Roster Rumble: 2026 Offseason

written by Tobias Neumann
2 · 26 · 26

Zur Startseite

Der Start des neuen Ligajahres steht vor der Tür und diese Phase möchten wir – wie schon die letzten Jahre – nutzen, um einen genaueren Blick auf das Team, die Spieler und die Optionen der einzelnen Positionsgruppen zu werfen. Nachfolgend wurden alle Positionen bezüglich ihrer Qualität bewertet und eingeschätzt, welche personellen Veränderungen es geben könnte. Im Verlauf der Offseason wird es hierzu vor oder nach Schlüsselereignissen wie dem Draft oder den Roster Cuts im Camp Updates geben.

Bewertet wurde mit amerikanischen Noten (ABCDF) und jeweils die gesamte Position unter Berücksichtigung der Einsatzwahrscheinlichkeit. Ein rotational D-Liner, der in jedem Spiel seine paar Snaps bekommt, hat also mehr Einfluss auf die Note als z.B. der 3. Quarterback, bei dem die Chancen hoch sind, dass er in der Saison nie zum Einsatz kommen wird. In der Wertung nicht berücksichtigt sind Spieler, die nach Saisonabschluss einen Reserve/Future-Vertrag mit den Steelers geschlossen haben, da sie zum einen durch diesen Status erst mit Beginn der neuen Saison am 11. März offiziell zum Team gehören und zum anderen vermutlich keine große Rolle spielen werden, wenn es um die Posten der Starter geht.

Quarterback

  • Grade: D
  • Starter: Mason Rudolph
  • Depth: Will Howard
  • Free Agents: Aaron Rodgers (UFA) / Skylar Thompson (UFA)
  • Optionen: Howard starten / Draft Pick(s) / Junge Free Agents / Zur Not: Ein Jahr Rodgers
  • Kandidaten: Malik Willis (Packers) / Trey Lance (Chargers)
  • Draft Need: ★★★★☆

Gerade auf dieser Position war in den letzten Jahren viel los in Pittsburgh. Kenny Pickett ist als Nachfolger von Big Ben gescheitert und weder Russell Wilson noch Aaron Rodgers konnten die Offense auf ein Niveau heben, mit dem man als Team weiter als die Standard Non-Losing-Season kommt. Die Verpflichtung von Neu-Head-Coach und Quarterback-Flüsterer Mike McCarthy (unser Profil über ihn könnt ihr HIER nachlesen) verrät uns aber, dass der Fokus des Teams nun darauf liegt, an dieser Stelle Tatsachen zu schaffen. Die große Frage ist, wie man diese Aufgabe angeht. Aaron Rodgers oder mögliche Veteran Free Agent Verpflichtungen sind keine langfristigen Lösungen und dienen, wenn überhaupt, als Sicherheitsnetz oder Übergangslösung. Sie müssen daher auch dazu bereit und willens sein, ihren Job als Starter abzugeben, wenn die Zeit reif ist. Das allein passt eher nicht in Rodgers’ Profil. Auf der anderen Seite kann er aber auch auf eine erfolgreiche Vergangenheit mit Mike McCarthy zurückblicken, die bei der Überlegung bestimmt einiges an Gewicht mit sich bringt.

Doch wer kommt als Langzeitlösung überhaupt in Frage? Mit Will Howard sitzt ein potentieller Kandidat schon im Locker Room. Er hatte ein Jahr hinter Rodgers und galt trotz spätem Pick im Draft als talentierter Spieler. Man wird aber kaum alles auf ihn setzen. Die Quarterback-Klasse in diesem Jahr gilt allerdings als nicht besonders gut. Die Steelers müssten also sehr viele ihrer gehamsterten Draft Picks auf den Tisch legen, um in Runde 1 an einen guten Kandidaten zu kommen, vorausgesetzt, eines der frühen Teams ist auch dazu bereit, die Aussicht auf den künftigen Franchise Quarterback an uns abzutreten. Möglich wäre es auch, sich ein Corps aus mittleren bis späten Draft Picks und dem ein oder anderen jungen Free Agent zusammenzustellen und dann im Camp zu entscheiden, wer es wert ist, gefördert zu werden.

Zuletzt gibt es die Option, mit Howard und Rudolph in eine Übergangssaison zu starten und einen hohen Pick in 2027 zu investieren, wenn die Klasse voraussichtlich besser bestückt ist. Das würde allerdings wieder ein Jahr kosten und die ohnehin angespannte Stimmung rund um die Position kaum verbessern.

Running Back

  • Grade: C
  • Starter: Jaylen Warren
  • Depth: Kaleb Johnson / Lew Nichols (Future) / Max Hurleman (Future)
  • Free Agents: Kenneth Gainwell (UFA)
  • Optionen: Free Agent / Runde 5-7 Draft Pick
  • Kandidaten: Tyler Allgeier (Falcons) / Hassan Haskins (Chargers) / J.K. Dobbins (Broncos)
  • Draft Need: ★☆☆☆☆

Jaylen Warren konnte sich 2025 als Starter in einem geteilten Backfield beweisen und wird auch 2026 das Laufspiel der Steelers bestimmen. Zusammen mit dem amtierenden Team-MVP und Free Agent Kenny Gainwell, der dem Team als Alleskönner Rückhalt bei Lauf- und Passspielzügen bot, waren die Steelers auf dieser Position gut besetzt. Mit einem offensiven Scheme, das den Fokus mehr auf den Pass setzt und nur dann läuft, wenn man kann, statt wenn man möchte, wird man allerdings wieder jemanden mit diesem Skillset im Backfield benötigen. Gainwell selbst hat 2025 einiges für seinen nächsten Vertrag getan und würde die Steelers einiges kosten. Von einer Verlängerung sollte man hier also nicht ausgehen, sofern das Team kein Feature-Back Gehalt an jemanden zahlen will, der sich das Backfield dann nur teilt.

Kaleb Johnson tat sich in seiner Rookie-Saison noch sehr schwer. Er hatte wenig Einsatzzeit und fand sich, wenn er auf dem Feld stand, meist auf oder kurz vor der Line of Scrimmage in einer Staubwolke wieder. Das lag zum Teil auch an dem Ansatz unserer Offense, mit dem Kopf durch die Wand zu wollen, Warren und Gainwell waren allerdings im selben System in der Lage, Yards zu kreieren. Es ist noch viel zu früh, um das als Maßstab zu nehmen, eine feste Rolle als RB2 hinter Warren hat er sich mit der Leistung jedoch noch nicht verdient. Die Steelers werden über Draft und Free Agency in jedem Fall noch zwei bis drei weitere Spieler für das Camp holen, die dann mit ihm um den Platz im Roster kämpfen werden. Spätestens dann muss er sich im Vergleich mit diesen durchsetzen können.

Fullback

  • Grade: F
  • Starter: –
  • Depth: –
  • Free Agents: –
  • Optionen: Connor Heyward als Fullback / Später Draft Pick / Free Agent
  • Kandidaten: Reggie Gilliam (Bills) / Adam Prentice (Broncos)
  • Draft Need: ☆☆☆☆☆

Einen richtigen Fullback hatten die Steelers seit Derek Watt nicht mehr im Roster. Diese Aufgaben übernahm meist Connor Heyward oder – später in der vergangenen Saison – Jonnu Smith. Mike McCarthy leistete sich allerdings sowohl in Dallas, als auch in Green Bay immer den Luxus eines gelernten Vorblockers. Auch die etwas schwächelnden Special Teams könnten ein Anlass für einen Fullback im Draft oder der Free Agency sein. Dass wir hier in der kommenden Saison aufstocken, ist also alles andere als ausgeschlossen.

Wide Receiver

  • Grade: D
  • Starter: DK Metcalf / Ben Skowronek / Roman Wilson
  • Depth: A.T. Perry (Future) / Cole Burgess (Future) / John Rhys Plumlee (Future)
  • Free Agents: Adam Thielen (UFA) / Marquez Valdes-Scantling (UFA) / Calvin Austin III (UFA)
  • Scott Miller (UFA) / Brandon Johnson (SFA)
  • Optionen: Austin & Miller verlängern / Free Agent / Runde 1-3 Draft Pick
  • Kandidaten: Jalen Tolbert / Jahan Dotson / Marquise Brown
  • Draft Need: ★★★★★

Die Steelers haben mit DK Metcalf zwar ihren Go-To-Receiver langfristig im Kader gebunden, die vergangene Saison zeigte aber, dass man eine richtige Nummer 2 auf dieser Position nicht mit Tight Ends allein ersetzen kann. Spieler wie Calvin Austin III, Ben Skowronek oder Scotty Miller hatten alle zwar ihre Momente, sind aber weit davon entfernt, diese Rolle zu übernehmen. Das allein zeigt, dass hier agressivere Schritte nötig sind, um das Passspiel zu stärken.

Wide Receiver, gerade die Guten, sind üblicherweise sehr teuer in der Free Agency. Dass wir uns einen weiteren Starspieler auf diese Weise in das Team holen, ist unwahrscheinlich. Hinzu kommt, dass die Steelers mit voraussichtlich 10 Picks beim heimischen Draft sehr gut ausgestattet sind. Man kann es sich also leisten, seine Nummer 2 in den ersten beiden Runden zu ziehen und später noch ein oder zwei Spieler mit upside zu draften oder sogar mehrere Picks auf den Tisch zu legen, um in der ersten Runde weiter nach vorn zu kommen, wenn das Board gut fällt und der neue Coaching Staff Chancen auf seinen “My Guy” sieht. Der Wide Receiver Room ist derzeit allerdings so leer, dass man noch vor dem Draft entweder auslaufende Verträge verlängern oder in der Free Agency zuschlagen muss, um auf eine sinnvolle Anzahl Spieler im Roster zu kommen. Dafür bieten sich natürlich die angesprochenen Free Agents Calvin Austin III und Scotty Miller (beide UFA) an. Im mittleren Gehaltsbereich stehen zudem Spieler wie Jahan Dotson (Eagles) oder Marquise Brown (Chiefs) zur Verfügung, sofern diese nicht von ihren Teams verlängert werden. McCarthy könnte aber auch ein Auge auf alte Bekannte wie Cowboys Receiver Jalen Tolbert geworfen haben, dessen Vertrag ebenfalls ausläuft.

Tight End

  • Grade: B
  • Starter: Darnell Washington / Pat Freiermuth
  • Depth: Jonnu Smith / J.J. Galbreath (Future)
  • Free Agents: Connor Heyward (UFA) / Donald Parham (UFA)
  • Optionen: Smith cutten / Runde 3-5 Draft Pick / Evtl. Free Agent
  • Kandidaten: John FitzPatrick (Packers) / Jack Stoll (Saints)
  • Draft Need: ★★☆☆☆

Die Hoffnungen waren 2025 groß, dass Arthur Smith mit einem breiten Tight End Corps ein starkes Offensivspiel aufbauen würde. Daraus wurde allerdings nicht viel mehr als ein auf Krampf in Szene gesetzter Jonnu Smith und ein Pat Freiermuth, der zu oft vom Feld ferngehalten wurde. Immerhin konnte Darnell Washington seine Qualitäten als vielseitiger Blocker und Passempfänger unter Beweis stellen. Smith wird durch seine ~$10 Mio. Cap Hit 2026 vermutlich keine Rolle im Team einnehmen, wenn man mit einem Cut auch knapp $4 Mio. davon frei machen kann. Mit “Muth” und Washington haben die Steelers immerhin zwei Tight Ends, die eine Starterrolle übernehmen können und je nach Situation mit unterschiedlichen Skillsets einen Mehrwert für die Offense bieten. Ohne Smith benötigt das Team allerdings noch einen Tight End 3. Die Möglichkeiten sind hier zwar in alle Richtungen offen, ein Draft Pick in den mittleren Runden würde aber vielleicht am meisten Sinn ergeben, um das Roster jung zu halten und frühzeitig die Nachfolge für den Fall zu klären, dass einer der beiden Starter das Team verlässt.

Connor Heywards Vertrag bei den Steelers läuft in dieser Offseason aus. Dass er bei uns in die Rolle eines klassischen Tight End wächst, ist höchst unwahrscheinlich. Die Frage ist also, ob McCarthy in ihm eine Option als Fullback und Special Teamer sieht. Ist das nicht der Fall, wird er trotz Bruder-Bonus wohl seinen letzten Snap in Black & Gold gespielt haben.

Offensive Tackle

  • Grade: B
  • Starter: Troy Fautanu / Broderick Jones / Dylan Cook
  • Depth: Calvin Anderson / Sataoa Laumea (Future) / Aiden Williams (Future)
  • Free Agents: Andrus Peat (UFA) / Jack Driscoll (UFA)
  • Optionen: Jones’ Vertrag auslaufen lassen / Peat verlängern
  • Kandidaten: –
  • Draft Need: ☆☆☆☆☆

Troy Fautanu hatte glücklicherweise in der vergangenen Saison den erhofften Impact nach seiner verletzungsbedingten Pause im Jahr zuvor. Der Wechsel im Coaching Staff macht außerdem Hoffnung, dass der Nachfolger von Pat Meyer noch einmal mehr aus ihm und dem Rest der Line herausholen kann. Mit ihm und Broderick Jones wäre die Tackle-Position auch 2026 ausreichend gut besetzt. Jones geht 2026 allerdings in sein letztes Vertragsjahr und das Team muss sich bis zum 01.05. entscheiden, ob sie für ihn die optionale, etwa $20 Mio. schwere und voll garantierte Verlängerung für ein fünftes Vertragsjahr ziehen. Alternativ könnte man ihn schon jetzt mit einem weiteren Vertrag ausstatten, der über die 2026er Saison hinaus läuft. Omar Khan kündigte in seiner Pressekonferenz Anfang dieser Woche aber auch an, dass er durch seine Nackenverletzung vermutlich nicht bis zum Beginn des Training Camp fit wird. Die große Frage ist nun also auch, ob er dem Team überhaupt für diese Saison als Starter zur Verfügung steht, was die Frage nach etwaigen Vertragsverlängerungen erst einmal obsolet machen würde. Bedenkt man zusätzlich, dass auch Dylan Cook, der nach Jones’ Verletzung einsprang, in der vergangenen Saison gut gespielt hat und damit eine durchaus valide – und risikoärmere sowie kostengünstigere – Alternative darstellt, würde es kaum überraschen, wenn die Steelers Jones’ Vertrag nach der kommenden Saison auslaufen lassen und bis dahin entscheiden, wer langfristig startet. Cooks Vertrag endet zwar ebenfalls nach der kommenden Saison, als Restricted Free Agent wäre er allerdings deutlich bequemer zu verlängern als der ehemalige First Round Pick. Auch für Spieler wie Andrus Peat könnte diese Situation eine bisher verschlossene Türe wieder öffnen und ihm eine kurzfristige Vertragsverlängerung einbringen.

Interior Offensive Line

  • Grade: C
  • Starter: Zach Frazier / Mason McCormick / Spencer Anderson
  • Depth: Lorenzo Thompson (Future) / Doug Nester (Future) / Steve Jones (Future)
  • Free Agents: Isaac Seumalo (UFA) / Ryan McCollum (RFA) / Max Scharping (UFA)
  • Optionen: Seumalo verlängern / Veteran Free Agent
  • Kandidaten: David Edwards (Bills) / Wyatt Teller (Browns)
  • Draft Need: ★★☆☆☆

Die stetige Arbeit an der Besetzung in der Line hat sich inzwischen ausgezahlt. Mit Frazier und McCollum sind die Steelers auf zwei der drei Interior-Positionen gut besetzt. Das große Fragezeichen ist jedoch, wie man mit der Lücke auf Left Guard umgeht, die Isaac Seumalo hinterlässt, wenn man ihn nicht weiter hält. Bedenkt man, wie jung die ganze Line ohne ihn noch ist, sollte man eine Verlängerung seines Vertrags zumindest in Betracht ziehen, um einen Spieler im Lineup zu haben, der Erfahrung und, unabhängig von der Leistung, ein gewisses Know How mitbringt. Alternativ könnte man sich in der Free Agency nach einer Alternative umsehen, die die gleichen Punkte erfüllt. Positionsbedingt dürfte ein Veteran Guard auch kein allzu großes Loch in die Geldbörse schlagen.

Interior Defensive Line

  • Grade: A
  • Starter: Cameron Heyward / Derrick Harmon / Keeanu Benton
  • Depth: Yahya Black / Logan Lee / Jahvaree Ritzie (Future) / Kyler Baugh (Future)
  • Anthony Goodlow (Future) / K.J. Henry (Future)
  • Free Agents: Isaiahh Loudermilk (UFA) / Daniel Ekuale (UFA) / Esezi Otomewo (RFA)
  • Dean Lowry (UFA) / Jacob Slade (ERFA)
  • Optionen: Slade verlängern / Runde 5-7 Draft Picks
  • Kandidaten: –
  • Draft Need: ☆☆☆☆☆

Cam Heyward hat eigentlich noch einen laufenden Vertrag für die kommende Saison, die Benotung geht daher davon aus, dass er auch 2026 spielen wird. Dass er den Umbruch im Team nutzt, um in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen, dürfte aber ein Thema sein, dass er sich nun zu Beginn der Offseason gut überlegen wird. Sollte Heyward die Cleats an den Nagel hängen, geht es natürlich darum, wer dessen Nachfolge in der Line antritt. Mit Derrick Harmon haben wir glücklicherweise bereits einen Spieler im Roster, der das übernehmen kann. Harmon hatte trotz einer Verletzung eine sehr gute Rookie-Saison und zeigte eindeutig das Potential, in Heywards Rolle schlüpfen zu können. Ohne Cam wird er allerdings derjenige sein, auf den sich die Double Team Blocks des Gegners konzentrieren werden. Zusätzlich muss dann natürlich auch jemand Harmons bisherigen Platz übernehmen. Keeanu Benton ist gut, wird aber wohl nicht aus seiner Rolle als Nose Tackle in Base Personnel herauswachsen. Yahya Black hatte als Backup ebenfalls einige gute Spiele, war aber noch inkonstant. Er würde im aktuellen Roster wohl am ehesten in Frage kommen, um neben Harmon zu starten. Neu-Defensive-Coordinator Patrick Graham ist natürlich ein weiterer großer Faktor. Zum einen passt er sein Scheme gerne an das verfügbare Spielermaterial an und ist daneben dafür bekannt, mit leichten Boxen – also 6 oder weniger Spielern – aufzulaufen. Unser D-Line Corps könnte daher signifikant kleiner ausfallen als die letzten Jahre und es ist gut möglich, dass wir mit Harmon, Benton, Black und evtl. Heyward schon für 2026 aufgestellt sind.

Trotzdem verlieren wir unabhängig von Cam ganze 5 Spieler an die Free Agency. Slade kann als ERFA zum Mindestgehalt verlängert werden, was allein für die Tiefe getan werden sollte. Neben ihm wird aber der ein oder andere per Verlängerung oder Draft zum Team stoßen.

Edge Rusher

  • Grade: A
  • Starter: T.J. Watt / Alex Highsmith / Nick Herbig
  • Depth: Jack Sawyer / Julius Welschof (Future)
  • Free Agents: Jeremiah Moon (RFA)
  • Optionen: Watt oder Highsmith traden / Runde 4-6 Draft Picks als Zukunftsprojekt
  • Kandidaten: –
  • Draft Need: ☆☆☆☆☆

Die Edge Rusher sind inzwischen so etwas wie das Luxusproblem der Steelers geworden. Mit Watt, Highsmith und Herbig gibt es drei Spieler mit Starter Qualität für zwei offene Spots. Nick Herbig, der bisher als Rotationsspieler aufgestellt war, meldete sich zum Beginn der Offseason bereits und äußerte seinen Unmut über die aktuelle Situation. Eine nachvollziehbare Aussage, wenn man bedenkt, dass er die kommende Saison um seinen zweiten Vertrag spielt und bei den meisten anderen Teams wohl einen Platz als Starter sicher hätte. Mit Jack Sawyer hätte das Team sogar einen unmittelbaren Nachfolger, der die beiden Starter entlasten kann, ohne ein Loch im Pass Rush zu hinterlassen. Einen der drei für weiteres Kapital im Draft oder Spielermaterial abzugeben, wird daher vermutlich nicht erst seit gestern im Front Office diskutiert.

Auf dem Papier wäre T.J. dabei vielleicht die rationalste Entscheidung, wenn man bedenkt, dass er als Sofortlösung für das ein oder andere Win-Now-Team von allen die meisten Picks einbringt und mit seinen 32 Jahren ohnehin keine langfristige Option mehr darstellt. Als “Face of the Franchise” wird die Entscheidung aber niemals ohne ihn getroffen werden und wenn er, wie schon öfter von ihm angedeutet, seine NFL Karriere nur in Schwarz und Gold spielen will, dann ist der Gedanke an dem Punkt vom Tisch. Hinzu kommt, dass er selbst bei einem Trade ein ordentliches Dead-Cap-Loch in der Kasse hinterlassen würde.

Highsmith hat noch einen Vertrag bis 2027 und kostet die nächsten beiden Jahre gut $20 Mio., Herbig hat nur noch ein Jahr, wäre aber signifikant günstiger. Je nachdem, was andere Teams suchen, wird einer der beiden vermutlich Thema der Free Agency Telefonate mit Omar Khan sein.

Off Ball Linebacker

  • Grade: B
  • Starter: Patrick Queen / Payton Wilson
  • Depth: Malik Harrison / Carson Bruener
  • Free Agents: Cole Holcomb (UFA)
  • Optionen: Queen entlassen oder traden / Free Agent / Runde 2-3 Draft Pick
  • Kandidaten: Alex Anzalone (Lions) / Eric Wilson (Vikings)
  • Draft Need: ★★★★★

Wenn man ganz ehrlich ist, dann hat sich der Move, Patrick Queen vor zwei Jahren zu uns zu holen, nicht wirklich ausgezahlt. Er war nicht generell schlecht, kam aber auch lange nicht an das heran, was man für $18 Mio. erwarten würde. Bei dem Gehalt dürfte es auch schwierig werden, einen Tradepartner für ihn zu finden. Ein Cut würde aber gut $13 Mio. frei machen. Eine Möglichkeit, die die Steelers mindestens überdenken sollten. Payton Wilson hat bisher genug gezeigt, um den nächsten Schritt zu gehen und den Green Dot zu übernehmen. Ohne Queen sind wir auf Linebacker dann allerdings sehr dünn besetzt. Malik Harrison konnte ebenso wie Queen nicht wirklich überzeugen und Rookie Bruener hatte 2025 nur zwei Snaps außerhalb der Special Teams. Wenn man sich von Queen, Harrison oder gar beiden trennen möchte, dann muss entsprechendes Spielermaterial schon in der Free Agency nachkommen und im Draft besser früher als später zugeschlagen werden.

Cornerback

  • Grade: D
  • Starter: Joey Porter Jr. / Brandin Echols
  • Depth: Cory Trice Jr. / Donte Kent / Doneiko Slaughter (Future) / D’Shawn Jamison (Future)
  • Daequan Hardy (Future) / Jack Henderson (Future)
  • Free Agents: James Pierre (UFA) / Asante Samuel Jr. (UFA) / Tre Flowers (Entlassen)
  • Optionen: Free Agency / Runde 1-3 Draft Pick
  • Kandidaten: Eric Stokes (Raiders) / Nahshon Wright (Bears)
  • Draft Need: ★★★★★

Joey Porter konnte sich 2025 noch einmal beweisen und spielte eine herausragende Saison, die mit dem ein oder anderen Pick vermutlich mit in der All-Pro-Diskussion gelandet wäre. Die große Frage ist, wer sich um die restlichen Wide Receiver der Gegner kümmern wird. Dafür hatten die Steelers eigentlich Jalen Ramsey vorgesehen, der im Laufe der Saison jedoch auf Safety wechselte. Mit dem neuen Coaching Staff können sich solche Einteilungen natürlich immer ändern, generell muss man aber davon ausgehen, dass wir mindestens einen weiteren Cornerback benötigen werden, wenn Ramsey im tiefen Backfield bleibt. Brandin Echols bleibt zwar weiterhin beim Team, wird aber physis bedingt vor allem im Slot zu Hause sein, während die restlichen Vertragsspieler – darunter auch Cory Trice, der seiner Verletzungshistorie leider nie entwachsen konnte – keine Option als Starter darstellen.

Die Steelers haben zwar viele Draftpicks gesammelt, mit Blick auf die anderen Needs werden die frühen Picks aber auch irgendwann rar. Andererseits ist Cornerback leider auch eine der Positionen, die für einen Starter auf dem Free Agent Markt Haus und Hof kosten. Dafür ist dieser recht ergiebig und hält einige vielversprechende Spieler parat. Möglich wäre es z.B. einmal bei Eric Stokes anzuklopfen. Der ehemalige First Round Pick der Packers machte letztes Jahr bei den Raiders unter Patrick Graham einen ordentlichen Schritt nach vorn. Gut möglich, dass die beiden ihren Tango in Pittsburgh weitertanzen wollen, wenn sie die Chance dazu bekommen.

Safety

  • Grade: C
  • Starter: Jalen Ramsey / DeShon Elliott
  • Depth: Sebastian Castro
  • Free Agents: Kyle Dugger (Void) / Chuck Clark (UFA) / Jabrill Peppers (UFA) / Miles Killebrew (UFA)
  • Optionen: Dugger verlängern / Free Agent / Runde 2-4 Draft Pick
  • Kandidaten: Andrew Wingard (Jaguars) / Reed Blankenship (Eagles) / Geno Stone (Bengals)
  • Draft Need: ★★★☆☆

Die Ramsey-Thematik, die uns das Problem auf Cornerback beschert, kommt uns hier glücklicherweise zu Gute. Mit ihm haben wir weiterhin eine solide Basis und einiges an Spielerfahrung im Rückraum. Mit Blick auf den Rest des Kaders ist das nicht zu vernachlässigen. Neben ihm trugen 2025 vor allem Kyle Dugger und Chuck Clark die Last auf der Position. Beide gehen nun in die Free Agency. Dugger hatte in der Saison seine Höhen und Tiefen, konnte aber immer wieder mal mit guten Aktionen auf sich aufmerksam machen. Er wäre eine Option für den freien Posten. Sein Vertrag befindet sich seit dem 16.02. im “Void”, das bedeutet, dass für die Patriots, die seinen Vertrag ursprünglich aushandelten, seine Boni als Dead Cap fällig wurden und er automatisch in die Free Agency fällt. Die Steelers würden mit ihm also – wie jedes andere Team auch – erst mit dem Start der Free Agency verhandeln können. Generell stellt sich auch die Frage, wie viel Geld das Team in dieser Position noch binden möchte, nachdem Ramsey in der kommenden Saison schon knapp $20 Mio. in Beschlag nimmt.

Eine weitere große Frage ist Miles Killebrew. Der Special Teams Captain verlangte vor seiner Verletzung im Schnitt gut $3 Mio. pro Jahr für eine sehr eingeschränkte Rolle. McCarthy und Neu-ST-Coordinator Danny Crossman werden seinen Mehrwert für das Team wohl neu bewerten. Dass er zu ähnlichen Konditionen wiederkommt, ist unwahrscheinlich.

Generell ist es hier Sinnvoll, auch einen Blick auf den Draft zu werfen, um junge Talente in das Team zu holen. Mit Castro hat man zwar ein Projekt im Kader. Dieser kam allerdings nach dem letzten Draft als UDFA nach Pittsburgh und hatte bis auf sporadische Einsätze in den Special Teams keine Snaps abseits der Preseason. Wie breit seine Schultern wirklich sind, lässt sich bisher also nicht sagen.

Special Teams

  • Grade: C
  • Starter: Chris Boswell / Christian Kuntz
  • Depth: Cal Adomitis (Future)
  • Free Agents: Corliss Waitman (RFA)
  • Optionen: Waitman günstig verlängern / UDFA als Camp Prospect
  • Kandidaten: –
  • Draft Need: ☆☆☆☆☆

Boswell und Kuntz sind für 2026 gesetzt. Die einzige Frage in den Special Teams dreht sich also um den Punter. Waitman wird Restricted Free Agent und könnte als solcher getendert werden. Das Right of First Refusal kostet diese Saison etwa $3,5 Mio., womit er schlagartig zum viertbestbezahlten Punter der Liga aufsteigen würde. Seine Leistung war in der zweiten Hälfte der Saison allerdings recht inkonstant. Vermutlich bekommt man ihn daher zu einem günstigeren Preis unter Vertrag. Die Special Teams stehen zwar inzwischen unter neuer Führung, trotzdem darf man erwarten, dass mindestens zwei Punter zum Training Camp geladen werden, die den Posten dann untereinander ausspielen.

Related Posts

Omar Khan Combine Pressekonferenz

Omar Khan Combine Pressekonferenz

Wie jedes Jahr begrüßte Steelers General Manager Omar Khan die Anwesenden Vertreter:innen der Presse im Rahmen des NFL Combine.Khan sprach darüber, dass die gesamte Stadt und das Team sich begeistert zeigen über die Gastgeberrolle beim Draft. Er beschreibt Pittsburgh...

Draft Countdown 09: Lynn Swann

Draft Countdown 09: Lynn Swann

Mit dem Draft-Countdown wollen wir euch ein wenig auf den NFL Draft 2026 einstimmen. Jeden Montag vor dem Draft gibt es einen weiteren Erstrunden-Draftpick der Pittsburgh Steelers Geschichte. Und wie es ein Countdown so an sich hat, zählen wir die für uns wichtigsten...

Draft Countdown 10: Cameron Heyward

Draft Countdown 10: Cameron Heyward

Mit dem Draft-Countdown wollen wir euch ein wenig auf den NFL Draft 2026 einstimmen. Jeden Montag vor dem Draft gibt es einen weiteren Erstrunden-Draftpick der Pittsburgh Steelers Geschichte. Und wie es ein Countdown so an sich hat, zählen wir die für uns wichtigsten...

Comments

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert