
Die Pittsburgh Steelers haben am 27.01.2026 ins Acrisure Stadium geladen, um Mike McCarthy als 17ten Headcoach der Franchise Geschichte vorzustellen.
Diesem Aufruf sind die Vertreter:innen der Presse nur zu gerne gefolgt, um zu hören, was McCarthy über seine neue Aufgabe zu sagen hat und natürlich um die ersten Fragen an den neuen Coach zu stellen.
Neben der Presse war natürlich war auch die Familie des aus Greenfield, Pennsylvania stammenden McCarthy vor Ort anwesend.
Apropos Familie, auch Teile der Steelers Familie waren vor Ort. Unter anderem die aktiven Spieler Alex Highsmith und Joey Porter Jr. – aber auch Spieler der Franchise Historie wie Mel Blount, Joey Porter Sr. und Ryan Shazier nahmen die Möglichkeit wahr, um den neuen Headcoach kennenzulernen.
Die Pressekonferenz beginnt, als Art Rooney II, Omar Khan und Mike McCarthy gemeinsam auf die Bühne treten. Rooney und McCarthy gaben beide Statements ab und danach wurde der Raum für die Fragen der Presse geöffnet.
Art Rooney II eröffnete die Veranstaltung und dankte den Anwesenden. Er erwähnt den Geburtstag seines Großvaters an diesem Tag. Sein Großvater hätte die Verpflichtung eines Trainers aus dem Stadtteil Greenfield geschätzt. Die Herkunft spielte für die Entscheidung der Steelers jedoch eine untergeordnete Rolle. Rooney hebt die Erfolge von Mike McCarthy an dessen bisherigen Wirkungsstätten hervor. Diese Bilanz verleiht der Organisation großes Vertrauen. Rooney begrüßt Mike McCarthy offiziell als neuen Head Coach der Pittsburgh Steelers.
Danach ergreift Mike McCarthy das Wort, der während seines Statements sichtlich mit seinen Emotionen zu kämpfen hat und man ihm anmerkt, wie viel ihm das bedeutet.
Er beschreibt das Gefühl beim Tragen der Teamfarben. Für Spieler und Trainer dauert die Gewöhnung an neue Farben normalerweise einen Moment. McCarthy empfindet es als Segen, die Farben seines Geburtsortes zu tragen. Sein Dank geht an Art Rooney, Omar Khan, Dan Rooney Jr und die gesamte Organisation. Er spricht über das Vertrauen in seine Person. Er bezeichnet die Steelers als eine der traditionsreichsten Marken im Sport. McCarthy akzeptiert die Verantwortung und das Privileg dieser Aufgabe. Pittsburgh bedeutet ihm viel, da er hier aufgewachsen ist.
McCarthy dankt seinen Freunden, Mike Tomlin und Bill Cowher. Beide haben die Organisation mit Klasse repräsentiert. Er fühlt sich geehrt, auf diese Trainer zu folgen. Er findet eine Mannschaft mit hoher Qualität vor.
McCarthy spricht seine Ehefrau Jessica sowie seine Kinder Alex, Jack, George, Gabby und Izzy an. Er nennt seine Eltern Joe und Ellen McCarthy sowie seine Schwestern Kelly, Ellen und Colleen. Die Familie kann ihre Steelers Gear nun offen zeigen und tragen.
Sein Fokus liegt auf dem Gewinn eines weiteren Super Bowls für die Stadt. McCarthy plant den Start der Parade für die siebte Trophy an der Kreuzung 11th und 37 Greenfield Avenue.
Nach den Eröffnung Statements hatten die Vertreter:innen der Presse die Möglichkeit ihre Fragen zu stellen:
Frage 1: Mike, hast du daran gedacht und wolltest du wieder ins Coaching einsteigen? Wir haben gesehen, dass andere Leute ein Jahr Pause machen und dann zurückkehren. Was hat das letzte Jahr, das Jahr Auszeit, für dich bewirkt oder dir gezeigt?
Mike McCarthy: Die Auszeit war großartig für meine Familie. Ich hatte bereits 2019 die Chance auf ein freies Jahr, aber damals habe ich nicht wirklich pausiert. Ich hatte eine Gruppe von befreundeten Trainern um mich und wir haben die Zeit wie eine echte Saison behandelt. Wir starteten im Februar und ich habe Projekte bearbeitet, für die ich in Dallas nie Zeit fand. Es war ein tiefes Eintauchen in den Football. In diesem Jahr ging es aber primär um die Familie. Ich habe viel Zeit mit ihnen verbracht und war bei Volleyballspielen im Frühling dabei. Ich weiß nicht, warum ich so emotional bin, aber es war ein tolles Jahr. Ich konnte coole Dinge tun, wie den Auftritt in der Pat McAfee Show. Das hat mir einen Einblick in eure Welt gegeben und mein Respekt vor eurer harten Arbeit ist gewachsen. Das Jahr war sehr erfüllend und verging zu schnell. Sobald die Saison und das Training Camp starten, tickt bei uns allen diese innere Uhr. Ich habe dieses Jahr weniger analysiert als 2019, aber es war gut, mit Abstand auf die Trends zu schauen. Unser Spiel besteht aus Trends. Es fasziniert mich, wie sich fundamentale Dinge oder das Game Management innerhalb weniger Wochen ligaweit verbreiten. Es ist unsere Verantwortung als Coaches, diese Trends ständig zu lehren und neue Beispiele dafür zu finden.
Frage 2: Eine Football Frage für dich, Mike. Ich frage das nur aus deiner persönlichen Sicht. Willst du in deinem Best-Case-Szenario Aaron Rodgers nächstes Jahr als deinen Quarterback zurückhaben?
Mike McCarthy: Das hast du geschickt gefragt. Definitiv. Ich wüsste nicht, warum man ihn nicht zurückhaben wolle. Ich kenne Aaron lange genug und habe viele Saisons mit ihm erlebt. Wenn Spieler an diesem Punkt ihrer Karriere stehen, müssen sie erst einmal Abstand gewinnen und abschalten. Das ist sehr wichtig. Das Spiel ist emotional und diese Männer investieren so viel. Die Zeit weg vom Football ist entscheidend. Ich habe mit Aaron gesprochen, das ist der aktuelle Stand. Ich konnte mir die meisten Spiele der Steelers im Fernsehen ansehen und ich finde, dass er ein großer Gewinn für das Team war.
Frage 3: Mike, Credentials beiseite, hattest du das Gefühl, dich im Interview verkaufen zu müssen? Gab es eine Antwort oder eine Geschichte, die dir geholfen hat, den Job zu bekommen?
Mike McCarthy: Ich geniesse den Interviewprozess jedes Mal. Dieses Jahr hatte ich drei Gespräche, 2019 waren es einige, davor kaum welche. Es ist immer eine großartige Gelegenheit, wenn Trainer und Spieler über Football fachsimpeln und man gegenüber von Art Rooney sitzt. Über das Spiel und die Geschichte zu sprechen, besonders da ich hier aufgewachsen bin und als Kind ein riesiger Steelers Fan war, ist eine Chance. Ich versuche gerade, Zeit zu schinden, um mir eine gute Geschichte zu überlegen, aber es gibt keine einzelne Aussage, die alles entschieden hat. Ich habe die Gespräche genossen. In jeder Branche sucht man nach dem besten Fit. Ich stelle gerade den Coaching Staff zusammen und es gibt viele hervorragende Trainer, die ich respektiere. Aber es muss zusammenpassen. Ich habe mich vom ersten Moment an bei Art und Omar wohlgefühlt. In meiner jetzigen Lebensphase und Karriere ist das wichtig. Die Beziehung zwischen General Manager und Head Coach ist kritisch und ich könnte mir keinen besseren Partner als Omar wünschen.
Frage 4: Was hat dich am Kader am meisten gereizt und womit bist du am glücklichsten?
Mike McCarthy: Ich liebe den Kader. Zuerst schaue ich mir immer an, wie viele Spieler noch unter Vertrag stehen. Haben wir 52, 61 oder 64 Spieler? Der Draft und Free Agency sind wichtig, aber die Gruppe von Männern, die bereits hier ist und die Offseason Programme absolviert, bewegt den Zeiger am meisten. Das sind erfahrene Leute. Das Feedback, das wir untereinander austauschen, ist positiv und ich freue mich darauf, mit diesen Jungs voranzukommen. Wir werden Spieler über die Free Agency und den Draft hinzufügen. Mike Tomlin und Omar haben mir eine gute Basis hinterlassen. Besonders die Defense begeistert mich. Es ist toll, Alex hier zu sehen, denn Defense gewinnt Meisterschaften. Die Geschichte der Steelers Defense und das Festhalten am 3-4 System sind wichtig. Darauf müssen wir aufbauen. In 18 Jahren als Head Coach hatte ich einmal eine Top 5 Defense und in diesem Jahr haben wir den Super Bowl gewonnen. Die Bedeutung der Defense ist entscheidend.
Frage 5: Mike, deine drei Vorgänger waren 19, 15 und 23 Jahre im Amt. Du bist in deiner Karriere schon etwas weiter fortgeschritten als bei ihrem Amtsantritt. Wie lange willst du noch coachen und wie sieht dein Zeitplan aus?
Mike McCarthy: Zuerst rechnen wir das in Hundejahren um. Aber lassen wir das, bei meiner ersten Pressekonferenz in Dallas ging mein Scherz nach hinten los. Ich bin in den 70ern mit Coach Noll aufgewachsen. Als ich mit dem Coaching begann, waren er, Bill Cowher und Mike Tomlin Leute, denen man nacheifern wollte. Ich habe großen Respekt davor. Ich kann es kaum erwarten, morgen anzufangen. In diesem Spiel geht es um das Gewinnen. Mein erstes Jahr in der NFL war 1993 und die Rollen sowie das Training haben sich verändert. Darauf konzentriere ich mich und ich hoffe, dass es sehr lange anhält.
Frage 6: Mike, wie war es nach dem Anruf der Steelers, als du deine Eltern anrufen und die Nachricht teilen konntest?
Mike McCarthy: Das war ein großartiger Anruf. Ich bin ja schon bei der Einleitung vorhin emotional geworden, also kannst du dir vorstellen, wie das Gespräch verlief.
Frage 7: Warum wolltest du immer noch coachen? Was ist es an diesem Beruf, das dich mit 62 Jahren zurückkehren lässt?
Mike McCarthy: Ich liebe Coaching. Die tägliche Interaktion mit Spielern, Trainern und dem restlichen Staff ist das Größte. Jeden Tag hart mit Menschen zu arbeiten, die engagiert sind, ist unvergleichlich. Ich konnte mir andere Dinge ansehen, aber es gibt nichts Vergleichbares zur NFL auf diesem Niveau. Ich bin nicht bereit, davon wegzugehen. Diese Chance wirkte auf vielen Ebenen so, als sollte es so sein. Sonntage sind unglaublich, aber Dienstage, an denen wir den Gameplan erstellen, gehören immer noch zu meinen Lieblingstagen. Morgens einen Kaffee zu schnappen und loszulegen, um zu gewinnen, ist alles. Ich habe Glück, dass ich die Gelegenheit dazu wieder bekomme.
Frage 8: Deine Historie und dein Ruf liegen in der Offense. Was konntest du von einer Station zur nächsten mitnehmen? Warum holst du immer das Beste aus Quarterbacks heraus?
Mike McCarthy: Die Arbeit mit Quarterbacks ist wichtig. Wenn du Head Coach wirst, liegt das oft an der Position, die du vorher gecoacht hast. Ich hatte das Glück, mit unglaublichen Quarterbacks und Hall of Famern zu arbeiten. Paul Hackett war mein Mentor und hat mir das Coaching dieser Position beigebracht, angefangen 1989 bei der University of Pittsburgh. Das zieht sich durch meine Karriere. Heute ist es schwerer als vor 2011, einen Quarterback zu trainieren. Die Position ist eine Herausforderung, weil man nicht so viel Zeit für individuelles Training hat wie auf anderen Positionen. Man muss effizient mit der Arbeitslast umgehen und sicherstellen, dass sie das fundamentale Training bekommen. Ich weiche nie von der Old-School Methode ab, sie funktioniert seit Jahrzehnten.
Frage 9: Die Flaute bei Playoff Siegen war hier ein großes Thema. Wenn du auf die letzten 10 Jahre schaust, was würdest du anders machen und was muss sich jetzt ändern?
Mike McCarthy: Ehrlich gesagt kann man das so nicht betrachten. Jede Saison und jedes Team ist anders. Es geht um die Kultur und die Standards, die man setzt. Das Wichtigste bei Playoff Football ist, in den Playoffs zu bleiben. Wir wollen nicht nur hinkommen, sondern so spielen, dass wir dort bestehen. Playoff Spiele sind jedes Jahr am schwersten zu gewinnen. Ich beobachte die Trends, besonders die Momentum Umschwünge im vierten Viertel. Man muss das Training des Teams neu konzipieren. Wir müssen mehr Energie in das Ende der Spiele stecken. Es geht darum, die Meisterschaft zu gewinnen und die Trophy nach Hause zu bringen. Fast jedes Playoff Spiel in diesem Jahr wurde erst in der letzten Serie entschieden. Dieser Trend besteht seit Jahren. Da wir alle die gleiche Zeit für das Training haben, ist die Frage, wofür man diese Zeit ausgibt. So gehe ich die Playoffs an.
Frage 10: Es gibt die Legende der ungeöffneten Iron City Bierdose, die von Coach Noll an Coach Cowher und dann an Coach Tomlin weitergereicht wurde. Hast du diese Dose bekommen?
Mike McCarthy: Ich hatte noch keine Gelegenheit, in mein Büro zu gehen. Ich werde es dich wissen lassen.
Frage 11: Du hast Erfolg bei der Entwicklung von Quarterbacks, aber du übernimmst eine Organisation, die jetzt gewinnen will. Wie balancierst du das Gewinnen und die Suche nach dem nächsten Franchise Quarterback?
Mike McCarthy: Man entwickelt den Quarterback ständig. Ich hatte tolle Starter wie Dak Prescott, Aaron Rodgers oder Brett Favre. Aber wir betrachten das immer als eine Gruppe, den Quarterback Room. Der zweite und dritte Quarterback müssen den Starter simulieren, weil dieser den Rhythmus und das Timing für die Mitspieler vorgibt. Ich bin gespannt auf Will Howard. Ich fand ihn bei Ohio State stark und freue mich auf die Arbeit mit ihm. Es wäre toll, Aaron zurückzuhaben, aber ich bin auch auf Will und Mason fokussiert.
Frage 12: Planst du, die Spielzüge selbst zu callen, und wie sieht der Zeitplan für den Offensive Coordinator und den restlichen Stab aus?
Mike McCarthy: Ja, ich werde die Plays in der Offense selbst ansagen. So werden wir die Offense ausführen. Den Coaching Staff zusammenzustellen ist jedes Jahr eine größere Herausforderung, es gibt viele bewegliche Teile. Die letzten 48 Stunden waren sehr dynamisch.
Frage 13: Eine Frage an Omar und Art. Viele Kandidaten waren jünger und hatten einen defensiven Hintergrund. Wolltet ihr eigentlich diesen Weg gehen und was an Mike hat eure Meinung geändert?
Art Rooney II: Wir wollten den besten Coach für die Pittsburgh Steelers finden. Wir haben uns nicht auf einen jungen Defensive Coordinator oder einen Offensivmann festgelegt. Wir waren offen. Wir haben grossartige Trainer interviewt und es war keine einfache Entscheidung. Aber am Ende war es eine offensichtliche Entscheidung, dass Mike der richtige Mann für den Job ist.
Omar Khan: Ich kann Art nur zustimmen. Wir waren sehr offen und hatten eine beeindruckende Gruppe an Kandidaten. Mikes Lebenslauf spricht für sich selbst. Wir haben viel gelernt im Prozess, aber wir sind begeistert, dass Mike McCarthy unser Head Coach ist.
Frage 14: Coach, eine Frage für dich und Omar. Ihr habt euch vor vielen Jahren bei den Saints getroffen. Ist es surreal, heute hier nebeneinander zu sitzen? Was erinnert ihr voneinander?
Omar Khan: Es ist kaum zu glauben, dass das 25 Jahre her ist. Ich bin als grosser Saints Fan aufgewachsen. In diesem Jahr haben die Saints ihr erstes Playoff Spiel überhaupt gewonnen. Mike war der Offensive Coordinator. Es war ein unglaubliches Jahr. Ich erinnere mich vor allem an die harte Arbeit und die Liebe zum Detail, die dieser Mann rechts von mir in alles gesteckt hat. Das beeindruckt mich heute noch.
Mike McCarthy: Die Zeit verging schnell. Mein erster Eindruck von Omar war stark. Ich wurde eingestellt und alles raste mit 100 Meilen pro Stunde. Es war mein erstes Jahr als Coordinator. Omar arbeitete in der Personalabteilung und am Salary Cap. Jim Haslett fragte, ob er bei uns in der Offense mitarbeiten sollte. Es war toll. Ich glaube, es hat ihm die Augen geöffnet, was Coaches und Spieler wirklich leisten. Ich habe sofort gesehen, dass er erfolgreich sein wird. Er ist sehr hellwach, arbeitsam und wir sind seitdem verbunden.
Frage 15: Du hast erwähnt, dass Defense Meisterschaften gewinnt. Wie sieht deine Philosophie aus und was suchst du bei den Trainern für diese Seite?
Mike McCarthy: Wir wollen auf dem aufbauen, was hier vorhanden ist. Ich halte nichts davon, alles über den Haufen zu werfen. Das System der Defense ist seit 1992 hier, es kam mit Bill Cowher und Dom Capers. Ich war immer ein Fan davon und fand es als Offensivcoach am schwersten, dagegen anzutreten. Das war ein Grund, warum ich es in Green Bay übernommen habe. Wir stellen gerade den Stab zusammen. Idealerweise behalten wir die Terminologie bei. Wenn etwas so lange so gut funktioniert wie hier, sollte man darauf aufbauen.
Frage 16: In einem Interview in Dallas hast du gesagt: Familie zuerst, Familie und Football. Wie sieht das aus und warum ist es dir wichtig?
Mike McCarthy: Es geht darum, wie man erzogen wurde. Behandle Menschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest. Respekt bringt einen weit. Es beginnt im Locker Room, denn dieser Raum ist eine Familie. Alles, was wir tun, muss den Locker Room positiv beeinflussen. So gewinnt man jeden Tag. Diese Männer bringen Opfer und erbringen die Leistung. Wenn sie auf das Feld gehen, müssen sie fühlen, dass wir ihnen alles für den Erfolg gegeben haben. Der Fokus liegt auf der Familie im Locker Room.
Frage 17: Welche Qualitäten sind dir wichtig, wenn du deinen Trainerstab bildest?
Mike McCarthy: Es gibt vier Bereiche. Erstens brauche ich Experten, die die Liga kennen. Die NFL entwickelt sich und man will am Anfang eines Zyklus stehen, nicht am Ende. Zweitens schaue ich mir den aktuellen Stab an. Unter Mike Tomlin waren viele gute Coaches hier. Das muss man berücksichtigen, wenn es passt. Drittens suche ich nach jungen, neuen Ideen, die zu unserer Richtung passen. Und viertens braucht man die jungen Leute, die richtig ranklotzen. Die Grinder, die so angefangen haben wie Omar und ich. Früher haben wir im Büro geschlafen, weil wir keinen Computer hatten. Das erwarte ich heute wegen der besseren Ressourcen nicht mehr so, aber der Einsatz muss stimmen. Am Ende muss alles zusammenpassen.
Frage 18: Du hast einen Ruf für Offensiven Football. Wie beschreibst du deine Philosophie und wie hat sie sich entwickelt?
Mike McCarthy: Ich glaube an die Tradition der West Coast Offense. Die Offense muss so gebaut sein, dass sie den Quarterback erfolgreich macht. Das beginnt beim Laufspiel. Man muss den Ball laufen, sonst wirken die Passspielzüge nicht auf die Defense. Wir brauchen einen athletischen Quarterback, der Spielzüge verlängern kann und Rhythmus sowie Timing beherrscht. Aber ich würde nie sagen, dass wir nur die West Coast Offense spielen. Wenn dein System nicht jeden Spieler aufnehmen kann, den Omar und Art zu den Steelers bringen, dann musst du dein System überdenken. Wir müssen flexibel sein.
Frage 19: War Mikes Erfahrung mit Quarterbacks ein Faktor? Mike, wie hat sich die Position entwickelt und was hast du von Joe Montana bis Dak Prescott gelernt?
Omar Khan: Bei jedem Gespräch war die Entwicklung des nächsten Quarterbacks ein Thema. Mikes Lebenslauf spricht für sich. Wir freuen uns auf die Arbeit mit Will Howard.
Mike McCarthy: Die größte Änderung ist die Rolle des Quarterbacks beim Laufen. Die geplanten Läufe des Quarterbacks haben das Spiel in den letzten Jahren verändert. Das ist ein achtes Element für das Laufspiel, weil die Verteidigung den Quarterback einplanen muss. Aber am Ende, wenn die großen Spiele im Januar anstehen, müssen sie immer noch aus der Pocket werfen. Deshalb sind Beinarbeit und Training so wichtig. Der laufende Quarterback ist die größte Entwicklung, die ich sehe.
Frage 20: Wie waren die letzten 72 Stunden für dich? Kannst du uns einen Einblick geben?
Mike McCarthy: Die Worte überwältigend und surreal treffen es am besten. Die Chance bei den Steelers und die Reaktion darauf waren enorm. Ich habe doppelt so viele Nachrichten bekommen wie nach dem Super Bowl Sieg. In den letzten Tagen ging es nonstop um den Trainerstab. Es ist heute schwieriger, einen Stab zusammenzustellen als noch vor sechs oder zwanzig Jahren.
Frage 21: Wann brauchst du eine Antwort von Aaron? Und was sind deine ersten Gedanken zum diesjährigen Quarterback Jahrgang im College?
Mike McCarthy: Die Frage zum Draft geht besser an Omar, ich fange gerade erst mit dem Prozess an, sobald der Trainerstab steht. Über Zeitpläne haben wir noch nicht gesprochen.
Frage 22: Dein System hatte viele Star Receiver. Wie siehst du die aktuellen Receiver, Tight Ends und Running Backs? Brauchst du neue Typen für dein Schema?
Mike McCarthy: Man schaut sich an, was man hat und wie man es entwickelt. In Green Bay waren wir am besten, wenn alle gut zusammengearbeitet haben. In diesem Spiel geht es um Matchups. Man will den dritten Receiver gegen den dritten Cornerback stellen und daraus einen Vorteil ziehen. Ich möchte, dass meine Receiver alle drei Positionen spielen können. Diese Flexibilität hilft dem Quarterback, weil er sich auf Konzepte verlassen kann. Wenn man 900 Spielzüge braucht, um jede Defense zu schlagen, ist das zu schwer für einen Quarterback. Wenn die Jungs mehrere Positionen beherrschen, hilft das dem Rhythmus. Ich freue mich darauf, mit ihnen zu arbeiten.
Damit endete die Erste Pressekonferenz von Mike McCarthy und anschließend gab es noch eine Fotosession mit McCarthy, dessen Familie und den Vertretern der Steelers.




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