Offensive Linemen im Draft 2026
In den vergangenen Saisons haben die Steelers sich in der O-Line stark verjüngt und immer wieder hohe Draft Picks in die Position investiert. Mit Zach Frazier, Mason McCormick und Troy Fautanu hat man so Spieler in den Trenches, die langfristig für Ruhe in der Pocket sorgen. Bei Broderick Jones lief es leider nicht ganz so reibungslos. Er wurde immer wieder von einer Position auf die andere geschoben und konnte sich nie ganz etablieren. Für 2026 ist nun nicht einmal sicher, ob er überhaupt bis zum Saisonbeginn fit sein wird. Sein Vertrag läuft nach der kommenden Saison aus. Die einjährige Verlängerung für 1st Round Picks gab es vom Team nicht. Eine der wichtigsten Positionen trägt damit zum jetzigen Zeitpunkt ein großes Fragezeichen. Zusätzlich verlor man mit Isaac Seumalo einen sehr erfahrenen Guard an die Free Agency. Allein seinen Posten müssen die Steelers also im Draft adressieren.
Prospect 1 – Olaivavega “Vega” Ioane

- Finalist zum “Polynesian Player of the Year”
- Ließ 2024 und 2025 keine Sacks zu
- Hat 8 Geschwister
- Begeisterter Koch und Wanderer
Positives
“Vega” kommt mit viel Power im gesamten Körper daher. Mit festem Stand, guter Beinarbeit und enorm kräftigen Händen ist er stets derjenige, der bei Pass- und Laufspielzügen den Ton angibt. Mit längeren Armen wäre er in diesem Draft ein hoch gehandelter Tackle geworden. So wird er auf den meisten Boards als bester Guard im Draft geführt. Im Run Block nutzt er seine Kraft gekonnt, um Lücken auch gegen 2 Gap Verteidiger zu schlagen und dem Back so den Weg ins zweite Level einfach zu machen. Etwas untypisch für einen Guard, überzeugt er als Pass Blocker aber nicht weniger. Er spiegelt den Gegner gut, bietet genug Widerstand gegen den Bull Rush und kann technische Pass Rush Moves mit dem festen Griff seiner starken Hände oft schon im Keim ersticken. Den meisten Fans, die sich weniger mit seiner Uni oder der Position an sich beschäftigen, ist Ioane vermutlich durch einen Clip in Erinnerung, bei dem er nach einer Niederlage über eine Mauer sprang, um dem Equipment Guy mit seinem Trolley zu helfen. Das unterstreicht nur seinen Ruf unter Coaches und Teammates als Mensch mit gutem Charakter, der sich selbst stets dem Team unterordnet.
Negatives
Sein größtes Manko sind die oben schon erwähnten kurzen Arme. Er kann dadurch nur selten zuerst Kontakt schaffen und Kontrolle ausüben. Er kann das zwar besser kompensieren als die meisten Spieler, wird dadurch aber in der NFL, wo der durchschnittliche D-Liner eben noch mal größer und schwerer ist und längere Arme hat, immer etwas eingeschränkt bleiben. Hinzu kommt, dass er nicht der beste Athlet zu sein scheint. Die Geschwindigkeitsdisziplinen hat er vermutlich nicht ohne Grund beim Combine ausgelassen. Bemerkbar macht sich das bei allen Arten von Pull Blocks, Screens und schnellen Plays im zweiten Level. Auch mit schnellen Spin Moves und Stunts kann man ihn so aus dem Konzept bringen.
Steelers Fit, weil
er sofort die Lücke schließen kann, die Seumalo in der Line hinterlassen hat. Er wäre damit ein weiteres, vielleicht ja sogar das letzte Puzzlestück einer runderneuerten, stark verjüngten Line, die dem zukünftigen Franchise Quarterback langfristig Sicherheit und Stabilität gibt.
SNG Prediction
- Note: A
- Draft: Runde 1
- Karriere: Sofortiger Starter
- Rolle: Pass Protector
Prospect 2 – Kadyn Proctor
- All-SEC Freshman
- War früher auch als Basketballer und Kugelstoßer aktiv
- Plante nach dem Abgang von Nick Saban den Transfer nach Iowa, zog diesen aber noch in der Offseason zurück.

Positives
Proctor ist dieses Jahr der “Big Guy” in der ersten Runde und für sein Gewicht bringt er zusätzlich eine recht ordentliche Athletik mit. Sein größter Trumpf ist aber seine Power. Er wird den meisten Pass Rushern gegenüber auch in der NFL einen körperlichen Vorteil haben und diesen weiter ausspielen können. Das macht es seinen Gegnern sehr schwer, ihn aus der Bahn zu bringen, wenn er erst einmal seinen Stand gefunden hat und erlaubt es ihm, dem Running Back viel Platz zu schaffen. Er gibt bei jedem Snap alles und bringt die gewisse Aggressivität mit, die man von einem Spieler mit seinem Profil sehen möchte. Mit nur 20 Jahren ist er für einen Offensive Lineman noch sehr jung und wird auf dem nächsten Level gerade technisch noch gut nachbessern können. Auch wenn er nicht direkt nach dem Draft auf dem Feld stehen kann, bietet er seinem nächsten Arbeitgeber eine recht gute Aussicht auf eine sichere Option für die Zukunft.
Negatives
Durch seine massiven körperlichen Vorteile war er am College nie gezwungen, auf technische Feinheiten zu achten und hatte in nur drei Jahren am College auch nicht die Zeit, eine sichere Technik zu entwickeln. In der NFL wird das allerdings nicht mehr so einfach funktionieren. Dort wird er schnell zu einem von vielen abrutschen, wenn das nötige Coaching nicht stimmt. Man bekommt mit ihm eben ein Projekt und keine “Plug and Play” Lösung. Und Baustellen gibt es viele. Sein hohes Padlevel wird er durch sein Gewicht vermutlich nie ablegen können, ohne abzunehmen und auf die damit verbundenen Vorteile zu verzichten, an anderen Stellen wie schlechtem Positionsspiel, dem nach vorn geschobenen Körperschwerpunkt oder generell der Übersicht bei Stunts und schnellen Plays kann man aber arbeiten.
Steelers Fit, weil
man mit Broderick Jones alles andere als sicher auf Left Tackle ist. Für 2026 hat er aber noch Vertrag und steht so für ein Jahr zur Verfügung. Dieses Jahr kann das Team daher nutzen, um das Projekt Proctor für die Liga fit zu machen und ihm den Spot dann 2027 zu übergeben.
SNG Prediction
- Note: A-
- Draft: Runde 1
- Karriere: Starter während des Rookie Vertrags
- Rolle: Pass Protector
Prospect 3 – Blake Miller

- Ehemaliger State Champion als Ringer
- Hält mehrere Gewichtsrekorde an seiner früheren High School
- Begeisterter Koch
- Sozial aktiv. Baut ehrenamtlich Häuser für Bedürftige.
Positives
Im Gegensatz zu den bisher vorgestellten Prospects ist Miller kein Spieler, der sich als Schwergewicht einfach seinem Gegner in den Weg stellt, sondern mit solider Technik, viel Kraft und Speed glänzen kann. Gerade in der Pass Protection teilt er gezielt aus und bietet dem Rusher wenig Angriffsfläche. Selbst gegen den Bull Rush kann er gut ankern und gibt trotz Gewichtsnachteilen zwar nach, verliert den Block an sich aber nicht. Er ist ein intelligenter Spieler, der nur selten durch komplexe Plays überrascht wird. In vier Jahren als Starter bei Clemson sammelte er fast 4.000 Snaps Erfahrung, in denen er trotz einer gebrochenen Hand nur zwei Trainingseinheiten und kein Spiel aussetzte.
Negatives
Für seine 6’7” ist er sehr leicht und wird dadurch gern zum Spielball der Defense, wenn es eng wird. Er hat zwar viel Kraft und kann technisch einiges ausbügeln, ist gegen kompakter gebaute Verteidiger aber immer im Leverage Nachteil. Seine Base muss zu 100% sitzen, wenn er in den Kontakt geht, was ihm mit seiner aggressiven Spielweise aber nicht immer gelingt. Das fällt besonders auf, wenn er bei Run Plays im zweiten Level gegen Linebacker und Safeties blocken muss. Dort versucht er es zu oft mit Blocks, die ihm bei Misslingen keine zweite Chance geben. Seine seitlichen Bewegungen überzeugen auch nur, solange er Teil der Pocket ist. Muss er sich gegen Stunts plötzlich anpassen oder außerhalb der Box bei Screens oder Run Plays bewegen, fehlt es ihm an der nötigen Sicherheit. Steelers spezifisch kommt noch zum einen hinzu, dass er am College fast ausschließlich als rechter Tackle spielte. Damit ergeben sich automatisch Konflikte mit Troy Fautanu und einer der beiden müsste seine starke Position aufgeben. Zum anderen steht er auf den meisten Boards genau zwischen unserem 1st und 2nd Round Pick, sodass man vermutlich traden müsste, um nicht zu reachen.
Steelers Fit, weil
Broderick Jones als “Big Guy” in der Line nicht funktioniert hat, um eine Seite allein dicht zu machen. Miller wäre als leichter Spieler mit technischem Upside vermutlich eher in der Lage, sich in das Gefüge der Line einzugliedern und als Einheit zu funktionieren.
SNG Prediction
- Note: B+
- Draft: 2. Runde
- Karriere: Sofortiger Starter
- Rolle: Technischer Allrounder
Prospect 4 – Billy Schrauth
- Team Captain bei Notre Dame
- Trat früher auch im Kugelstoßen und Diskuswerfen an
- Wuchs als Kind auf einer Farm auf

Positives
Auch Billy Schrauth ist mit 310 Pfund recht leicht für einen Offensive Lineman. Im Gegensatz zu Miller kann Schrauth das als Guard aber besser kompensieren, da er positionsbedingt weniger 1on1s bekommt und gegen besonders schwere oder kräftige Spieler meist Hilfe vom Center bekommen kann. Das soll allerdings nicht heißen, dass er allein aufgeschmissen wäre. Ganz im Gegenteil kann er gerade gegen den Bull Rush gut den Anker setzen und dem Gegner kontrolliert Raum geben, ohne den Block aufgeben zu müssen. Auf Tape wirkte er schnell genug, um auch im zweiten Level nicht verloren zu wirken und Blocks bei schnellen horizontalen Plays zu setzen, trat beim Combine allerdings nicht zum 40 Yard Dash an, um das unterstreichen zu können. Von seinen Coaches und Teammates wurde er durch die Bank positiv herausgestellt und als “authentisch” und “selbstlos” beschrieben.
Negatives
Im Allgemeinen ist Schrauth kein besonders guter Pass Blocker. Seine Technik ist zwar solide, gegen technisch starke Rusher beißt er trotzdem gerne auf den ersten Move und reißt damit Lücken in die Pocket. Auch die Punches und die Platzierung seiner Hände benötigt Feinschliff, um in der NFL nicht ausgenutzt zu werden. Auch wenn er den Speed für Arbeiten im offenen Feld hat, merkt man ihm an, dass er sich nicht wohl fühlt, wenn er links und rechts keinen Teamkollegen neben sich hat. Mit nicht einmal 1.400 Snaps am College kommt er außerdem mit sehr wenig Erfahrung in die Liga und könnte dadurch nie seinen Shot auf eine Starterposition bekommen, wenn er sich nicht schnell genug entwickelt.
Steelers Fit, weil
die Steelers Line sehr jung ist und sich noch in die Richtung entwickeln kann, die der zukünftige Franchise Quarterback benötigt. Schrauth hat den Charakter und genug Entwicklungspotential, um mit den anderen Linemen in die benötigte Richtung zu wachsen, statt dem Fortschritt im Weg zu stehen.
SNG Prediction
- Note: C
- Draft: Tag 2
- Karriere: Entwicklungsspieler / High Class Backup
- Rolle: Zone Run Blocker
Prospect 5 – Travis Burke

- Spielte neben O-Line auch D-Line und Long Snapper
- Galt zunächst als zu klein, wuchs in seiner Jugend in einem Jahr aber 25cm
- Sein Vater war sein Football Coach an der High School
Positives
Inzwischen ist es schon eine Art Tradition, dass im O-Line Artikel der Draft Preview auch der Spieler behandelt wird, der neben den anderen Prospects selbst für seine Position durch seine Größe auffällt. Dieses Jahr ist das Travis Burke. Für 6’9” und entsprechend große Hände und lange Arme bringt Burke zwar wenig Gewicht, dafür aber eine zumindest durchschnittliche Athletik mit. Seine physischen Vorteile kann er gut ausspielen, sucht schnellen, harten Kontakt nach dem Snap und arbeitet technisch solide am Mann. Er macht mit seinen langen Beinen direkt mit dem ersten Step Raum gut und wird so nur selten zu Beginn über außen geschlagen. Er spielte in seiner Karriere an 3 Colleges als Left- und Right Tackle und bietet damit die Flexibilität, die ihm im Camp vielleicht den nötigen kleinen Vorteil gibt, um sich gegen die anderen Late Round Picks und UDFAs durchzusetzen. Er musste am College mit vielen Änderungen und Wechseln klar kommen und könnte sich in der NFL zu einem soliden Pfeiler im Depth Chart entwickeln, wenn er eine Chance bekommt und sich in Ruhe auf sein Training konzentrieren kann.
Negatives
Mit 325 Pfund ist er für seine Größe sehr leicht und kann so weder durch pures Gewicht noch durch die benötigte Leverage nach dem Snap überzeugen. Im Gegensatz ist es eher so, dass er von kräftigen Defensive Linemen gerne ausgehebelt wird, gerade, wenn der Kontakt nicht direkt frontal kommt. Ohne permanenten Kontakt verliert er schnell die Balance und kommt nur selten wieder in die Spur, bis das Play vorüber ist. Auch wenn er gegen Speed Rushes schnell in Position ist, um die Rückseite der Pocket zu schützen, lässt er dabei zu oft seine Innenschulter offen für Spin Moves, Counters oder Speed-to-Power Rushes. Er ist am Ende des Tages ein Projekt mit vielen Fragezeichen, das trotz viel Potential alles andere als eine sichere Option ist.
Steelers Fit, weil
wir mehr als eine Baustelle in der Line haben, für die es jetzt zwar Ersatz, in der Zukunft aber auch Backups braucht, die man nicht alle an den ersten beiden Tagen in einem Draft adressieren kann. Bei entsprechender Entwicklung, könnte Burke sich aber auch als später Kandidat zu einem echten Swing Tackle entwickeln, der dort einspringt, wo es nötig ist.
SNG Prediction
- Note: F
- Draft: Runde 7 oder UDFA
- Karriere: Camp Prospect
- Rolle: Swing Tackle




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