runde 4 / Pick 124: EDGE Tavius Robinson, Ole Miss
  • Runde 5 / Pick 157: CB Kyu Blu Kelly, Stanford
  • Runde 6 / Pick 199: OT Malaesala Aumavae-Laulu, Oregon
  • Runde 7 / Pick: 229: G Andrew Vorhees, USC

Auch im Draft lag der Fokus zunächst auf dem Passspiel. Mit After-The-Catch Monster Zay Flowers holte man eine junge Ergänzung für den sonst eher erfahrenen Wide-Receiver-Room. Der Mangel an Anspieloptionen in den vergangenen Saisons führte also doch zu einem Umdenken. Jackson sowie dessen Coordinator sollte es zumindest in der Breite in diesem Jahr nicht an Möglichkeiten im Passspiel fehlen.

Nachdem der Zweitrundenpick dieses Drafts bereits in der Saison zuvor für Linebacker Roquan Smith ausgegeben wurde, war man erst wieder ab Runde 3 am Zug und entschied sich mit Trenton Simpson und Tavius Robinson gleich zweimal für Verstärkung in der Box.

Zuletzt entschied man sich, die verbliebenen Picks für Prospects im Backfield sowie in der Offensive Line auszugeben. Guard Andrew Vorhees steht zwar derzeit auf der Non-Football-Injury Liste, Stand jetzt konnte sich aber lediglich Fünftrundenpick Kyu Blu Kelly im Camp nicht für den finalen 53-Mann-Kader durchsetzen und wurde anschließend von den Seahawks aus dem Waiver Wire gefischt.

Saison-Ausblick 2023

Die große Frage bei den Ravens ist und bleibt Lamar Jackson. Mit einem neuen, langfristigen Vertrag bleiben ihm nun keine Ausreden mehr. Ob er auch im neuen Scheme von Todd Monken produktiv spielen kann, werden wir mangels Preseason-Präsenz Jacksons aber wohl alle erst im Verlauf der Saison erfahren. Eine passzentriertere Herangehensweise bietet ihm dabei die Möglichkeit, außerhalb der bisher gespielten Blaupause zu agieren und nicht immer und immer wieder nur am Boden zu attackieren. Kann Jackson diese Chance nutzen, könnte das die Quarterback-Situation in der AFC North noch einmal komplett durcheinander würfeln. Genauso gut könnte ihn die ungewohnte Art des Spiels, besonders zu Saisonbeginn, aber auch ausbremsen und ihn zwingen, zu weit aus seiner Komfortzone zu treten.

Was Jackson jedoch nicht mehr fehlt, sind die zuvor rar gesäten Optionen für seinen Pass. Sowohl im Draft, als auch in der Free Agency stellte man ihm ein schlagkräftiges Receiving-Corps zusammen. Der Mix aus Veteranen und jungen Rookies wirkt durchaus vielversprechend und bietet einiges an Potenzial für eine explosive Offense.

Auch wenn man in der Defense die Abgänge etwas kompensieren konnte, stellt diese doch ein größeres Fragezeichen als noch 2022 dar. Gerade für die Ravens ist eine Defense, bei der man nicht von Top-Leistungen ausgeht, doch recht ungewohnt.

Eine Prognose zur Divisionplatzierung ist ähnlich schwierig wie bei den anderen drei Teams auch. Potenziell ist ein Abschluss auf dem ersten bis zum vierten Platz im Bereich des Möglichen, auch wenn man sich im Endeffekt vermutlich mit uns um den zweiten Division-Platz und die Wildcard in der AFC streiten wird. Die Duelle zwischen den Ravens und uns könnten daher gerade zum Ende der Saison noch mehr Bedeutung bekommen als ohnehin schon und sich entsprechend auf das Spiel und nicht zuletzt auf die Stimmung auf den Tribünen und bei uns zuhause vor dem Bildschirm auswirken.

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