Einer der Spieler, den viele Experten mit den Steelers in Verbindung gebracht haben, war Colts Wide Receiver Alec Pierce. Dieser hat aber kurz vor dem Start der Legal Tampering Phase und dem Auftakt der NFL Free Agency einen neuen Vertrag bei den Colts unterschrieben.
Da die Colts aber auch mit Quarterback Daniel Jones an einem neuen langfristigen Vertrag arbeiten, wurde Wide Receiver Michael Pittman Jr. auf einmal verfügbar. Und genau da haben die Steelers zugeschlagen und Pittman für einen Late Round Pick Swap nach Pittsburgh geholt. Dazu wurde Pittman direkt mit einem neuen Vertrag über drei Jahre für 59 Millionen ausgestattet.
Der genaue Inhalt des Trades beinhaltet: Laut Mark Kaboly senden die Steelers einen ihrer drei 6th Rounder nach Indianapolis und erhalten dafür den 7th Rounder der Colts zurück.
Zur Person
Michael Pittman Jr. wurde am 05.10.1997 in Bakersfield, Kalifornien geboren. Sein Vater Michael Pittman Sr. spielte 11 Jahre in der NFL und gewann im Jahr 2003 Super Bowl XXXVII mit den Tampa Bay Buccaneers.
Mit seiner Frau Kianna, mit der einen populären YouTube Kanal “Michael and Kianna” betreibt, ist er seit der Highschool zusammen. Das Paar, welches im Jahr 2020 heiratete, ist Eltern von drei Kindern. Pittmann gilt als bodenständiger Typ, der das Familienleben auf einer Farm in der Nähe von Indianapolis genießt.
Sein soziales Interesse ist eng mit der “National Stuttering Association” verbunden, denn Pittman litt in seiner Jugend selbst unter einer Sprachstörung und möchte als Vorbild gelten und das Stigma um das Stottern durchbrechen.
Bisherige Karriere
College:
2016 – 2019 – USC Trojans (University of Southern California)
Pittman kam mit einer Auszeichnung als USA Today All-California Offensive Player of the Year Award aus der High School und entschied sich als 4-Star-Recruit ursprünglich für die UCLA. Entschied sich aber später um und wählte die USC über Oregon.
In seinem ersten Jahr war er ein Special Teamer. Dort machte er sowohl als Kickoff- und Punt-Returner, sowie als Coverage Spieler auf sich aufmerksam. Am Ende hatte er zwei Punt Returns für 63 Yards, vier Kickoff Returns für 31 Yards und sieben Tackles inklusive einem Tackle auf seinem Stat Sheet stehen
Sein zweites Jahr sollte ihm eine größere Rolle in der Offensive der Trojans bringen, aber die 23 Receptions für 404 Yards und zwei Touchdowns standen im Schatten seiner Leistungen im Special Team. Denn am Ende der Saison wurde Pittman zum First-Team All-Pac-12 Special Teamer berufen. Das Highlight der Saison war ein 72 Yard Punt Return Touchdown gegen den Rivalen UCLA.
In seinem Juniorjahr sollte Pittman den Durchbruch als Receiver schaffen und war eine sichere Anspielstation, die am Ende der Saison die Pac 12 in Yards per Reception anführte.
Seine Saison beendete er mit 41 Receptions für 758 Yards und sechs Touchdowns (18,5 Yards per Reception). Viele rieten ihm dazu, sich im NFL Draft 2019 anzumelden, aber Pittman entschied sich für sein Senior Jahr ans College zurückzukehren.
Und diese Entscheidung sollte sich lohnen! Er startete in allen 13 Spielen der Trojans und sollte am Ende mit 101 Receptions, für 1.275 Yards und 11 Touchdowns auf sich aufmerksam machen. DIese Leistungen brachten ihn die Berufung in das First-Team All-Pac-12 und das Second-Team All-American ein. Zudem gewann er den Pop Warner Award für Leistungen auf dem Feld, dem Klassenraum und der Community, sowie war er Finalist für den Biletnikoff Award für den besten College Receiver.
Mit seinen 171 Receptions hatte er zum Zeit seines Abschlusses die zwölft meisten in der Geschichte der USC.
NFL:
2020 – 2025 Indianapolis Colts
Im 2020er Covid Draft wählten die Indianapolis Colts Pittman mit Pick Nummer 34 in der zweiten Runde aus. In den sechs Jahren in Indianapolis sollte er Pässe von zehn Quarterbacks fangen. Die Colts gingen von Veteranen Rivers, Wentz und Ryan zu einem Rookie mit Richardson und endeten nach der Daniel Jones Verletzung am Ende wieder bei dem aus dem Retirement zurückgekehrten Philipp Rivers. Eine alles andere als optimale Situation für Pittman, aber er machte das Beste daraus.
Die Colts sollten auch direkt auf Pittman vertrauen, aber ein Kompartmentsyndrom in seiner Wade setzte ihn für mehrere Wochen außer Gefecht. Aber er kämpfte sich zurück in die Saison und beendete diese mit starken Leistungen. Sein Breakout Game hatte er gegen die Titans mit einer 101 Yards Performance im Thursday Night Game. Die Saison beendete er mit 40 Receptions, 503 Yards und einem Touchdown.
Sein zweites Jahr, welches er ohne Verletzungen absolvierte, sollte Pittman sich als klaren Nummer 1 Receiver der Colts etablieren. Am Ende der Saison sollte er sein Talent sowohl als Deep Threat wie auch als Posession Receiver unter Beweis stellen. 2021 sollte das erste Mal in seiner Karriere sein, dass er über 1000 Receiving Yards hatte, um genau zu sein hatte er 1082 Yards, bei 88 Receptions und sechs Touchdowns.
Die Colts wollten sich vor der Saison mit Matt Ryan ein Upgrade auf der Quarterback Position ins Team holen, aber dieser Call ging nach hinten los. Die Offensive der Colts war ein dysfunktionales Chaos und Head Coach Frank Reich musste im Laufe der Saison seinen Hut nehmen. Aber Pittman gab trotzdem alles und wiederholte mit 925 Yards bei 99 Receptions und vier Touchdowns fast seine 1.000 Yard Saison.
Zur neuen Saison gab es in Indianapolis einen neuen Headcoach und einen neuen Quarterback. Aber Rookie Anthony Richardson blieb nicht lange auf dem Feld, da er sich verletzt und so sprang Gardner Minshew auf Quarterback ein. Das sollte der Leistung von Pittman, aber nicht schaden, denn er beendete die Saison mit 1.152 Yards bei 109 Yards und vier Touchdowns und setzte damit eine persönliche Bestmarke.
Diese Leistungen brachten ihm einen neuen Vertrag über drei Jahre und 70 Millionen Dollar ein, da die Colts ihn als integralen Teil ihrer Offensive sahen.
Unter dem Strich war die Saison, in der in 16 Spielen 69 Pässe für 808 Yards und drei Touchdowns waren, ein Rückschritt in seiner Entwicklung. Aber wenn man in Betracht zieht, dass er die gesamte Saison mit einem kleinen Bruch im unteren Rückenbereich (Low-Back-Fracture) spielte, ist seine Leistung umso beeindruckender.
Auch in 2025 sollten die Colts mit Daniel Jones einen neuen Quarterback haben, aber auch mit diesem sollte Pittman schnell eine gute Verbindung aufbauen. Die Zahlen bei den Receptions und Yards gingen mit 80 und 784 zwar zurück, aber dafür war er eine wichtige Anspielstation als “Chain Mover” und Red Zone Target. So beendete er die Saison mit einer persönlichen Bestleistung von sieben Touchdowns.
Stärken und Schwächen:
- Positiv
- Kann sich körperlich durchsetzen und stellt sich in den Dienst der Mannschaft
- Sichere Hände
- Starker Route Runner
- Negativ
- Kein Breakaway Speed
- Muss dadurch oft in 50:50 Bälle
- kreiert nach dem Catch im YAC zu wenig
Fazit:
Für Michael Pittman Jr. ist der Wechsel nach Pittsburgh der perfekte Neuanfang, weil ihm bei den Colts nach dem Vertrag für Alec Pierce und der Absicht, Daniel Jones langfristig ans Team zu binden, nicht nur sportlich sondern auch monetär das zweite Glied drohte.
Bei den Steelers wird er nun zum essentiellen Baustein der runderneuerten Pass-Offensive unter Head Coach Mike McCarthy. Die Voraussetzungen dafür könnten nicht besser sein: Gemeinsam mit DK Metcalf bildet er ein physisch extrem dominantes Receiver-Duo. Während Metcalf mit seiner Explosivität tiefe Räume aufreißt und unweigerlich Double-Teams auf sich zieht, brilliert Pittman in Underneath als sicheres Target und als”Chain-Mover”. Er bearbeitet verlässlich die Mitte des Feldes, schluckt harte Hits für entscheidende First Downs und verkörpert mit seiner kompromisslosen Zähigkeit exakt die traditionelle Arbeiter-Mentalität der Pittsburgh Steelers.




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