Zittern bis zum Schluss
Prime Time in Woche 18 bedeutet, es geht um alles. Für Pittsburgh im direkten Duell gegen Baltimore speziell um die Division-Krone der AFC North. Der Gewinner des Spiels gewinnt die Division und ist somit in den Playoffs, für den Verlierer wiederum ist die Saison zu ende. Also war alles angerichtet für einen heißen Ritt im kalten Acrisure Stadium in Pittsburgh.
Baltimore bekam zuerst den Ball und legte sofort so richtig los. Derrick Henry lief im ersten Play über die rechte Seite für 41 Yards, musste aufgrund einer Flagge jedoch wieder in die eigene Hälfte zurückkehren. Nur ein Paar Plays später fand Lamar Jackson den völlig allein gelassen Devontez Walker über 38 Yards zum Touchdown. Pittsburgh wollte nicht direkt so effektiv starten und musste den Ball nach vier Versuchen schon wieder abgeben. Nun war die Steelers Defense druckvoller und schickte Baltimore ebenfalls ohne Punkte wieder vom Feld.
Im Anschluss konnte Pittsburgh den Ball besser bewegen, bis zu einem 4&1 bei dem Pittsburgh ihre Variante des “Tush-Push” auspackte. Die Position des verletzten Darnell Washington übernahm Defensive End Cam Heyward, der es aber nicht schaffte, seinen Bruder Connor zum First Down zu schieben. Turnover on Downs und Ravens Ballbesitz. Die Ravens bekamen den Ball in der Hälfte der Steelers und konnten per Field-Goal die Führung auf 10:0 ausbauen. Auf ein Chris Bowell Field-Goal aus 57-Yards folgten danach drei Punts.
Pittsburgh bekam den Ball mit noch gut drei Minuten auf der Uhr wieder und endlich konnten sie den Ball besser bewegen. Es ging bis an die 1-Yard-Linie mit noch zwei Sekunden verbleibend. Hier gab es dann einen sehr fragwürdigen Playcall der Steelers, bei dem Rodgers einen Toss auf Gainwell nach Links spielte, während alle nach rechts blockten. Gainwell wurde für minus Yards getackelt und die Halbzeit war rum. Langsam machte sich Ernüchterung breit. Zumindest bekam Pittsburgh den Ball zu Beginn der zweiten Halbzeit.
Pittsburgh kam Druckvoll aus der Kabine und bewegte den Ball gut durch die Luft und auch endlich über den Boden. An der 2-Yard-Linie waren es dann zwei Tush-Push, die Pittsburgh zum ersten Touchdown des Abends brachte. Es stand 10:10.
Baltimore kam wieder auf’s Feld und wollte ebenfalls scoren. Bei einem Pass Versuch schlug Cam Heyward aber den Ball aus der Luft und T.J. Watt konnte den Ball fangen, wenn auch mit ein wenig Glück. Pittsburgh startete nun an der 26-Yard-Linie, schaffte es aber nicht bis in die Endzone. Ein weiteres Boswell Field-Goal aus 25 Yards brachte eine erste Führung zum 13:10. Zum Abschluss der Dritten Viertels tauschten die Teams nochmals Punts aus, ehe Baltimore zum nächsten Scoring-Drive ansetzte.
Nun sollte das Spiel eine unvorhersehbare Wendung nehmen. Beide Teams bewegten auf einmal sehr effektiv den Ball und konnten schnell Punkten. Die Führung wechselte fast im Minuten Takt. Erst holte sich Baltimore die Führung über einen 50 Yard Touchdown auf Zay Flowers, der wieder einmal komplett frei im Backfield der Steelers war, zurück.
Dem entgegneten die Steelers mit einem Drive, der mit einem Kenneth Gainwell Touchdown endete. Pat Freiermuth war hier, wie auch schon in der gesamten zweiten Hälfte, ein wichtiger Faktor für den Steelers-Erfolg.
Baltimore gab sich aber noch nicht geschlagen und so war es erneut Zay Flowers, diesmal über 64 Yards, der Baltimore erneut in Führung brachte.
Pittsburgh ließ sich aber nicht beirren und diesmal war es Calvin Austin, der den Drive dominierte. Am Ende trug er den Ball über 26 Yards in die Endzone der Ravens zum 26:24 Zwischenstand. “Mister Zuverlässig” Chris Boswell leistete sich hier einen Schnitzer und setzte den Extrapunkt daneben. So hatte Baltimore die Chance, mit einem Field Goal das Spiel zu gewinnen.
Es lag also an der Steelers Defense, das Spiel am Ende zu gewinnen. Zu Beginn des Drives sah das auch gar nicht so schlecht aus, bis Lamar Jackson bei einem vierten Versuch Isiah Likely fand und Baltimore in Field Goal Reichweite brachte.
Die Ravens ließen die Uhr bis auf zwei Sekunden herunterlaufen und Rookie-Kicker Tyler Loop setzte zum Game Winning Kickan. Aus 44 Yards flog der Kick aber Rechts an den Uprights vorbei und somit gingen die Steelers als Sieger vom Feld.
Was ein Spiel und gerade die zweite Halbzeit wurde dieser harten Rivalität gerecht. Dieses Spiel hatte wirklich alles, was ein Prime Time Game in Woche 18 braucht.
Für Baltimore ist die Saison beendet und die Kritik an Head Coach John Harbaugh wird größer. Pittsburgh auf der anderen Seite zieht am Ende zitternd in die Playoffs ein. Hier heißt es dann im Monday Night Game der Wildcard Round Pittsburgh vs Houston.
Wir dürfen gespannt sein, was Pittsburgh dieses Jahr in den Playoffs erreicht. Zum Glück darf kommende Woche DK Metcalf wieder eingreifen.




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