Tomlin Tuesday 22.08.2023

written by Andre Vilshöver
8 · 23 · 23

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Tomlin Tuesday BG

Am ersten wirklichen Tomlin Tuesday der Saison betritt Steelers Head Coach Mike Tomlin den Presseraum vor die Vertreter:innen der Presse – wie immer beginnt Tomlin mit einem einleitenden Monolog.

Tomlin freut sich auf die nächste Chance, welche das Spiel am Freitagmorgen bei den Atlanta Falcons bietet. Auch dass es eine kurze Woche ist, begrüßt Tomlin, denn diese gehören zur heutigen NFL einfach dazu. Man muss auch in diesen Wochen einen Rhythmus finden und bis zur elften Stunde arbeiten. Auch wenn es bedeutet, dass man in solchen Wochen zur Not auch einen Ballsaal in einem Hotel umfunktionieren muss.


Das ist eine besondere Herausforderung, das Team so früh durch so eine Woche zu führen, mit dem Wissen, dass in diesem Jahr zwei Thursday Night Games auf die Steelers warten. Man ist jetzt an dem Punkt, sich bereits jetzt darauf vorbereiten zu können.

Es ist in der Kaderplanung die Zeit gekommen, wo Spieler mit dem letzten Spiel ihr finales Plädoyer für einen Rostersport halten können. Aber auch die gesamte Organisation macht die finalen Anpassungen an den Abläufen aus Sicht der Coaches.

Es folgt die Preseason Mike Tomlin Standardaussage:
“Alle Spieler, die fit sind, sind auch vorgesehen zu spielen.”

Für die einzelnen Units (1st Team, 2nd Team, 3rd Team) gibt es einen Plan. Es gibt bestimmte Schwerpunkte, welche die Coaches pro Unit sehen wollen und daher ist dies auch entsprechend in die Planung des Trainings und des Gameplans eingeflossen.
Hier ist es wichtig, dass die Units das auch auf dem Platz während des Spiels umsetzen und sich so auch die einzelnen Spieler entsprechend präsentieren können.

Es gibt keine Garantie, dass alle spielen, auch wenn sie fit sind, dann die Coaches wollen von den einzelnen Units die vorgegebenen Dinge sehen, bevor die nächste Unit auf den Platz kommt.
Der Pfad, auf dem man sich aktuell bewegt, ist sehr schmal, gerade wenn man die Entscheidung treffen muss, von 90 Spielern auf 53 zu cutten. 


Die Situation müssen die Spieler genauso wie das Auswärtsspiel annehmen. Denn gerade in der Offensive wird es wichtig sein, auch in einem fremden Stadion in einer unfreundlichen / feindlich gesinnten Stimmung zu funktionieren und dass die Mechanismen ineinander greifen.

Tomlin lässt die Tür offen für die zuletzt verletzten bzw. limitierten Spieler Larry Ogunjobi, Nate Herbig und Tre Norwood am Freitag auflaufen zu können. Dies wird aber im Rahmen des Spieltages entschieden.

Damit beendet Coach Tomlin seine Monolog und öffnet den Raum für Fragen der Presse:

Frage 1:

Ist es im Rahmen der Vorbereitung wichtig, in einem Dome zu spielen statt draußen?

Coach T:

Für uns ist es nicht so wichtig, weil es generell erstmal für beide Teams gilt. Aber da wir auch früh in der Saison (Woche 3 @LV, Woche 4 @HOU* und Woche 7 @LAR, Anm.) Dome-Games haben, ist es gut, wenn wir uns bereits jetzt in einer solchen Umgebung akklimatisieren können.
Aber gerade in Atlanta waren wir erst vor kurzem und die Spieler sind immer besser auf solche Gegebenheiten vorbereitet. Meine SEC Championship Spieler nennen das Stadion zu Hause

(*Das Stadion in Houston hat ein schließbares Dach, also ist dies potentiell ein Dome-Spiel)

Frage 2:

Das ist jetzt das zweite Jahr mit drei Preseason-Spielen und danach sind 17 Tage Pause bis zur Week 1 – ist man aufgrund der langen Pause dazu gezwungen, die Starter spielen zu lassen?

Coach T:

Für mich macht es keinen Unterschied, ob es drei oder vier Spiele in der Preseason gibt. Ich spiele dieses Spiel 3 genau so, wie ich es in einer Preseason mit vier Spielen spielen würde.

Frage 3:

Wird das Spiel gerade für die Spieler wichtig, die hoffen, über die neu aufgestellten Special Teams den Sprung in den Kader zu schaffen?

Coach T:

Das ist eine der Sachen, ja, denn Special Teams kann man nur bis zu einem bestimmten Punkt trainieren bzw. die Intensität, welche in einem Spiel herrscht, simulieren. Die Leistung während der Spiele zählt hier immens in die schwierige Entscheidung  die wir zu treffen haben, mit rein. 

Frage 4:

Ihr habt drei neue Spieler auf Inside Linebacker – was habt Ihr gesehen, was Euch gefallen hat?

Coach T:

Alle sind erfahren mit verschiedenen Skill Sets, was uns in der heutigen NFL mit dem Matchup-basierten Spiel helfen wird. 

Frage 5:

Du hast gesagt, du behandelst das Spiel drei genauso wie in einer Vier-Spiele-Preseason. Was hat das für Auswirkungen auf die jungen Spieler und die “Longshot Guys”, denen das vierte Spiel fehlt?

Coach T:

Sie hatten alle die gesamte Vorbereitung, um einen Case für sich zu machen – wir sind mit den Spielern da sehr transparent. Im Training gilt es, sich in Position zu bringen und im Spiel gilt es, abzuliefern. Jeder hatte die gleiche Chance. 

Frage 6:

Ist es von Vorteil, das letzte Spiel so viel früher vor dem Cut Off Day (Deadline 29.08. um 22 Uhr deutscher Zeit, Anm.) zu haben, statt erst am Sonntag zu spielen?

Coach T:

Das ist mir Egal.

Frage 7:

Teryl Austin sprach gestern, dass schwierige Entscheidungen für den 53er Roster auf der Defensive Line anstehen werden. Ist das Spiel gegen ein so lauforientiertes Team wie die Falcons gut, um eine Entscheidung treffen zu können?

Coach T:

Wir haben keine Idee, was Atlanta vorhat oder mit wem sie spielen werden, auch wenn das ihr Ruf ist. Uns ist egal, wen wir spielen, denn der Druck der elften Stunde für den Kampf um die wenigen Rosterspots ist da. Ich bin dankbar dafür, dass wir schwere Entscheidungen treffen müssen, denn das bedeutet, wir hatten einen guten 90-Mann-Kader. Und das ist immer unser Ziel, den für uns besten 90-Mann-Kader zu haben, wo die Spieler sich in einer guten Umgebung entwickeln können. 

Und ja, es wird schwere Entscheidungen geben, aber nicht nur in der Defensive Line, sondern überall. 

Frage 8:

Wie macht sich Elijah Riley im Slot und wie würdest du die aktuelle Situation auf der Position beschreiben? 

Coach T:

Er und Sully (Chandon Sullivan) haben gut gespielt – über der Line, im Slot und haben Splash Palys gemacht. Daher werden wir sie weiter rotieren, wie wir es bereits im letzten Spiel gemacht haben.

Frage 9:

Möchtest du auf der Slot-Position lieber einen Spieler haben oder magst du eher die Möglichkeit, zu mixen und zu variieren? 

Coach T:

Ich mage eine menge Sachen 🙂
Wir haben rote Farbe, also malen wir die Scheune rot (was wäre eine PK ohne Tomlinismus).
Aber wir werden alles dafür tun, dass wir von Woche zu Woche die richtigen Leute für die richtigen Matchups haben, um erfolgreich zu sein – das gehört heute zum Spiel dazu. Da ist was ich mag und was ich nicht mag zweitrangig.

Frage 10:

Zwischen eurem Spiel und dem Cutdown Day sind fünf Tage – werdet Ihr in dieser Phase trainieren, was komisch wäre und wartet Ihr mit den Cuts bis zum Cutdown Day?

Coach T:

Mein ganzer Fokus liegt gerade auf der kurzen Woche und dem Spiel. Alles, was nach dem Spiel passiert, ist noch nicht relevant. Ich denke, das ist angebracht und ich würde den Spielern keinen Gefallen tun, wenn mein Fokus nicht auf dem Spiel liegen würde und sie darauf vorzubereiten.

Frage 11:

Gibt es etwas spezielles, was ihr von den jungen Spielern sehen wollt und wo Ihr zwei Spiele gewonnen habt, setzt das dritte Spiel die Marschrichtung für die Saison?

Coach T:

Ich bin daran interessiert, dass die Leistungskurve sich immer nach oben bewegt, sowohl von den einzelnen Spielern, aber auch von den einzelnen Positionsgruppen und dem gesamten Team. 

Das fasst die Preseason, das Teambuilding und die Reise, die sich Saison nennt, zusammen – man möchte immer der Mann auf dem Vormarsch sein oder zu so einer Gruppe gehören. Deswegen müssen wir uns jeden Tag verdienen, wie wir die Sache angehen und wie wir arbeiten.

Frage 12:

Wie viel effektiver ist das Play Action Passspiel, wenn das Laufspiel gut funktioniert? 

Coach T:

Wenn man mehr Leute braucht, um den Lauf zu verteidigen, dann sind weniger Leute da, um den Pass zu verteidigen. Das ist eine rein logische Schlussfolgerung.

Frage 13:

Du hast gesagt, ihr wollt von Units und Spielern gewisse Dinge sehen – in der Offense wechselt Ihr strikt die Reihen aus. Warum ist das in der Defense etwas mehr gemixt?

Coach T:

Über First Team All Pros und 30 Jahre alte Cornerbacks weiß ich schon alles – es ist also nicht die Entscheidung, die Spieler weniger spielen zu lassen, sondern anderen Spielern mehr Möglichkeiten zu geben.
Jeden Snap, den TJ nicht spielt, gibt zum Beispiel Herbig eine Chance, sich zu beweisen, um besser zu werden – ich weiß aber trotzdem, dass TJ ein All-Pro Spieler ist. Das gleiche mit Cam mit Möglichkeiten für Leal, Benton und andere.
Und das ist mein Job – den Spielern das zu geben, was sie brauchen. Der eine braucht weniger Reps um Game Ready zu sein als der andere und dann verteile ich die Reps ab andere Spieler.

Frage 14:

Was ist für die First Team Offense wichtiger – Qualität oder Quantität?

Coach T:

Beides. Mit jedem Snap entwickelt man sich, mit jedem guten Snap noch mehr. Nur so bekommen wir negative Einflüsse aus unserem Spiel. 

Frage 15:

Du weißt schon viel über Patrick Peterson – aber die Inside Corner Rolle ist neu für ihn. Wollt ihr da einen genaueren Blick mit mehr Snaps auf ihn werfen? 

Coach T:

Ich bin zufrieden mit dem, was ich gesehen habe – wir haben keinen Bedarf im kommenden Spiel noch mehr zu sehen. Also nein.

Frage 16:

Letzte Woche hat Montravious Adams die Rolle von Larry Ogunjobi übernommen – was bedeutet das für die anderen Spieler?

Coach T:

Da ist immer eine Rotation. Wenn aus drei D-Linern zwei werden, dann muss man das machen. Wer da als erstes oder als zweites spielt, spielt zu diesem Zeitpunkt keine Rolle. 

Frage 17:

Wird Najee diese Woche mehr Spielzeit und mehr Touches bekommen?

Coach T:

(grinst) Wir werden sehen – das hängt von meinem Plan ab.

Und mit diesem schelmischen Kommentar verabschiedet sich Mike Tomlin von der Presse und der heutige Tomlin Tuesday endet.

Bis zum nächsten Mal und HERE WE GO STEELERS! 

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