Steelers Headcoach Mike McCarthy

written by Andre Vilshöver
2 · 02 · 26

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Nachdem Mike Tomlin am 13.01.2026 seinen Posten als Headcoach der Pittsburgh Steelers niedergelegt hat, haben die Steelers, wie in unserem Coaching Tracker nachzulesen war, mit neun Kandidaten Gespräche geführt.
Bei der Suche von Art Rooney II und Omar Khan kristallisierten sich für viele schnell die jungen Kandidaten als Wunsch für die Zukunft heraus, doch die Steelers hatten andere Pläne. Denn am Ende der ersten Woche der Headcoach Suche tauchte auf einmal der Name Mike McCarthy in der Diskussion auf und wurde sofort von vielen Experten als Frontrunner gesehen und zum persönlichen Interview eingeladen.
Zusätzlich zu Mike McCarthy am Mittwoch, wurden auch Anthony Weaver (DC Dolphins) am Freitag und Brian Flores (DC Vikings) am Dienstag zum In-Person Interview in die Facility eingeladen.
Mit dem Interview am Freitag von Weaver wurde die Rooney Rule erfüllt und die Steelers liesen sich mit der Verpflichtung von McCarthy auch nicht lange Zeit.

Aber wer ist eigentlich Mike McCarthy? Wir stellen Euch unseren neuen Headcoach etwas genauer vor:

Mike McCarthy
  • Michael John McCarthy
  • 62 Jahre alt
  • geboren am 10.11.1963 in Pittsburgh, Pennsylvania
  • verheiratet in zweiter Ehe
    • fünf Kinder (drei eigene und zwei Stiefkinder)
  • Sein Vater war Feuerwehrmann und Polizist in Pittsburgh
    • Betreiber von Joe McCarthy’s Bar and Grill
  • 33 Jahre Coaching Erfahrung in der NFL
  • 18 Jahre Erfahrung als Head Coach in der NFL
  • 8 Division Titel 
  • 11-11 Playoff Record
  • Super Bowl XLV Champion

Der Mensch Mike McCarthy

McCarthy ist ein Yinzer! Geboren und aufgewachsen in Pittsburgh, hat er die Blütezeit der Steelers in den 70er Jahren unter Chuck Noll voll miterlebt. Seine Familie und die Arbeit in der familieneigenen Bar hat ihn eng mit der Stadt verbunden, die er trotz seiner Beschäftigung in der NFL nie vergessen hat!
Seit 2008 ist er mit Jessica Kress verheiratet und die beiden haben eine Patchwork-Familie mit fünf Kindern. Denn sowohl Jessica (zwei Söhne) als auch Mike (eine Tochter) brachten bereits Kinder mit in die Beziehung, bevor man gemeinsam zwei weitere Töchter bekam.

McCarthy ist egal wo es ihn hinzog, er war immer sehr aktiv in der Community. Das Haus der Familie McCarthy ist an Halloween dafür bekannt “Full Size Candy Bars” herauszugeben.
In Wisconsin spendete er mindestens 250.000 $ an das American Family Children’s Hospital, um den Bau einer neonatologischen Intensivstation zu ermöglichen.
Er investierte in Green Bay Geld in die Polizei und Öffentlichkeitsarbeit, um die Beziehungen zwischen Polizei und Gemeinde zu verbessern.
Aber auch in Pittsburgh unterstützte er weiterhin Projekte, besonders sticht hier das Engagement von 515.000 $ für die St. Rosalia Academy heraus.

College Football und Anfänge im Coaching

Über den Footballer Mike McCarthy ist nicht wirklich viel bekannt, denn über das College Level hat er es nie geschafft.
Seine Stationen als Spieler, wo er als Tight End auflief, waren das Scottsdale Community College in Arizona und die Baker University in Kansas, an der er auch seinen Abschluss als Bachelor of Science in Business Administration absolvierte.

Die ersten Schritte als Coach machte McCarthy als Graduate Assistant von 1987 – 1988 an der Fort Hays State University in Kansas. Dort war er als Coach für die Linebacker und Defensive Ends zuständig.

Danach zog es McCarthy wieder in die Heimat Pittsburgh und wurde dort als Volunteer Assistant ohne Bezahlung eingestellt, als sich eine Stelle im Staff öffnete. Diesen Posten hatte er von 1989 bis 1991 inne und musste sich aufgrund der fehlenden Bezahlung mit einem Job bei der Mautstelle über Wasser halten.
Zur Saison 1992 wurde er von Head Coach Paul Hackett zum Wide Receiver Coach befördert – Hackett würde auch in seiner späteren Karriere eine wichtige Rolle spielen.

Der Wechsel in die NFL

Mit besagtem Paul Hackett erfolgte zur Saison 1993 der Wechsel zu den Kansas City Chiefs, wo er unter Coach Marty Schottenheimer als Offensive Quality Control seine erste Anstellung in der NFL erhielt. Von 1995 – 1998 arbeitete McCarthy als Quarterbacks Coach und half dabei, dass die Chiefs mit Quarterbacks wie Rich Gannon, Elvis Grbac und Steve Bono mit nur 52 Interceptions die wenigsten über diesen Zeitraum in der AFC warfen.
Nach dem Rücktritt von Schottenheimer bei den Chiefs musste sich auch McCarthy nach einem neuen Job umsehen und fand bei den Green Bay Packers eine Anstellung als Quarterbacks Coach. Dort arbeitete er das erste Mal mit Brett Favre zusammen, der in dieser Saison seine dritte Saison mit über 4.000 Passing Yards hatte.

Bereits nach einer Saison wurde der komplette Trainerstab entlassen und McCarthy bekam bei den New Orleans Saints seinen ersten Job als Offensive Koordinator in der NFL. Hier arbeitet er bereits mit Omar Khan (Football Operations) und Andy Weidl (National Combine Scout).
In seinem ersten Jahr half seine Offensive dem Team, das erste Playoffspiel der Franchise Geschichte zu gewinnen. Dies brachte McCarthy die Auszeichnung als NFC Assistant Coach of the Year ein.
Zwar verpassten die Saints die nächsten Jahre die Playoffs, aber McCarthys Offensive war stets in eine der Top Offensiven in der Liga. In seiner Zeit bei den Saints brach die Offensive 25 individuelle und 10 Team-Rekorde.

Zur Saison 2005 wechselte er nach fünf Jahre im Big Easy in die Bay Area um der neue Offensive Coordinator der San Francisco 49ers zu werden. Doch kam er dort in eine schwierige Quarterback Situation – denn erst hatte man zwei Jahre zuvor Jeff Garcia aus Cap Gründen gecuttet und sein Backup Tim Rattay war nicht die Lösung.
So draftete man Utah Quarterback Alex Smith mit dem 1st Overall Pick und wollte mit ihm die Franchise wieder in die Erfolgsspur bringen. Aber die Saison von Smith endete bereits in Woche 7 und die Offense beendete die Saison am Ende der Liga.

Head Coach der Green Bay Packers

In seiner Zeit bei den Packers hatte McCarthy einen guten Eindruck hinterlassen, denn er wurde nach der Entlassung von Mike Sherman zum Interview um den vakanten Headcoach Posten eingeladen und sie boten ihm bereits drei Tage später den Posten an.
Seine erste Saison war von Verletzungen von sowohl Favre als auch Rodgers überschattet und die Packers beendeten die Saison mit 8-8.

In seinem zweiten Jahr beendeten die Packers die Saison mit 13-3, nachdem man die Saison mit 8 – 1 begonnen hatte. Man galt als Favorit auf den Einzug in den Super Bowl, musste sich aber im NFC Championship Game den New York Giants geschlagen geben, die später den Super Bowl gewinnen sollten.

McCarthy wurde bereits nach zwei Jahren mit einer Vertragsverlängerung über fünf Jahre belohnt und musste sich direkt um ein Drama kümmern. Denn Quarterback Brett Favre verkündete im März seinen Rücktritt, woraufhin McCarthy Aaron Rodgers zum Starting QB machte. Aber Favre entschied sich später anders und wollte weiterspielen, aber McCarthy blieb bei seiner Entscheidung mit Rodgers und Favre wurde zu den Jets getradet.

Mit Rodgers, der in der Saison über 4.000 Yards warf, sollten die Packers im ersten Jahr die Saison mit 6-10 beenden
Die Saison 2009 war besser – auch wenn man von den von Brett Favre angeführten Vikings gesweept wurde – und man zog mit einem 11 – 5 Record in die Playoffs ein, wo man in der Wildcard Round an den Cardinals scheiterte. Rodgers war hier der meist gesackte Quarterback der Liga.

Im Jahr 2010 sollte der Höhepunkt von McCarthys Karriere folgen. Nach einer Verletzungsgeplagten Saison kam man als 6th Seed in die Playoffs und setzte sich bei den Eagles, Falcons und Bears durch um in den Super Bowl XLV einzuziehen.
Dort warteten die favorisierten Pittsburgh Steelers mit Ben Roethlisberger und Mike Tomlin, doch am Ende hatten die Packers das Glück auf Ihrer Seite und holten die Titel zurück nach Titletown.

Die nächsten fünf Jahre sollte man immer in die Playoffs einziehen und die NFC North in vier von fünf Jahren gewinnen. Aaron Rodgers, der 2011 und 2014 zum NFL MVP gewählt wurde, festigte in dieser Zeit seinen Platz als einer der besten Quarterbacks der NFL Geschichte.
Aber sowohl Rodgers, als auch McCarthy müssen sich die Kritik gefallen lassen, dass es nie wieder für eine Teilnahme am Super Bowl reichen sollte.

Nachdem die Saison 2017 mit einem 7-9 Record beendet wurde, war die Kritik an McCarthy bereits groß, aber die Packers entschieden sich, den Vertrag um ein weiteres Jahr zu verlängern.
In Woche 13 der 2018er Saison zogen die Packers bei einem Standing von 4-7-1 aber die Reißleine und trennten sich von Mike McCarthy.

McCarthy beendete seine Amtszeit in Green Bay mit einem Record von 125 – 77 – 2 in der Regular Season und mit 10 – 8 in den Playoffs.

Auszeit und die Reise nach Jerry World

McCarthy hatte im nächsten Head Coach Cycle zwar einige Gespräche auf potentielle Jobs, aber nachdem er sich mit den Cleveland Browns wegen der Personalie Freddie Kitchens überworfen hatte, erklärte er, dass er 2019 nicht trainieren würde.

Die fünf Jahre bei den Cowboys lassen sich wie folgt zusammenfassen: War Prescott verletzt, verpasste man die Playoffs mit einem negativen Rekord und war Prescott fit so erreichten die Cowboys die Playoffs und Prescott war immer Teil der MVP Konversation.
Aber selbst mit einer überzeugenden Regular Season war für die Cowboys in den Playoffs immer sehr schnell Feierabend und man kam nie über die Divisional Round hinaus.

So einigte man sich nach der 7-10er 2024er Saison darauf, den Vertrag in beiderseitigem Einverständnis aufzulösen.

Sein Record in Dallas war am Ende 49 – 35 in der Regular Season und 1 – 3 in den Playoffs.

Mike McCarthys Philosophie

Durch seinen Mentor Paul Hackett, der selbst aus dem Bill Walsh Coaching Tree stammt, kam McCarthy bereits früh mit der West Coast Offense in Berührung, welche er seit jeher in seine eigene Variante weiterentwickelt hat.

Mike McCarthys Philosophie lässt sich als “Strukturierte Aggression mit kalkuliertem Risiko-Management” beschreiben. Er ist konservativ was den Schutz des Balles und der Time of Possession angeht, aber aggressiv in der Ausnutzung von Mismatches sowie im Vertrauen auf die Chemie zwischen Quarterback und Receiver. Sein größtes Vermächtnis ist die Fähigkeit, Quarterbacks zu stabilisieren und deren Effizienz durch ein strukturiertes, aber evolutionäres System (Quarterback School) auf ein Elite-Niveau zu heben.

Aber es gibt natürlich auch kritische Punkte, die mit seiner Philosophie einhergehen: Während seine Systemtreue oft zu konstantem Erfolg – in diesem Falle viele Playoff-Teilnahmen -führt, ist genau dieser “Rhythmus-Fokus” auch sein wunder Punkt – in kritischen Momenten wirkt sein Play-Calling für Kritiker manchmal zu vorhersehbar oder zu vorsichtig, was den Erfolg in den Playoffs in den letzten Jahren hat vermissen lassen.

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