Preview Week 1: Steelers vs Falcons

written by Tobias Neumann
9 · 12 · 26

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Endlich wieder Football! Nach einer wilden Offseason rund um Trainerwechsel, Draft, Quarterback-Drama und die immer noch offene Verlängerung von Cornerback Joey Porter Jr. geht es jetzt endlich wieder um das Eigentliche. Die Steelers erwarten am Sonntag um 19:00 Uhr deutscher Zeit die Atlanta Falcons im Acrisure Stadion. Übrigens: Den Saisonauftakt schauen wir als Fanclub traditionell zusammen in der Matrix in Bochum. Weitere Infos zum Event gibt es hier.

Auf einen Blick

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Injury Reports

Die Steelers kommen gesund aus der Preseason. Einziger gelisteter Spieler ist Joey Porter Jr., bei dessen “Rückenverletzung” es vermutlich zu einer spontanen Genesung kommen wird, sollten er und die Steelers sich bis Sonntag doch noch auf einen neuen Vertrag einigen können.

Ganz anders sieht es bei den Falcons aus. 11 Spieler stehen auf dem Report. Die prominenteste Story ist hier wohl der Ausfall beider Quarterbacks. Michael Penix verkündete erst am vergangenen Montag, dass er sich mit seiner Knieverletzung trotz voller Trainingsteilnahme nicht gut genug fühle, um gegen die Steelers aufzulaufen. Backup Tua Tagovailoa kam schon mit Rückenproblemen ins Camp, wirkte in der Preseason sehr wackelig und fiel nun auch im Training mit einer Bauchmuskelverletzung aus. Starten wird stattdessen Veteran Backup Cooper Rush. Den kennt Mike McCarthy übrigens noch aus seiner Zeit in Dallas. Rush spielte in 33 und startete in 14 Spielen für seinen damaligen Head Coach. Backup ist Jack Strand, Undrafted Free Agent von Minnesota State. Das Quarterback-Duell der Offseason endet also damit, dass keiner von beiden in Woche 1 auf dem Feld steht.

Daneben fallen die Backups Cameron Williams (OT / Knöchel) und Billy Bowman (CB / Achillessehne) aus.

Interessant ist aber auch, wer bei den Falcons gar nicht erst auf dem Report geführt wird. Jalon Walker riss sich letzten Monat das Kreuzband: Saisonaus. James Pierce Jr. wurde von der Liga nach einer Verhaftung wegen häuslicher Gewalt für die ersten acht Spiele der Saison gesperrt. Die beiden Erstrundenpicks aus 2025 sollten eigentlich zusammen das neue Rückgrat des Falcons Pass Rush bilden und kamen 2025 in den letzten 10 Wochen zusammen auf 14,5 Sacks. Zusätzlich steht nun auch Backup Edge Rusher Za’Darius Smith mit Schulterproblemen als “fraglich” auf dem Injury Report.

Der Gegner in Zahlen

Atlanta kommt aus einer 8-9 Saison. Das war das achte Jahr in Folge mit einem Losing-Record und ohne Playoffs; Die aktuell längste Durststrecke der NFL. Besonders bitter: Panthers, Buccaneers und Falcons endeten in der NFC South alle 8-9 und Atlanta verpasste nur durch den Head-to-Head-Tiebreak die Wild Card Runde. In Folge verpflichteten die Falcons Ex-Browns Head Coach Kevin Stefanski.

Das ist die siebte Saison in Folge mit neuem Week 1 Starting Quarterback der Falcons. Der letzte, der in mehr als einer aufeinanderfolgenden Saison startete, war Matt Ryan.

Atlantas O-Line hat mit 490 kombinierten Karrierestarts die meisten der Liga und spielte 2025 80,4% der Snaps zusammen (Platz 2). Die Line ist alt, eingespielt und erfahren. Pittsburgh kommt derzeit mit 91 kombinierten Starts auf die wenigsten.

Über die Falcons

Genau wie Pittsburgh sind die Falcons in einem Umbruch. Stefanski ersetzt Raheem Morris als Head Coach und Ian Cunningham ist neuer General Manager der Franchise. Zusätzlich wurde für Vereinslegende Matt Ryan die neue Position des “President of Football” geschaffen, die formal über HC und GM steht. Beide berichten an Ryan. Jeff Ulbrich bleibt als DC, was immerhin für etwas Stabilität sorgt. Mit Stefanskis Verpflichtung wollen die Falcons mehr Ruhe und Stabilität ins Team bringen und bessere Ingame Entscheidungen provozieren. Morris’ Management bei Spielen war auffallend schlecht: In 14 von 17 Spielen führte man zur Halbzeit und ging trotzdem 8-9. Symptomatisch dafür war auch die Partie gegen Tampa Bay, in der die Falcons 19 Penalties sammelten. Schematisch sind die Änderungen vermutlich weniger dramatisch. Stefanski mag das Zone Run Game, mit dem Bijan Robinson letzte Saison schon erfolgreich war und kombiniert dieses mit einem rhythmusbetonten Passspiel rund um Play Action, RPOs und Screens, die Druck vom Quarterback nehmen.

Offensiv dreht sich sonst alles natürlich um die schwachen Quarterbacks und Bijan Robinson. Ein Team, das mit Notbesetzung Under Center und dem besten Spieler der Liga auf Runningback aufläuft, wird – wenig überraschend – versuchen, den Ball am Boden zu bewegen. Robinson ist Dreh- und Angelpunkt, sowohl im Run Game, als auch bei kurzen Screens und Dumpoff Pässen. 

Die Steelers O-Line hat für den Auftakt ein erstaunlich günstiges Matchup bekommen. Den Falcons fehlen mit Walker und Pierce die besten Waffen im Pass Rush und Backup Smith spielt entweder angeschlagen oder gar nicht. Auch die Interior Line ist generell nicht dominant genug, um konstant Druck über die Mitte zu kreieren, wenn man es ihr nicht zu einfach macht.

Achtet auf…

…Bijan Robinson:
Der Runningback kam 2025 auf 2.298 Scrimmage Yards, 1.091 Rush Yards nach Kontakt und 243 broken Tackles. Er ist der beste Spieler dieser Partie – unabhängig vom Team. Ziel der Steelers Front 7 muss es sein, ihn bei etwa 4 Yards pro Lauf oder weniger zu halten. Bekommt er die nicht, kann er sein Spiel nicht aufziehen und eine Fallback-Lösung gibt es mit Cooper Rush im Pass Game nicht.

…Kyle Pitts:
Der London Effekt: Pitts kommt mit 88 Catches und 928 Yards aus seiner bisher besten Saison. Er teilte sich die Rolle als Target aber mit Receiver Drake London. Ohne London auf dem Feld kam Pitts auf 28,6% Targets und 90,8 Yards pro Spiel. Mit London fiel das auf 18,5% und 43,5 Yards. Die beiden ergänzten sich also kaum oder entlasteten den jeweils anderen. Viel mehr war die Hackordnung beim Pass klar geregelt: London -> Pitts -> Checkdown auf Robinson. Stefanski wurde auch deshalb nach Atlanta geholt. Er hat Erfahrung darin, TEs prominent ins Passspiel einzubinden. Pitts könnte diese Saison also noch einmal Rückenwind bekommen, auch wenn man mit dem Satz vermutlich jedes Fantasy-Bullshit-Bingo gewinnt.

…Jawaan Taylor:
Der Right Tackle ist ein passabler Pass Blocker, tut sich im Laufspiel aber notorisch schwer. In 7 Jahren kam er bei PFF nur einmal über ein Run-Blocking-Grade von über 60. Das kann die Falcons dazu zwingen, ein ohnehin schon eindimensionales Spiel noch weiter einzuschränken. Letzte Saison haben die Gegner der Steelers irgendwann aufgehört, ihr Laufspiel nach T.J. Watt auszurichten, da er auch so nur wenig dominanten Einfluss hatte. Wie gut er aus der Offseason kommt, ist daher die zweite Variable dieser Gleichung.

…Mike Hughes und A.J. Terrell:
Das Cornerback-Duo gehört eher nicht zu den besseren der Liga. 126 Targets, 6 TDs against und eine Interception verbuchten beide zusammen. Das wirkt auf Papier nicht dramatisch, lag aber auch daran, dass es nur wenig Schützenhilfe in der Coverage gab und die Gegner sich ihre Targets teilweise einfach aussuchen konnten. DK Metcalf und Michael Pittman werden definitiv ihre Chancen gegen die beiden bekommen.

Erwartungen an das Spiel

Schon vor dem Tua-Ausfall sprach alles dafür, dass es auf Seiten der Falcons ein sehr lauflastiges Spiel wird. Daran ändert sich mit Rush natürlich nichts. Auf der anderen Seite dürften die Steelers mit einer hoffentlich besseren O-Line und einem guten Duo auf WR passlastiger auflaufen als noch 2025.

Blickt man auf die Ausfälle und Schwierigkeiten der Falcons, wirkt das Duell schnell einseitiger als es ist. Bijan Robinson kann hinter der soliden Line das Spiel im Zweifel auch allein gewinnen, wenn man ihm zu viel Raum lässt.

SNG-Tipp: Low Scoring Game und nicht so eindeutig für die Steelers, wie von vielen erwartet. Die Steelers gewinnen 23-16.

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