5 Dinge, auf die es nach der Bye Week zu achten gilt …

written by Stefan Janssen
11 · 07 · 22

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Neun Spiele haben die Pittsburgh Steelers in dieser NFL-Saison noch zu bestreiten. Zur Bye Week sieht man sich in einer Situation, die es in den vergangenen Jahren eher selten gab: Mit einem Record von 2-6 und den bisher gezeigten Auftritten geht es wohl nur noch darum, welche Draft-Position man 2023 hat. Das heißt aber noch lange nicht, dass die letzten neun Spiele nicht interessant werden. Die Steelers haben einen solchen Record schon mehrfach drehen können. Zudem gibt es die Chance, wichtige Punkte für die Zukunft zu evaluieren – allen voran natürlich die Frage nach dem Quarterback. Hier sind fünf Dinge, auf die es nach der Bye Week zu achten gilt:

Picketts Entwicklung

Für viele Steelers-Fans in Deutschland ist es das erste Mal, dass die Franchise auf Quarterback-Suche ist. Sie sind an Ben Roethlisberger gewöhnt. Dementsprechend ist diese Saison für die meisten eine ganz neue Erfahrung: Zunächst gab es Mitch Trubisky zur Überbrückung, der dann schließlich doch recht schnell vom Rookie Kenny Pickett abgelöst wurde. Und dessen Entwicklung steht in dieser Saison jetzt an oberster Stelle, denn der Quarterback ist nun einmal die wichtigste Position in einem Football-Team. Die Frage ist nun: Ist Pickett die langfristige Antwort als Roethlisberger-Nachfolger? Kann er die Steelers über Jahre prägen und wieder zu einem der besten Teams machen? Bisher hat seine Rookie-Saison Höhen und Tiefen. Statistisch sind zwei Touchdowns bei acht Interceptions schwach, das Spielfeld als Sieger verlassen hat er noch nicht und auch sonst sticht eigentlich nur die ordentliche Completion-Percentage positiv heraus. Tatsächlich spielt Pickett aber besser, als es die Zahlen vermuten lassen. Er hat bisher durchaus gezeigt, dass er in der NFL mithalten kann. Nun ist die Frage: Lernt er aus seinen Fehlern und verbessert er sie? Führt er das Team irgendwann kurz vor Schluss zum Sieg, statt wie in Miami zwei haarsträubende Interceptions zu werfen? Kurzum: Ist er die Zukunft des Teams? Gerade weil die Steelers aller Voraussicht nach einen hohen Draft-Pick haben werden, ist es umso wichtiger, hierauf eine klare Antwort zu finden. Diesen Prozess zu beobachten, wird sehr spannend sein.

Watts Rückkehr

Die „teuerste Defense der NFL“ ist ohne TJ Watt offenbar nicht einmal halb so viel Wert. Sieben Sacks gelangen allein in Woche eins gegen Cincinnati mit Watt, seither in sieben Spielen ohne ihn kamen nur acht hinzu. 15 Sacks nach acht Spielen, das würde am Saisonende rund 32 machen. Seit 2017, also seit Watt gedraftet wurde, waren es nie weniger als 52 und immer die meisten der Liga. Aber das ist bei weitem nicht alles: Watt sorgt für Pressures, Tackles for Loss gegen den Lauf, Fumbles und Interceptions, geblockte Pässe. Durch seine Präsenz verändert sich die Defense einfach komplett, weil die Offenses ihn auf dem Schirm haben müssen – und trotzdem nicht verhindern können, dass er dominiert. Dadurch glänzen dann auch andere. Es ist sicher beängstigend, wie viel schwächer die Defense ohne Watt ist. Doch es ist natürlich eine gute Nachricht, dass er gegen New Orleans wieder dabei ist.

Claypools Ersatz

Chase Claypool hat alle acht Saisonspiele gestartet und stand in 86 Prozent der Offense-Snaps auf dem Feld, zudem hatte er innerhalb des Teams die zweitmeisten Pässe gefangen. Ihn zu ersetzen dürfte ein Gemeinschaftsprojekt werden: Steven Sims sah schon zuletzt gegen Philadelphia mehr Snaps in der Offense als sonst und hatte seine ersten Targets (drei) sowie Receptions (zwei). Wahrscheinlich wird er jetzt ebenso mehr eingebunden wie Gunner Olszewski, der gegen die Eagles nicht einen Offensiv-Snap sah. Statt eines „Big-Slots“, wie es Claypool einer war, würde es jetzt wieder mehr um Geschwindigkeit gehen. Ebenfalls mehr Snaps in der Offense könnte Miles Boykin bekommen, der bislang vor allem in den Special Teams auffiel. Er ist mit seiner Größe jedoch eher ein Outside-Receiver. Alle drei bringen auf jeden Fall interessante Eigenschaften mit und es wird spannend sein zu sehen, wie die Steelers sie einsetzen werden.

Wer ist die Zukunft? Wer gibt auf?

Eine solche Situation, in der sich die Steelers gerade befinden, bringt auch Klarheit bei Spielern und Trainern, wer dem Team langfristig helfen wird. Im Erfolgsfall ist es immer einfach, sein Bestes zu geben und sich in den Dienst des Teams zu stellen. Doch wer macht das auch jetzt? Wem liegt auch etwas daran, für die Steelers zu spielen, und wer will lieber schnell wieder weg? Mike Tomlin pflegt oft zu sagen, dass man „Freiwillige und keine Geiseln“ im Team haben wolle. Wer in welche Kategorie fällt, wird nun sicherlich entblößt.

Gelingt wieder ein Comeback nach 2-6?

Nach acht Spielen, bei zwei Siegen und sechs Niederlagen zu stehen, ist für die Steelers nichts komplett Neues. 2006, in Bill Cowhers letzter Saison, gab es das auch. Beendet wurde die Saison mit einem Record von 8-8. Saisonsieg Nummer drei gelang damals gegen die New Orleans Saints, die ja auch der nächste Gegner dieser Saison sind. Unter Mike Tomlin starteten die Steelers 2013 ebenfalls mal 2-6 und holten auch da noch ein 8-8. Damals hätte es sogar fast noch für die Playoffs gereicht. Vielleicht gelingt auch in diesem Jahr nochmal der Turnaround, die Steelers werden sicherlich alles versuchen – unabhängig davon, was das für den Draft bedeutet.

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