Preview Week 07: Steelers @ Rams

written by Tobias Neumann
10 · 21 · 23

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Preview Week 07: Steelers @ Rams

Das erste Game nach der Bye Week steht an. Eine Woche hatten die Steelers also Zeit, sich zu erholen und neu zu sortieren bevor es dann am morgigen Sonntag im späten Zeitfenster (22:05 Uhr Deutscher Zeit) zum Matchup im SoFi Stadium zum Aufeinandertreffen mit den Los Angeles Rams kommen wird.

Weekly update

Das Gute zuerst: Einige Spieler von der Injury Reserve kehren zurück zum Team. Running Back Anthony McFarland und Wide Receiver Diontae Jonson konnten die vergangene Woche wieder voll trainieren und werden zum Spiel am Sonntag wieder auf dem Platz stehen. Gerade Johnson wird der schwachen Offense gut tun. Er ist ohne Zweifel einer der besseren Route Runner der Liga und kann sich in unserem Scheme, das darauf angewiesen ist, dass die Receiver ihre 1 gegen 1 Duelle gewinnen müssen, besonders auf kurze und mittlere Distanz als Ziel anbieten. Nicht ohne Grund war er vor seiner Verletzung Lieblings-Anspielstation von Kenny Pickett. Auch für George Pickens dürften sich so weitere Räume öffnen lassen. Die Frage ist nun, wie die weitere Rolle von Calvin Austin III aussehen wird. Nutzt man seinen Speed weiter außen, oder teilt er sich Snaps im Slot mit Allen Robinson? In jedem Fall wird er zunächst etwas mehr in den Hintergrund rücken müssen.

Somit verbleibt einzig Defensive Tackle Cameron Heyward auf der Injury Reserve Liste. Hinzu kommt, dass sich #1 Tight End Pat Freiermuth im Training eine Verletzung am hinteren Oberschenkel zuzog und nicht gegen die Rams auflaufen wird. Ihn wird Rookie Darnell Washington, mit Unterstützung von Connor Heyward, ersetzen.

Gegnercheck

Die Rams hatten bisher eine eher ausgeglichene Saison und stehen aktuell bei 3 Siegen und 3 Niederlagen. Zuletzt konnte man zu Hause einen recht überzeugenden 26-9 Sieg gegen die Cardinals einfahren. Niederlagen gab es bisher gegen die 49ers, Bengals und Eagles.

Der Injury Report ist in LA etwas gefüllter als bei uns. Starting Linebacker Ernest Jones kämpft noch mit einer Knieverletzung und Cornerback Derion Kendrick ist aus persönlichen Gründen fraglich für das Spiel. Hinzu kommen Wide Receiver Ben Skowronek (Fraglich / Achillessehne) und Defensive Tackle Larrell Murchinson (Out / Knie). Die wohl folgenschwersten Verletzungen dürften aber 2nd Year Running Back Kyren Williams und dessen Backup Ronnie Rivers sein, die beide das Game gegen die Cardinals früher als erwartet verlassen mussten. Williams wird mit einer Knöchelverletzung vermutlich langfristig ausfallen, während Rivers sogar auf die Injury Reserve Liste gesetzt wurde.

Offense

Eben jene Ausfälle werfen die Rams nun offensiv vor einige Probleme. Nachdem man Cam Akers in Woche 2 an die Minnesota Vikings tradete, war Williams klarer Nr. 1 Back. 82 Carries bekam er seit Woche 2. Der Rest des Backfields kommt in der selben Zeit auf 17. 14 davon kamen von Backup Ronnie Rivers, der nun allerdings selbst nicht mehr zur Verfügung steht. Letzter verbleibender Back im Roster war am Montag noch 6. Runden Rookie Zach Evans. Unter der Woche verstärkte man nun das Roster durch Royce Freeman vom eigenen Practice Squad, sowie Myles Gaskin vom Practice Squad der Vikings und Ex-Ram Free Agent Darrell Henderson. Bisher ist allerdings nicht einmal klar, wer davon Williams als Starter ersetzen wird. Außer Frage steht aber, dass das Running Game mit 3. Reihe Spielern und Trainingspersonal weniger kraftvoll ausfallen wird als bisher. Gegen eine Defensive Line mit T.J. Watt und Alex Highsmith an ihren Enden ist es gut möglich, dass man vermehrt den Weg durch die Mitte suchen wird, so man denn laufen muss. 

Umso wichtiger wird die Rolle von Quarterback Matthew Stafford sein. Wäre das Wort “Game Manager” nicht so negativ behaftet, würde man ihn damit eigentlich perfekt beschreiben können. Denn, auch wenn er nie wirklich als Elite Quarterback galt, setzt er doch seit einigen Jahren das System von Head Coach Sean McVay hervorragend um. So gut sogar, dass es vor 2 Jahren in dieser Kombination bis zum Superbowl Sieg gereicht hatte. Und auch diese Saison kann er in der Pocket sehr gefährlich sein.

Nicht zuletzt liegt das an seinem Receiving Corps. Cooper Kupp kehrte vorletzte Woche nach einer Verletzung zurück. Der frühere All Pro und Ex-Superbowl-MVP dürfte einige Tricks gegen unser Backfield im Ärmel haben. Kupp arbeitet für einen #1 Receiver ungewöhnlich viel aus dem Slot heraus, was man bei der Tatsache, dass dieser von uns mit Chandon Sullivan gecovert wird, vermutlich nicht groß ändern wird. Während seiner Abwesenheit in den ersten vier Wochen wurde er von 5. Runden Rookie Puka Nacua vertreten, der wohl nicht besser im Team hätte einschlagen können. 50 Receptions für insgesamt 598 Yards und 2 Touchdowns konnte er bisher beitragen. Die vergangenen 2 Wochen lassen auch nicht vermuten, dass sein Anteil am Spiel nach der Rückkehr von Kupp schmaler ausfallen wird. Zusammen mit Tutu Atwell stellt man uns im Passing Game also vor einige Aufgaben. Besonders die Matchups von Kupp gegen Sullivan und Nacua gegen Peterson, der Stand heute immer noch nicht von Porter Jr. außen abgelöst wurde, sind potenziell sehr gefährlich für unsere Defense. 

In der Offensive Line finden wir dazu einen alten Bekannten wieder: Kevin Dotson übernahm ab Woche 4 den Posten des Right Guard in Los Angeles. Er scheint sich in dem System von Rams O-Line Coach Ryan Wendell sehr gut zurecht zu finden. Besonders im Run Game ist er sehr dominant. Für diese Rolle wurde er schon bei uns eingesetzt, konnte die eigenen PS bei uns aber nie so gut, wie nun bei den Rams, auf die Straße bringen. Neben ihm wirkt die Line aber alles andere als solide. Vor allem die linke Hälfte, inklusive Center, wackelt schnell im Pass Game. 48 Pressures kamen über Tackle Jackson, Guard Avila und Center Shelton. Hinzu kommen 12 Pressures, die Right Tackle Rob Havenstein nicht verhinderte. Dotson kommt auf 3, spielte aber eben auch nur in 3 Games. Ohne richtigen Running Back wird die Line gezwungen sein, mehr für Stafford zu blocken, auch wenn sie gerade dort ihre Schwächen hat. Immerhin eine Möglichkeit, mit unserem starken Passrush Einfluss auf das sonst gute Passing Game der Rams zu nehmen.

Defense

Nach wie vor kann man nicht über die Rams Defense sprechen, ohne über Aaron Donald zu sprechen. Der Tackle hatte seit seinem Draft 2014 nicht eine schlechte Saison und ist der zentrale Dreh-und Angelpunkt der Rams Defense. Er spielt im Grunde jede Position der Line, um Mismatches zu kreieren und auszunutzen. Gegen uns sind z.B. Snaps im A-Gap zwischen Center Cole und Guard Seumalo denkbar. Da er selbst gegen beide im Double Team erfolgreich sein kann, würde er so 2 Spieler an sich binden und 1 gegen 1 Duelle an den Edges, wie das von Rookie Byron Young gegen noch Starter Dan Moore, kreieren.

Die zweite Reihe steht dahinter etwas auf der Kippe. Linebacker Ernest Jones macht bisher einen guten Job, steht aber auch als fraglich im Injury Report. Sollte er ausfallen, würde vermutlich Jake Hummel übernehmen, der zusammen mit Starter Christian Rozeboom vor allem in der Coverage Lücken lassen wird. Ob wir diese dann nutzen, hängt wie jede Woche erneut davon ab, wie der Offensive Gameplan aussieht. Auch das Run Game macht das natürlich einfacher. Schafft man es, Donald zu umgehen, wird der Widerstand dahinter deutlich weniger werden.

Im Backfield treffen wir dann auf den nächsten Bekannten. Cornerback Ahkello Witherspoon hat es neben Derion Kendrick in die erste Reihe des Depth Chart geschafft. Als Left Corner wird er dort viele Snaps gegen Ex-Teamkollege Diontae Johnson bekommen. Ein sehr spannendes Matchup, da sich beide gut kennen und einschätzen können. Wer von beiden die Schwächen des anderen besser ausnutzen kann, wird sich Sonntag Abend zeigen. Viel Hilfe aus der letzten Reihe wird Witherspoon dabei vermutlich nicht erwarten können. Safety Jordan Fuller spielt etwa die Hälfte seiner Snaps in der Box oder im Slot und Free Safety Russ Yeast hat dann nicht die Qualität, um allein das ganze Feld abdecken zu können.

Key Matchups

  • WR Cooper Kupp <-> Chandon Sullivan
  • T Alaric Jackson <-> Alex Highsmith
  • EDGE Byron Young <-> Dan Moore
  • CB Ahkello Witherspoon <-> Diontae Johnson

Fazit

Rams und Steelers haben beide ihre Stars in der Defensive Line, während die eigene Offensive Line schwächelt. Gut möglich also, dass sich dieses Game in den “Trenches” entscheiden wird, wie der Amerikaner zu sagen pflegt. Pickens und Stafford werden also wenig Zeit haben, um den Ball zu ihren Receivern zu bekommen. Ansonsten wird es entscheidend sein, wie viel Widerstand wir dem Team aus LA im Backfield bieten können, bevor Kupp, Nacua und Co. in Fahrt kommen. Daneben sind natürlich die Duelle der Ex-Teammates sehr interessant zu beobachten.

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