Aaron Rodgers kehrt zurück

written by Andre Vilshöver
5 · 18 · 26

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Es ist so gekommen, wie viele es seit Wochen bzw. Monaten erwartet haben, denn in der Nacht zum 17.05.2026 hat Aaron Rodgers über seinen Agenten dem vorliegenden Vertrag der Pittsburgh Steelers zugestimmt.
Er wird zum Start der Organized Team Activities am Montag beim Team erwartet.

Wie sieht der Deal aus?

Es handelt sich wie bereits 2025 um einen Vertrag der nur für die kommende Saison 2026 gilt. Laut aktuellen Berichten beläuft sich der Vertrag auf maximal 25 Millionen Dollar.
Das Grundgehalt soll sich hierbei auf 22 Millionen Dollar belaufen und die restlichen 3 Millionen setzen sich aus Incentives (Bonuszahlungen, welche Rodgers mit persönlicher oder Teamleistung verdienen kann) zusammen.

Was bedeutet der Deal für die Steelers?

Wir müssen die Steelers und ihre Planungen auf Quarterback in den letzten Jahren trotzdem kritisch hinterfragen.

Brett Kollmann fasst es schön zusammen, indem er sagt:
Der Wunsch der Steelers, jedes Jahr so gut wie möglich zu sein, geht auf die Kosten, dies über eine ganze Dekade zu sein.

Und genau hier liegt das Problem. Die Steelers haben seit 2019 – das Jahr, in dem sich Ben Roethlisberger schwer an seinem Ellenbogen verletzte – keinen Plan, wie es auf Quarterback weitergehen soll.
Dass es mit Roethlisbergers Nudelarm (im Vergleich zu vorher) in 2020 und 2021 noch so gut funktionierte war eine Kombination aus dessem Gunslinger/“Fuck it”-Attitude wenn es nicht lief und der Defense die es regelmäßig schaffte den Gegner unter 20 Punkten zu halten.
Eine Marke, die Big Ben mit Hilfe von Chris Boswell Field Goals immer noch auflegen konnte.

Danach hat man in vier Saisons versucht einen neuen Franchise Quarterback zu finden. Dafür schickte man mit Mitch Trubuisky, Kenny Pickett, Mason Rudolph, Justin Fields, Russell Wilson und Aaron Rodgers sechs verschiedene Starter ins Feld und scheiterte jedes Mal spätestens in der ersten Playoff Runde.

Trotzdem war es am Ende des Tages nur eine Frage der Zeit, wann Aaron Rodgers bei den Steelers für die Saison 2026 unterschreiben würde und nicht ob.

Alle anderen Szenarien, wie das unsere beiden jungen QBs im Camp um den Posten des Starting Quarterbacks konkurrieren würden oder mit Starter Mason Rudolph in die Saison zu gehen, waren einfach nur das: Szenarien und nicht mehr.

Daher versuchen wir einmal von beiden Seiten auf den Deal zu schauen.

Was für den Deal spricht:

  • Die Steelers und Rodgers wissen beide, was sie vom anderen erwarten können und man davon überzeugt ist, dass es für beide in der aktuellen Situation der vermeintliche Best Case war.
    • Die Steelers bekommen die Erfahrung und Leadership, die man auf QB gerne haben will und wieder die Chance “kompetitiv” zu sein und in die Playoffs zu kommen.
    • Rodgers bekommt die Garantie, der Starter zu sein und vermutlich die beste Chance, noch einmal in (tief) die Playoffs zu kommen.
  • Rodgers kennt das System von Mike McCarthy und war in diesem in seiner Zeit in Green Bay sehr erfolgreich, gewann einen Super Bowl und vier MVP Titel.
    • Ein Umstieg vom Playbook von Mike Tomlin / Arthur Smith auf das Playbook von Mike McCarthy und Brian Angelicchio sollte Rodgers daher nicht schwerfallen.
    • Was für die Zusammenarbeit mit Angelicchio spricht, ist, dass dieser einen alternden Kirk Cousins wie einen Top 10 QB hat aussehen lassen.
  • Rodgers kennt einen Großteil der offensiven Playmaker und ist mit diesen bereits “on the same Page”
    • Mit anderen Spielern wie Michael Pittman Jr. hat er bereits in der Vergangenheit in der Offseason trainiert.
    • Den Deal vor den OTAs zu unterschreiben, gibt ihm die Möglichkeit, auch die neuen offensiven Playmaker Germie Bernard und Rico Dowdle kennenzulernen

Was gegen den Deal spricht:

  • Was ist der Plan nach 2026 für die Steelers? Man wählt 2025 und 2026 je einen Quarterback im Draft aus, um diesen dann Rodgers vor die Nase zu setzen. Theoretisch können die beiden von Rodgers lernen, sofern dieser sein Wissen teilt und sie es aufnehmen können und wollen.

    Als außenstehender hat man aktuell zwei Szenarien im Kopf:
    • Das hat in Green Bay mit Jordan Love auch super funktioniert, das machen wir auch so und hoffen das Howard oder Allar sich zu einem Spieler wie Jordan Love entwickeln
    • Man kann und will sich nicht eingestehen, dass man kein Super Bowl Contender ist, aber versucht krampfhaft Spielern wie Cam Heyward oder T. J. Watt einen Shot auf die Lombardi Trophy zu geben.
  • Wollte Mike McCarthy wirklich Aaron Rodgers oder ist das eine Art Rooney Verpflichtung?
    • Mike McCarthy und Aaron Rodgers haben ihre Differenzen aus Green Bay beiseite gelegt und beide sprechen in den höchsten Tönen übereinander.
      ABER das kam nach Jahren, wo sie nicht zusammengearbeitet haben.
    • Was passiert, sollte es wiedererwartend doch nicht laufen und es gibt erste Kritik am Quarterback und/oder dem Head Coach?
  • Rodgers ist nach Berichten der Medien vom Wochenende des 08.05.2026 in Pittsburgh. Es gab in dieser ganzen Zeit kein persönliches Treffen zwischen dem Team und Rodgers, alles lief nur über seinen Agenten.
    • Am Abend, bevor er seinem Vertrag – über seinen Agenten – zugestimmt hat, wurde er mit Pat Freiermuth, Ben Skowronek und Mason Rudolph gemeinsam in der Stadt gesehen.
    • Das kann man jetzt runterspielen und sagen, es nur um Formalitäten und man stand ja seit Januar im permanenten Austausch.
      Aber am Ende ist es das Ergebnis, wenn du dich das zweite Jahr in Folge in Geiselhaft eines alternden Quarterbacks begibst.
  • Wenn du Howard und Allar nicht vertraust, dann hättest du in dieser Offseason andere deutlich jüngere Quarterbacks für weniger oder das gleiche Geld unter Vertrag nehmen können:
    • Malik Willis – 27 Jahre – 3 Jahres Vertrag in Miami für 67,5 Millionen $
    • Kyler Murray – 29 Jahre – 1 Jahres Vertrag in Minnesota für Vet Minimum 1,3 Millionen $
    • Tua Tagaivailoa – 28 Jahre – 1 Jahres Vertrag in Atlanta für Vet Minimum 1,215 Millionen $
    • Das soll nicht heißen, dass eine der genannten Optionen besser als Aaron Rodgers ist oder die Steelers mit einem dieser QBs mehr Erfolg hätten, aber ein Bridge QB hätte man auch für weniger Geld und weniger Theater haben können.

Welches Fazit ziehen wir aus dem Deal?

Die Stimmung ist aktuell ähnlich wie nach der Mike McCarthy Verpflichtung und einige “laute” Stimmen schreiben die Saison jetzt schon ab und verbuchen diese schon mit maximal 9:8 oder endlich mal einer Losing Season.
Das kann man natürlich machen, aber am Ende des Tages ist es nichts anderes als eine Meinung.

Egal ob man mit dem Deal und der Rückkehr von Rodgers nun zufrieden ist oder nicht, am Ende muss man Mike McCarthy und dem Team nun den “benefit of the doubt” geben und sie arbeiten lassen.

Wird es für die Lombardi Trophy reichen? Auch wenn wir es uns wünschen würden, vermutlich nicht.
Geht man gottlos unter? Nein, denn am Ende steckt in der Mannschaft zu viel Potential auf beiden Seiten des Balles, dass man jetzt schon den Kopf in den Sand stecken sollte.

Realistisch betrachtet: Stellen sich die Steelers vor der Saison hin und reden vom Confetti-Game und am Ende kommt man bei einem Pick im “Niemandsland” zwischen 17 – 22 heraus.

Daher erlaube ich mir heute die Frage zu stellen: Was ist der Plan nächstes Jahr?

  • Lässt man sich ein drittes Mal von Rodgers erpressen?
  • Setzt man fest auf eine Entwicklung von Howard und/oder Allar, um mit ihnen 2027 in die Saison zu gehen?
  • Investiert man zukünftiges Kapital in einen der QBs aus der Stand jetzt 2027 Top besetzte Klasse?

Man darf gespannt sein.

Aber bis wir das beantworten müssen, fließt noch viel Wasser die Three Rivers runter.

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